L y r i k
Rätselvolle Katze ... - aus dem häufig übersetzten Gedicht "Le Chat" von Charles Baudelaire (1821 - 1867)
- hochgeladen von Eugen Hermes
In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze
und ihrer Stimme Ton vernimmt man kaum.
So zart und heimlich ist ihr leis Miauen
und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
stets ist der Klang verhalten, reich und tief
und Zauber weckend und geheimes Grauen.
Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
kein anderer so königlich wie sie.
Und wenn mein Blick, magnetisch hingelenkt,
zu jener Katze, die beherrscht mein Sinnen,
sich wieder wendet, fügsam, ohn' Entrinnen
und still in ihren Anblick sich versenkt,
dann seh' ich staunend und im Tiefsten schauernd,
dass ihre Augensterne feurig fahl,
Leuchtfeuern gleich und lebendem Opal,
mich unverwandt betrachten, still und lauernd ...
Bürgerreporter:in:Eugen Hermes aus Bochum |
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