Eröffnung der Friedberger Zeit
Habe die Ehre - Friedberg feiert mit großer Begeisterung

Große Freude an der Friedberger Zeit haben auch Christoph und Elke Braitmayer, Sabine und Reinhard Greim (von links)
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  • Große Freude an der Friedberger Zeit haben auch Christoph und Elke Braitmayer, Sabine und Reinhard Greim (von links)
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Tausende Menschen sind gekommen, um die Eröffnung der Friedberger Zeit am 4. Juli zu feiern. Und die Freude und Begeisterung steht ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben, Besucherinnen und Besuchern genauso wie den zahlreichen Aktiven, die sich hier mit großem Engagement einbringen.
In den letzten Wochen war während der Aufbauarbeiten und Vorbereitungen für die 13. Auflage des historischen Festes die freudige Erwartung immer mehr gewachsen, ja fast greifbar geworden. „Schon seit Tagen legte sich ein Zauber über die Altstadt“, bestätigt so auch Friedbergs Erster Bürgermeister Roland Eichmann, der als Anwohner aus Erfahrung spricht.

Jubel zum Auftakt
Unfassbar viele Bürgerinnen und Bürger, Gäste der Partnerstädte, Akteure, Musik-, Tanz- und Theatergruppen, Schulen, Kindergärten, Handwerkerinnen und Handwerker, Standleute, Wirte und Bäcker versammeln sich nach ihrem festlichen Einzug durch die Altstadt auf dem Marienplatz, um gemeinsam mit Tausenden von Besuchern die Eröffnung zu feiern. „Habe die Ehre“, begrüßt Bürgermeister Roland Eichmann sie nach den einleitenden Worten der Stadtwache, und strahlt vor Freude, als sein traditioneller Gruß vom Volk mit großem Jubel erwidert wird. Die enorme Historientreue ist ohne Zweifel ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Friedberger Zeit. Auch Bürgermeister Eichmann lobt sie, denn sie mache das Fest so unnachahmbar. Gerade deshalb legt er diese auch der jungen Generation ans Herz, die das Erbe der Gründerväter der Friedberger Zeit nun langsam übernehme. Das tausendfache „Habe die Ehre“ der zahlreichen Gäste und Akteure nach seiner offiziellen Eröffnung gleicht einem jubelnden Auftakt für ein fröhliches Fest, das in den nächsten zehn Tagen das Leben in Friedberg bestimmen wird.

Eintauchen in die Historie
Die Friedberger Zeit ist in der Tat ein großes Ereignis für die Stadt und in der Region, das üblicherweise alle drei Jahre gefeiert wird. Nach der Pandemie war es zu einer Verschiebung gekommen, sodass das letzte Fest erst zwei Jahre zurückliegt. Der Begeisterung tut das ganz offensichtlich keinen Abbruch. Ob Einheimische oder Gäste aus Nah und Fern, alle tauchen hier freudig in das 17. und 18. Jahrhundert ein und lassen die Blütezeit des Handwerks, insbesondere der Uhrmacher, in Friedberg aufleben. Wie sehr sich die Teilnehmenden mit der Friedberger Zeit identifizieren, zeigt auch die große Zahl derer, die sich in historische Gewänder kleiden. Manche tragen ihres schon seit dem ersten Fest im Jahr 1989, manche haben sich im Laufe der Zeit immer wieder mal ein neues Gewand genäht oder angeschafft, viele auch heuer wieder einen der Näh- oder Haubenkurse besucht, um sich authentisch einzukleiden.

Die Freude ist sichtbar
Das historische Fest lebt von dieser großen Authentizität. Sie ist von der großartigen Kulisse der Friedberger Altstadt geprägt, aber auch von den Speisen und Getränken, die für die Verpflegung angeboten werden, von den musikalischen und kulturellen Darbietungen bis hin zu den zahlreichen Mitmachaktionen für Jung und Alt. All das passt in die Zeit des Barock, und es macht sichtlich Spaß. „Man kann den Menschen hier die Freude richtig ansehen“, bestätigt Sabine Greim, die das Altstadtfest seit Jahren besucht.
Schon am Eröffnungstag ist viel geboten. Die Bader sind mit ihrem Stand auf dem Marienplatz von Anfang an dabei, und ihre Begeisterung wirkt regelrecht ansteckend. Handwerker lassen sich über die Schulter schauen, so etwa Inge Frank beim Klöppeln oder Holzschnitzer Arnold Haiß. Imker Rainer Lojewsky erklärt eindrucksvoll, wie Met hergestellt wird, und nach seinen Worten wirkt auch die Kostprobe überzeugend. Für Unterhaltung sorgen unter anderem der Sängerverein Friedberg, die Gesangsgruppe Vielklang oder die Junge Musikergilde. Der Bogenschützenclub Friedberg präsentiert sein Können ebenso wie der TSV Friedberg mit seinen Gauklern oder der Gruppe Saltatio Skippolinissimo. Apotheker Hannes Proeller unterhält das Publikum gemeinsam mit dem Kammerchor mit der Zauberf(lo)ete und spät am Abend auch mit einer umjubelten Version von Romeo und Julia. Für Ordnung sorgt die Stadtwache und natürlich ist der Andrang des neugierigen Volkes groß, als Maria von der Bäckerei Kratzer verhaftet wird, weil sie sich als „Chefin“ ausgibt und komische Dinge wie „Chapuchino“ verkauft. Auch die beiden Nachtwächter – aus den Reihen des Sängervereins – sind wieder unterwegs. Das musikalische Nachtgebet in der Stadtpfarrkirche St. Jakob lädt zu einer kurzen Zeit der inneren Einkehr ein. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Julian Schmidt erinnert daran, dass „wenn wir die Friedberger Zeit feiern, wir immer auch die Menschen feiern, die in der Blütezeit Friedbergs gelebt haben.“ Er liest aus den Kirchenbüchern der damaligen Zeit die Namen derer vor, die 1775 verstorben sind – ein bewegender Moment.

Ein ganz besonderes Fest
Die Friedberger Zeit hat viele Facetten und bietet unzählige Möglichkeiten, in die Historie einzutauchen. Dahinter steht ein enormer Aufwand und viel Vorbereitung. Davon weiß auch Frank Büschel, organisatorischer Leiter der Friedberger Zeit, zu berichten. Auch wenn es das 13. Altstadtfest ist, sei es für ihn keine Routine. „Die Anspannung bleibt, aber sie löst sich mit dem Eröffnungstag“, erklärt er. Das Gelingen des Festes ist von vielen Faktoren abhängig, ganz wesentlich aber sind die zahlreichen Akteure und ehrenamtlich Engagierten, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten dafür einsetzen, anderen eine gute Friedberger Zeit zu ermöglichen. Auch das zeichnet dieses historische Altstadtfest aus, das ohne Zweifel etwas ganz Besonderes in der Region ist.

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Dagmar Weindl aus Friedberg

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