Gedicht

Beiträge zum Thema Gedicht

Ratgeber

Gudrun-Anna Wirbitzky
MHD im Alter

Wie der Herbst das Ende des Jahres markiert, steht diese Phase auch für die späte Zeit des menschlichen Daseins. Eine Lebensphase die oft Ruhe und Freiheit, aber auch Abschiede, körperliche Einschränkungen bringt. Oberflächlichkeiten verlieren an Wert. Die über Jahrzehnte gesammelte Lebenserfahrung schenkt Gelassenheit. Zeit wird zu eigenen Gut. Den Herbst des Lebens  mit Zuversicht betrachten, bedeutet, den Fokus auf die besondere emotionale Ernte, die innere Freiheit und die neuen...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 18.09.26
  • 19
  • 5
Poesie

Quitten, ein Gedicht

Quitten Wie bändigt man die harte Frucht / wenn nicht mit großer Kraft ? Ein Beilchen richtig angesetzt / lässt springen sauren Saft Erst zweigeteilt, dann viergeteilt / der Kern muss noch heraus Ein scharfes Messer mühsam kurvt / das fast die Haut wegrafft

Poesie

G e d i c h t
"Die Zeit ..." - Johann Ludwig Tieck (1773 - 1853)

So wandelt sie, im ewig gleichen Kreise die Zeit nach ihrer alten Weise, auf ihrem Wege taub und blind, das unbefang'ne Menschenkind erwartet stets vom nächsten Augenblick ein unverhofftes seltsam neues Glück. Die Sonne geht und kehret wieder, kömmt Mond und sinkt die Nacht hernieder, die Stunden, die Wochen abwärts leiten, die Wochen bringen die Jahreszeiten. Von außen nichts sich je erneut, in dir trägst du die wechselnde Zeit, in dir nur Glück und Begebenheit. - geschrieben im Jahre 1798...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 14.09.26
  • 34
  • 4
Freizeit
Fotobearbeitung.
Barbara Steffens
2 Bilder

Gudrun-Anna Wirbitzky
Herbstgedanken

Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn der Herbst alte Türen im Kopf öffnet. Regen an die  Scheiben prasselt... Wenn dich Gedanken ereilen: Dich wie ein warmer Mantel an einem kalten Tag liebevoll umhüllen. Ich blicke gerade zurück. Es tut richtig gut, diesen Bildern meiner Kindheit - dem Toben mit der Schwester, dem Drachensteigen und dem Rascheln des Laubs unter unseren kleinen Füßen - für einem Moment nachzuhängen. Der Sommer. Der Sommer laut, aktiv und nach außen gerichtet, geht. Wir sind...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 13.09.26
  • 19
  • 5
Poesie
4 Bilder

G e d i c h t
"Edelweiß ..." - Hermann Lingg (1820 - 1905)

Hoch auf Felsen, nah beim Eis, nahe bei dem Licht der Sterne blühst du, holdes Edelweiß, allen andern Blumen ferne, fern von aller Frühlingslust einsam an der Felsen Brust. . . Eine Legende besagt, dass das Edelweiß aus vielen Tränen entstanden sei. So verliebte sich eine wunderschöne Eisjungfrau in einen sterblichen Jäger. Als sie von dessen Untreue erfuhr, stürzte sie sich voller Kummer in die Tiefen einer Gletscherspalte und überall dort, wo ihre Tränen auf den harten Fels trafen und...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 10.09.26
  • 48
  • 12
Poesie

Aus dem Harem, ein Gedicht

Aus dem Harem Die Rosenblätter ernte mir / im frühen Morgenlicht Den Tau mir samm‘le extra ein / verjüngt doch mein Gesicht… Wohl Tausend brauche ich davon / ich mache Duft daraus Er wende sich doch ganz zu mir / und wählt die andre nicht! Diese Rose namens „de Resht“, eine alte Damaszener-Rose, ist besonders beliebt für ihre Duft.

Poesie

Wasserähre, ein Gedicht

Wasserähre Durch blütenreichen See die Fahrt / sie will noch nicht zurück Dann sagt sie mir verschmitzt wie nie / "sei lieb zu mir und pflück!" Mit Tropfen in das Haar gesteckt / die glänzen auf der Haut Auch ohne Spiegel weiß sie dass / nichts fehlt an ihrem Glück

Kultur
Hanneke van Broekhoven, Muschelform (ArToll, 2026)
2 Bilder

Hanneke van Broekhovens Muschelform

Für die Ausstellung „Zwischen Haut und Welt“ im ArToll-Kunstlabor wählte Hanneke van Broekhoven diese und andere Muschelformen aus, um auf den Schutz anzuspielen, den Lebewesen in dieser Welt benötigen. Im Niederländischen lautet das Wort für eine Muschel „schelp“, doch die Aussprache „schulp“ (ausgesprochen *sxʏlp*) lässt nicht sofort an die kalkhaltigen Schalen denken, in denen Weichtiere typischerweise leben; stattdessen ruft sie den Ausdruck „uit je schulp kruipen“ („aus seiner Hülle...

Poesie
7 Bilder

G e d i c h t
"Lebenskunst ..." - Otto Reutter (1870 - 1931) eigtl. Otto Pfützenreuter - Liedermacher und Humorist ...

Ach, was sind wir dumme Leute - wir genießen nie das Heute. Unser ganzes Menschenleben ist ein Hasten, ist ein Streben, ist ein Bangen, ist ein Sorgen - Heute denkt man schon an Morgen. Morgen an die spät're Zeit und kein Mensch genießt das Heut. Auf des Lebens Stufenleiter eilt man weiter, immer weiter. Nutz den Frühling deines Lebens, leb' im Sommer nicht vergebens, denn gar bald stehst du im Herbste, bis der Winter naht, dann sterbste. Und die Welt geht trotzdem heiter immer weiter, immer...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 05.09.26
  • 16
  • 9
Kultur
Anfangsbuchstabe "U" mit dem ersten Vers und 11 Zeilen, der insgesamt 81 Zeilen.
9 Bilder

Rosa Vogts „Zwischen Haut und Welt“ (2/2)

Die Installation von Rosa Vogt (=> Film und Quilt) wird noch in zwei kleinen Zimmerchen weitergeführt. In einem sitzt ein Stoffhase auf einem Sofa, im anderen füllt ein großes, langes und intimes Gedicht 3 Wände. Der Quilt des großen Zimmers spielt darin eine wichtige Rolle („Decke“ genannt). Das Gedicht bietet den Kontext für den Film. Wo soll man aber mit dem Text anfangen? Das Zimmer im Uhrzeigersinn umrunden und zu lesen ist möglich, aber die Künstlerin hat deutlich mit einem originellen...

Poesie
2 Bilder

Gudrun - Anna Wirbitzky
September: Wenn der Sommer langsam geht

Vorfreude... Wenn der Sommer sich jeden Tag mehr verabschiedet kommen sie die ersten herbstlichen Gedanken. Nach der Hitze einiger dieser Sommertage freue ich mich auf den Herbst. Wenn die Tage kürzer werden, bietet mir diese Jahreszeit eine einzigartige Mischung aus visueller Ästhetik im Freien und die Geborgenheit in unseren vier Wänden. Buntes Herbstlaub, goldenes Licht, klare Luft ,mystischer Nebel am Morgen. Es ist Kuschelzeit: Der perfekte Moment, um mit Decke, Buch und Tee auf dem Sofa...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 01.09.26
  • 22
  • 5
Poesie

Gedicht der Woche
Tittanisch

tittanisch welgernd die rundplatte, der schemel die titten die nacht. baumlang der tripp oriental und alabasterfarben. mundstück saugkralle... ich soll sagen ich liebe dich? nimm rutemöller und schweige, kaue am holm seiner dattel die feige.. du hältst meine hand zur rechten, wenn du nur den stall öffnest leg ich dich über die rohrtribüne und salbe und garbe... wir sind eines... reich an gummibärenelexier... deswegen spring und beutle mich... du bist ein beuteltier, packst beutel ein.. keine...

Kultur

Die Musen

Wenn du eine Muse hast, hast du einen Engel fast: Fällt dir nichts beim Schreiben ein, flüstert sie ins Ohr dir rein nur ein Wort - schon schreibst du fort. Ach das Schreiben ohne Musen kann der Dichter schwer verknusen.

  • Niedersachsen
  • Laatzen
  • 31.08.26
  • 12
  • 5
Poesie

Schuhe

Der linke gab als erster auf / am Absatz fing es an Der rechte zog dann vorne nach / wer so noch laufen kann… Das Leder ist noch gut in Schuss / die Sohle aber hin Kein Schuster flickt sie mit Gewähr / wer wagt sich hier daran?

Poesie

Gudrun Anna Wirbitzky
Sonnenfrei - Gedicht

Sonnenfrei - Gedicht Hurra, die Sonne macht heut` blau, der Himmel macht auf Schlabber- Grau. Die Sonnencreme bleibt im Schrank, dem Wolkenhimmel besten Dank. Mein Eckchen auf Balkonien wie krass, schenkt mir grad ein Regennass. Ich erfreue mich der Sonnenpause, Füße hoch ich bleib Zuhause.     

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 30.08.26
  • 13
  • 4
Kultur
Willy Brandt, Acrylbild von Dietmar Weiß
2 Bilder

Verkohlt, geschröddert, ausgemerkelt und am Ende ausgemerzt

Zuerst hat man uns nur verkohlt, das Schröddern wurde nachgeholt, dann waren wir so ausgemerkelt wie arme Sau, die nonstop ferkelt. Jetzt wurde auch noch - ohne Scherz - gewählt zum Kanzler Friedrich Merz, der Reichen gibt und Armen nimmt, das hat den Olaf Scholz verstimmt. Doch hat der Merz bald ausgemerzt, hat es mit uns gründlich verscherzt - und mit dem Zepter weidelt schon die Alice, uns zum Hohn.

  • Niedersachsen
  • Laatzen
  • 30.08.26
  • 5
  • 1
Kultur

Einmal ist jeder Tag zu Ende
Wenn der Abend naht...

Wenn der Abend naht… Wenn die Abendsonne glutrot am Himmel steht, ein erfüllter Tag langsam zu Ende geht, dann schaue ich auf mein Leben zurück und habe auch mein Ende fest im Blick. Ich wünsche mir wie so viele Menschen, dass meine Tage in Würde enden. Dass ich nicht endlose Schmerzen muss leiden und kein Bedauern, kein Misston wird bleiben. Wenn ich gehe soll sanfte Stille mich umfangen, welche erreicht auch meine liebsten Verwandten und tröstet Kinder und Enkel zugleich, denn ich geh ja nur...

Poesie

Gudrun - Anna Wirbitzky
Tür auf Kinder raus

,,Tür auf Kinder raus!"- so hieß es für uns Kinder damals. Eine schöne Zeit für viele von uns... ⬇️ Blick zurück.  Ein lauter Ruf, die Freiheit rief, die Kinderschar nach draußen lief. Planlos, kein Smartphone, keine Uhr, es trieb und stets in die Natur. Wir bauten Buden, kletterten hoch, bis Dunkelheit den Tag durchzog. Ein Schubs, ein Sturz war piep egal, wir lebten ohne Warnsignal. Das dunkel rief uns stets nach Haus, der Tag war um - das Licht war aus. Ein wildes Leben, frei und laut, gern...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 28.08.26
  • 78
  • 5
Lokalpolitik
Wer die Kirche diskriminiert hat nichts in einer politischen Führungsrolle verloren. | Foto: Copyright by Luis Walter
5 Bilder

Einfach logisch gedacht
was manche Partei künftig aus uns macht

Es ist immer schön, wenn eine Partei das sagt was man hören will. Auf diesen Gaul springt man ja sehr gerne auf. Endlich eine Politik nach dem Wunsch des Volkes. Und schön, endlich Politiker die die Wahrheit sagen, die uns zu unserem Wohlstand führen, Grenzen schließen, alle Ausländer raus, raus aus dem Euro, raus aus der EU, raus aus den Verpflichtungen. Toll, super, der Weg ins Schlaraffenland ist geebnet. Jedoch wer mal wirklich hinter die Fassade dieser einen alternativen Partei in diesem...

Poesie
5 Bilder

G e d i c h t
"Eine Welke ..." - Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

Leicht, wie nach ihrem Tode, trägt sie die Handschuh, das Tuch. Ein Duft aus ihrer Kommode verdrängte den lieben Geruch, an dem sie sich früher erkannte. Jetzt fragte sie lange nicht, wer sie sei (eine ferne Verwandte) und geht in Gedanken umher und sorgt für ein ängstliches Zimmer, das sie ordnet und schont, weil es vielleicht noch immer dasselbe Mädchen bewohnt. Übrigens: Entstanden ist das Gedicht im Jahre 1918. Ein melancholisches und vielleicht auch ein wenig tragisches ...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 26.08.26
  • 30
  • 9
Poesie
Foto: Didi van Frits mit ChatGPT Work 5.6 Sol Extra High
8 Bilder

Literatur Poesie Essay Glosse Satire
Beschreibung einer Stadt

Der Song „Dirty Old Town“ brachte mich auf den Gedanken, über die Stadt meiner Kindheit zu schreiben: Wuppertal. Schon der Titel gefiel mir. Er klang nicht nach Fremdenverkehrsamt, nicht nach frisch gewischter Fußgängerzone und auch nicht nach jener amtlichen Begeisterung, mit der Städte sich gern als „lebenswert“, „dynamisch“ oder „zukunftsfähig“ bezeichnen. Eine Stadt, die wirklich geliebt wird, darf schmutzig sein. Sie darf Narben haben, Hinterhöfe, rostige Geländer und Häuser, die sich ein...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Hattingen
  • 25.08.26
  • 14
  • 4
Poesie
2 Bilder

G e d i c h t
"Lied ..." - Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863)

Komm, wir wollen Erdbeer'n pflücken, ist es doch nicht weit zum Wald, wollen junge Rosen brechen, sie verwelken ja so bald! Droben jene Wetterwolke, die dich ängstigt, fürcht' ich nicht; Nein, sie ist mir sehr willkommen, denn die Mittagssonne sticht. All die sengend-heißen Strahlen, die uns drohen, löscht sie aus und wenn sie sich selbst entladet, sind wir lange schon zu Haus! Tändelnd flecht' ich dann die Rosen in dein dunkelbraunes Haar und du bietest Beer' um Beere meinen durst'gen Lippen...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 23.08.26
  • 39
  • 10
Poesie

Topinambur und Quitte

Die Äste früchteschwer gebeugt / die Quitten aber bleich Hinauf die Blumen ranken sich / sind sonnenblumengleich Der späte Herbst für beide hält / ein andres Schicksal vor Die Früchte man herunter holt / die Knollen dann empor

Poesie

Du Fu (712-700), Bambussprossen

Unzählig Frühlingsbambus sprießt / er füllt wohl bald den Hain Mein dicht geflocht‘nes Tor ist zu / lässt niemand zu mir rein Gesellschaft brauch‘ ich wenn ich schau‘ / wie er zu Bambus wird ? Wenn jemand mich um Einlass ruft / ich lass ihn dort allein. 無數春筍滿林生, 柴門密掩斷人行。 會須上番看成竹, 客至從嗔不出迎。 Die dritte Zeile scheint anzudeuten, dass Dichter normalerweise Freude daran hätten, die jungen Triebe in Gesellschaft wachsen zu sehen, doch der Dichter empfindet in diesem Fall anders. Der Dichter muss die...

Poesie

Liebe
Licht

Liebe ist ein stilles Licht, das selbst im Dunkeln niemals bricht. Ein Blick, ein Lächeln, Hand in Hand  zwei Herzen, die sich haben erkannt.

  • Nordrhein-Westfalen
  • Herne
  • 21.08.26
  • 3
  • 3
Poesie

Faltschirm im Sommer

Faltschirm im Sommer Die große Hitze macht verhasst / das starke Sonnenlicht Den Vorhang zu aus schwerem Stoff / das mach ich lieber nicht Ein Schattendasein Tag um Tag / und nachts nur scheint der Mond Ein Faltschirm her mit Blumenschmuck / der sich durch Helles flicht

Kultur
Acrylbild
2 Bilder

Tierisches
Elefant und Trampeltier

Der Elefant Ein Elefant, das Rüsseltier, der hat den Rüssel meistens hier, denn hätt´ er ihn am andern Ende, bräucht´ er zum Fressen extra Hände. Das Trampeltier Ein Trampeltier, das wissen wir, ist auch nur ein Kamel.

  • Niedersachsen
  • Laatzen
  • 19.08.26
  • 3
  • 2
Kultur

Gudrun-Anna Wirbitzky
Lasst uns Leben

Ein paar Verse nur: Die Rente läuft, die Zeit stets knapp, kein Wecker schlägt uns mehr den Takt. Wir lachen laut, lieben alles bunt, zum Feiern gibt es manchen Grund.  Erzähl mir nix von stiller Ruh, wir leben los, lernen noch dazu. Das Leben wartet, wir sind hier, noch schmecken Wein und kühles Bier. Wir kosten jeden Tag voll aus, sogar das Sofa schreit geht raus. Das Leben schmeckt nach Abenteuer, in uns brennt noch reichlich Feuer. Der Weg geht weiter, Schritt für Schritt, wir Powern noch...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 18.08.26
  • 44
  • 5
Poesie

Stockrose

Stockrose Der Stängel wächst dem Himmel zu / ein blütenreiches Jahr Woher die Kraft als Trockenheit / und große Hitze war ? Er bog sich unter großer Last / der Erde zugeneigt Beim ersten Regen bietet er / noch eine Blüte dar

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