Neugestaltung für 5.5 Millionen Euro
Die Erlinger Dorfmitte bekommt ihr neues Gesicht
- Der Dorfstadel, der Erlinger Vereinen als Austragungsort von zahlreichen Festen diente, wird abgerissen.
- Foto: Peter Heider
- hochgeladen von Florian Handl
Im Meitinger Ortsteil entsteht ein neues Gebäudeensemble für Kinderbetreuung und die Dorfgemeinschaft. Neugestaltung kostet 5,5 Millionen Euro.
Von Peter Heider
Eine schier unendliche Geschichte neigt sich dem Ende entgegen. Nach dem Motto „Was lange währt, findet ein gutes Ende“ wurde bei einer der letzten Sitzungen des Marktgemeinderates Meitingen das Thema „Erlinger Ortsmitte“ behandelt. Erste Gesprächsrunden fanden dazu bereits im Jahr 2019 statt. Nun, nach sieben Jahren Planung, ist das Ziel erreicht. Dem Marktgemeinderat wurden bei der jüngsten Sitzung im Meitinger Bürgersaal von der Architektin Kristin Kurczinki vom Architekturbüro Passionauten vier Varianten für die Neugestaltung der Erlinger Ortsmitte präsentiert, Variante zwei fand schließlich beim Gremium den größten Zuspruch. Somit hieß es nach siebenjähriger Planung „grünes Licht“ für Erlingen. Billig wird die ganze Angelegenheit jedoch nicht. 5,5 Millionen Euro Kosten muss der Markt Meitingen für die ausgewählte Variante 2 bewältigen, doch kann die Marktgemeinde mit 50 Prozent Fördergeldern in Höhe von 2,75 Millionen rechnen.
Geplante Maßnahmen in der Erlinger Ortsmitte
Der bisherige Dorfstadel, den Erlinger Vereine bis zu seiner Schließung (witterungs- und sturmbedingte Schäden) für Veranstaltungen nutzten, wird endgültig abgerissen. Ein Neubau ist wegen Immissionsschutz nicht geplant. Ebenso wird das alte Lehrerwohnhaus samt dem überdachten Gang zum Schulhaus entfernt. Meitingens dritter Bürgermeister wollte dazu wissen, ob das Lehrerhaus wirklich abgerissen werden müsse. Dazu präsentierte die Architektin eine Kostenschätzung, aus der ersichtlich ist, dass sich eine Sanierung nicht lohnt. Architektin Kristin Kurczinki erläuterte, dass eine Prüfung ergeben habe, dass ein Umbau unwirtschaftlich sei.
Der Neubau (Variante 2) beinhaltet den Anbau in Nord-Süd-Ausrichtung parallel zum vorbeiführenden Eichenweg. Im Erdgeschoss werden zwei Kindergruppen untergebracht und ein Speiseraum eingerichtet. Das Obergeschoss ist für zwei Kindergruppen und einen Mehrzweckraum vorgesehen. Das Bestandsgebäude wird nach Bedarf saniert, zwei Räume sind für die schulvorbereitende Einrichtung (SVE) bestimmt und weitere Räumlichkeiten im Erdgeschoss stehen der Dorfgemeinschaft (Ostseite) zur Verfügung. Für die Außengestaltung sind Hütten mit Ausstattung für Dorffeste vorgesehen.
Für die Kinderbetreuung sind insgesamt sieben Gruppenräume geplant, die Containergruppe kann langfristig ins Gebäude integriert werden. Berücksichtigt wurde in der Variantenpräsentation 2 auch die Barrierefreiheit für das gesamte Gebäude, außerdem ist eine Mittagsessenversorgung eingeplant. Marktgemeinderat Anton Büchele meinte, dass zwischen einer großen und der kleinen Lösung eine Differenz von 600.000 Euro liegen würde, wodurch es doch nahe läge, die größere Variante zu forcieren, um so langfristig beispielsweise Mieten für Krippen- und Kindergartencontainer zu sparen, wobei er Zuspruch von FW-Gemeinderat Patrick Gerblinger fand, der erklärte, es müsse eine Lösung gefunden werden, bei der angestrebt wird, dass die Erlinger Bevölkerung mit einbezogen werde. Matthias Kraus sprach sich dagegen aus, die Einrichtungen für die Dorfbewohner auf die Seite zu legen, auch wenn man die Finanzen im Auge behalten müsse.
Achten muss die Gemeinde nach Aussage von Bürgermeister Michael Higl aber auch auf die Entwicklung des Betreuungsbedarfs in der Marktgemeinde. Der Meitinger Rathauschef geht aktuell von einer „Seitwärtsbewegung“ aus, was bedeutet, dass die Kinderzahlen stabil bleiben. Mit einem Blick auf die Erweiterung des Hauses für Kinder in Erlingen muss man sich die Frage stellen, wie die Kinderbetreuung in der Marktgemeinde Meitingen aufgestellt werden soll. Anton Kraus fand, dass eigentlich jedes Kind in dem Ortsteil in den Kindergarten geht, wo es lebt, jedoch aus Kostengründen nicht denkbar sei. Kraus schilderte, dass er schon öfter beobachtet habe, dass nicht viele Eltern ihre Kinder zu Fuß in den Kindergarten bringen würden und somit es doch letztlich egal sei, ob ein Kind nach Erlingen, Herbertshofen oder Meitingen mit dem Auto gebracht wird.
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.