Makro

Beiträge zum Thema Makro

Poesie
2 Bilder

G e d i c h t
Blaue Hortensie - Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh, hinter den Blütendolden, die ein Blau nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln. Sie spiegeln es verweint und ungenau, als wollten sie es wiederum verlieren und wie in alten blauen Briefpapieren ist Gelb in ihnen, Violett und Grau; Verwaschenes wie an einer Kinderschürze, Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht: wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze. Doch plötzlich scheint das Blau sich zu...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 12.05.26
  • 33
  • 7
Poesie
Der botanische Name leitet sich vom griechischen Wort "dikentros" ab, was "zweispornig" bedeutet. Es bezieht sich auf die zwei äußeren, gespornten Kelchblätter. Das lateinische Wort "eximius" bedeutet "ausgezeichnet", "außerordentlich" oder "erlesen".
3 Bilder

G e d i c h t
Meiner Mutter ... - Detlev von Liliencron (1844 - 1909)

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen, ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest! Ich sah zum Himmel deine Augen flehen, ein Wunsch für mich - wie liebevoll du sorgtest! Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen, ein Schutz für mich - wie sorgenvoll du horchtest! Längst schon dein Grab die Winde überwehen, ein Gruß für mich - wie liebevoll du sorgtest! . Die Fotos zeigen eine Zwerg-Herzblume (Dicentra exima) - auch bekannt als "gekröntes Herz" - eng verwandt mit dem bekannten Tränenden...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 10.05.26
  • 35
  • 9
Poesie
3 Bilder

G e d i c h t
Ne m'oubliez pas ... Forget-me-not ... Vergissmeinnicht ... - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)

Es blüht ein schönes Blümchen auf unsrer grünen Au, sein Aug' ist wie der Himmel so heiter und so blau. Es weiß nicht viel zu reden und alles, was es spricht, ist immer nur dasselbe, ist nur: Vergissmeinnicht. Da kann ich auch nicht reden und nur mein Herze spricht, so bange nur, so leise und nur: Vergissmeinnicht ... Übrigens:  Aufgrund seines Namens ist das Vergissmeinnicht ein internationales Symbol für die Erinnerung sowie für liebevollen Abschied, verbunden mit dem Wunsch nicht aus dem...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 06.04.26
  • 37
  • 9
Kultur
4 Bilder

H a i k u
"Zu Boden gefallen, zur Wurzel geneigt - Abschied der Blüte." - Matsuo Bashō (1644 - 1694)

oder: "Hätte ich eine Stimme, würde ich für sie singen - fallende Kirschblüten." Die Kirschblüte (Sakura) ist das nationale Symbol Japans und steht für die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens. Die Blüten fallen nach kurzer Zeit und erinnern uns daran, wie kostbar jeder Augenblick ist ... Matsuo Bashō, eigentlich Matsuo Munefusa, war ein japanischer Dichter. Er gilt als bedeutender Vertreter der japanischen Versform Haiku. Bashō und seine Schüler erneuerten die bis dahin humorvoll...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 04.04.26
  • 34
  • 9
Poesie
Übrigens: Narzissen sind in allen Teilen giftig. Sie enthalten u. a. das Alkaloid "Lycorin", besonders hoch konzentriert in den Zwiebeln der Pflanze.
4 Bilder

L y r i k
Osterbitte ... - Arno Holz (1863 - 1929)

Vom Turme klangen die Osterglocken über des Kirchhofs trauernde Gruft und gleich verwehten Blütenflocken verschwamm ihr Klang in der Morgenluft. Mich aber riefen sie in die Weite und ließen mich nicht im dumpfen Haus und unter der Osterlieder Geleite zog ich die Straßen zum Tore hinaus. Weit hinter mir im Morgendämmer sich das Gemäuer der Stadt verlor und selbst das Pochen der Eisenhämmer traf nur gedämpft noch an mein Ohr. Doch dehnte sich immer weiter und weiter vor meinen Blicken der sonnige...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 31.03.26
  • 35
  • 6
Poesie
2 Bilder

L y r i k
Jugendlied VIII von "Zwölf Jugendliedern" - Emanuel Geibel (1815 - 1884)

So bist du's wieder, vertrauter Raum? Die Jahre schwanden, mir ist's, wie Traum. Noch zieht, wie damals im Tal der Fluss, es rauscht der Garten mir seinen Gruß; Am Fenster grünt noch der Reben Kranz – Nur wir, wie sind wir verwandelt ganz! Die wir uns bauten mit kühnem Sinn, die goldnen Schlösser, wo sind sie hin! Die goldnen Träume, von Lieb' und Lust – Und doch, was wogst du, beklemmte Brust? Emanuel Geibel war im 19. Jahrhundert der populärste Lyriker Deutschlands und wurde zu Lebzeiten oft...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 14.02.26
  • 36
  • 11
Poesie
3 Bilder

A p h o r i s m u s
Man kann den Hintern schminken wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus. - Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

... oder: Etwas Missglücktes lässt sich nicht beschönigen, es ist vergebens. 🤔 Kurt Tucholsky war ein deutscher Schriftsteller und Satiriker, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte.  Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten - vor allem in Politik, Militär und Justiz - und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. PS: Tucholsky litt unter schweren Depressionen, die...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 26.01.26
  • 37
  • 8
Poesie
2 Bilder

G e d i c h t
Blätter im Wind ... - Jakob Bosshart (1862 - 1924)

Treibende Blätter im Wind, Spielzeug der Lüfte wir sind. Wo wir einst liegen in Orten und Zeiten, wo wir verwesen, hat nichts zu bedeuten; Da wo wir saßen am Lebensbaum, hofft eine Knospe im Frühlingstraum. - Jakob Bosshart (* 07.08.1862 im Weiler Stürzikon, † 18.02.1924 in Clavadel, Gemeinde Davos) war ein Schweizer Lehrer und Schriftsteller. Bosshart verfasste Erzählungen und einen Roman, deren Helden vom Lande stammen, wie der Autor selbst. Schon bald zählte er zu den bekanntesten Vertretern...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 16.01.26
  • 37
  • 8
Poesie
M.Hohner Alpenecho Mundharmonika - 50er Jahre
2 Bilder

A p h o r i s m u s
"Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast." - Albert Einstein (1879 - 1955)

Übrigens: Die Relativitätstheorie, die von Albert Einstein entwickelt wurde, ist eine Theorie der Physik, die ihn auf der ganzen Welt berühmt machte. Sie ist sehr schwierig zu verstehen und so unglaublich, dass selbst viele große Physiker aus Einsteins Zeit sie zunächst für Unsinn hielten. Eine der zwei wichtigsten Ideen Einsteins war, dass die Zeit nicht immer gleich schnell vergeht. So kann zum Beispiel eine Sekunde mal länger dauern und mal kürzer. Die zweite Idee war, dass auch Längen nicht...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 13.01.26
  • 44
  • 9
Poesie
4 Bilder

G e d i c h t
Herbst ... - Nikolaus Lenau (1802 - 1850)

Rings ein Verstummen, ein Entfärben: wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben. Von hinnen geht die stille Reise, die Zeit der Liebe ist verklungen, die Vögel haben ausgesungen und dürre Blätter sinken leise. Die Vögel zogen nach dem Süden, aus dem Verfall des Laubes tauchen die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen, die Blätter fallen stets, die müden. In dieses Waldes leisem Rauschen ist mir als hör′ ich Kunde wehen, dass...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 27.12.25
  • 32
  • 8
Poesie
3 Bilder

G e d i c h t
Lied des Lebens ... - Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

Flüchtiger als Wind und Welle flieht die Zeit, was hält sie auf? Sie genießen auf der Stelle, sie ergreifen schnell im Lauf. Das, ihr Brüder, hält ihr Schweben, hält die Flucht der Tage ein. Schneller Gang ist unser Leben, lasst uns Rosen auf ihn streun! Rosen; denn die Tage sinken in des Winters Nebelmeer. Rosen, denn sie blühn und blinken links und rechts noch um uns her. Rosen stehn auf jedem Zweige jeder schönen Jugendtat. Wohl ihm, der bis auf die Neige rein gelebt sein Leben hat. Tage,...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 03.12.25
  • 45
  • 7
Kultur
Grüne Stinkwanze (Palomena prasina)
Wer diese flugfähige Wanze schon einmal berührt hat, wird ihr übel riechendes Sekret so schnell nicht vergessen ...
3 Bilder

G e d i c h t
Rückschau ... - Heinrich Heine (1797 - 1856)

Ich habe gerochen alle Gerüche in dieser holden Erdenküche; Was man genießen kann in der Welt, das hab ich genossen wie je ein Held! Hab Kaffee getrunken, hab Kuchen gegessen, hab manche schöne Puppe besessen; Trug seidne Westen, den feinsten Frack, mir klingelten auch Dukaten im Sack. Wie Gellert ritt ich auf hohem Ross; Ich hatte ein Haus, ich hatte ein Schloss. Ich lag auf der grünen Wiese des Glücks, die Sonne grüßte goldigsten Blicks; Ein Lorbeerkranz umschloss die Stirn, er duftete Träume...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 20.11.25
  • 38
  • 8
Kultur

G e d i c h t
"Bleibe jung ..." - Peter Sirius (1858 - 1913)

O bleibe jung! Die Jahre fliehen und Winter bald umzieht dein Haupt; dir welkt so viel, was einst gediehen, sorg’, dass nicht alles dir geraubt! O bleibe jung! In deinem Herzen bau’ dir der Jugend Frohaltar, was dann auch kommt, du wirst’s verschmerzen, im Herzen Blüten, Schnee im Haar ...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 18.11.25
  • 33
  • 9
Poesie
6 Bilder

G e d i c h t
Einkehr ... - Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862), verfasst im Jahre 1811 ...

Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste; Ein gold'ner Apfel war sein Schild an einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum, bei dem ich eingekehret; Mit süßer Kost und frischem Schaum hat er mich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus viel leichtbeschwingte Gäste; Sie sprangen frei und hielten Schmaus und sangen auf das beste. Ich fand ein Bett zu süßer Ruh auf weichen, grünen Matten; Der Wirt, er deckte selbst mich zu mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt ich nach der...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 09.11.25
  • 55
  • 8
Poesie
12 Bilder

G e d i c h t
"Lebensmotto ... " - Louise Franziska Aston (1814 - 1871), deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin

Fromme Seelen, fromme Herzen, himmelssehnend, lebenssatt; Euch ist rings ein Tal der Schmerzen, eine finst're Schädelstatt! Mag in schreckenden Gesichtern bang vor mir das Schicksal steh'n; Nie soll mich der Schmerz vernichten, nie zerknirscht und reuig seh'n! Freiem Leben, freiem Lieben, bin ich immer treu geblieben! Übrigens: Zum 200. Geburtstag Louise Astons am 26. November 2014 führte das Stadttheater Freiburg im Breisgau im Juni 2014 das Theaterstück "Mag der Thron in Flammen glühn ... "...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 02.11.25
  • 85
  • 10
Poesie
Die 'Gewöhnliche Sonnenblume' (Helianthus annuus)
4 Bilder

G e d i c h t
Ruh', ringsum Ruh' ... - Jakob Vogel von Glarus (1816 - 1899)

Ruh', ringsum Ruh', ja, alles atmet Frieden: o, gib ihn du, Natur, auch mir, dem Müden ...  Übrigens: Jakob Vogel unterstützte junge Dichter, führte ein offenes Haus, ein "Sammelplatz fast aller Literaten und Dichter der Schweiz". Seine erste Frau Babette verstarb 1851. Im Alter von 78 Jahren heiratete Jakob Vogel nochmals. Halbseitig gelähmt verstarb er am 22. April 1899 in der "Matratzengruft" (eine ironische Bezeichnung für Krankenlager) wie sein Vorbild Heinrich Heine.  - Quelle: Wikipedia

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 01.11.25
  • 16
  • 8
Kultur

G e d i c h t
Weiße Rose - Theodor Storm (1817 - 1888)

So dunkel sind die Straßen, so herbstlich geht der Wind; Leb wohl, meine weiße Rose, mein Herz, mein Weib, mein Kind! So schweigend steht der Garten, ich wandre weit hinaus; Er wird dir nicht verraten, Dass ich nimmer kehr nach Haus. Der Weg ist gar so einsam, es reist ja niemand mit; Die Wolken nur am Himmel halten gleichen Schritt. Ich bin so müd zum Sterben; Drum blieb' ich gern zu Haus und schliefe gern das Leben und Lust und Leiden aus. Quelle: Storm, T., Gedichte. Ausgabe 1885. Drittes...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 30.10.25
  • 37
  • 9
Kultur
3 Bilder

G e d i c h t
Trübes Wetter ... - Gottfried Keller (1819 - 1890), Schweizer Dichter und Romanautor

Es ist ein stiller Regentag, so weich, so ernst - und doch so klar, wo durch den Dämmer brechen mag die Sonne weiß und sonderbar. Ein wunderliches Zwielicht spielt beschaulich über Berg und Tal und die Natur, lind abgekühlt, sie weint und lächelt allzumal! Wie ein Kristall, von Flor umhängt, erglänzt geheimnisvoll die Luft, der Tag glimmt spärlich und bedrängt, wie Lampenschein in einer Gruft. Die Hoffnung, das Verlorensein sind gleicher Stärke in mir wach; das Leben und die Todespein, sie...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 26.10.25
  • 40
  • 9
Poesie

A p h o r i s m u s
Die Jugend vergeudet Jahre, das Alter sammelt Stunden. - Richard von Schaukal (1874 - 1942), österreichischer Lyriker und Essayist

Der 'Feuerahorn' (Acer tataricum subsp. ginnala) - die prächtige Herbstfärbung brachte ihm den deutschen Namen Feuerahorn ein ... Der wissenschaftliche Name 'Acer tataricum' bezieht sich auf die Herkunft des Baumes, da er ursprünglich in den Steppenregionen Zentral- und Westasiens sowie Südosteuropas beheimatet war.

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 07.10.25
  • 36
  • 11
Poesie
Getrocknete 'Mispeln' (Mespilus germanica) aus der Familie der Rosengewächse, auch Mispelche, Asperl, Hespelein, Dürgen, Dürrlitzen, Hundsärsch oder Näschpli genannt. - Quelle: Wikipedia
3 Bilder

G e d i c h t
Herbstgefühl ... - Emanuel Geibel (1815 - 1884)

O wär' es bloß der Wange Pracht, die mit den Jahren flieht! Doch das ist's, was mich traurig macht, dass auch das Herz verblüht; Dass, wie der Jugend Ruf verhallt und wie der Blick sich trübt, die Brust, die einst so heiß gewallt, vergisst, wie sie geliebt. Ob von der Lippe dann auch kühn sich Witz und Scherz ergießt, 's ist nur ein heuchlerisches Grün, das über Gräbern sprießt. Die Nacht kommt, mit der Nacht der Schmerz, der eitle Flimmer bricht; Nach Tränen sehnt sich unser Herz und findet...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 26.09.25
  • 38
  • 10
Poesie

G e d i c h t
Zu meinen Füßen sinkt ein Blatt, der Sonne müd, des Regens satt ... - Ludwig Uhland (1787 - 1862)

Zu meinen Füßen sinkt ein Blatt, der Sonne müd, des Regens satt; Als dieses Blatt war grün und neu, hatt' ich noch Eltern, lieb und treu. O wie vergänglich ist ein Laub, des Frühlings Kind, des Herbstes Raub! Doch hat dies Laub, das niederbebt, mir so viel Liebes überlebt. Übrigens: Für alle, die es interessiert:  aus den Blattfasern des 'Papiermaulbeerbaums' (Broussonetia papyrifera) werden in Japan und China auch heute noch wunderbare handgeschöpfte Papiersorten nach alten...

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bochum
  • 20.09.25
  • 45
  • 9

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.