Der Wald hat Durst
Ein bisschen Wald - ein bisschen Nachdenken
- Der Wald hat Durst
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Wir wollten heute einfach mal raus. Frische Luft tanken, ein bisschen Wald, ein bisschen Abkühlung - der Wald wird schon abliefern ..war mein Gedanke.
Und tatsächlich. Unter den Bäumen war es angenehm kühl. Dazu dieser leicht moderige Duft vom Waldboden, den man eben nur im Wald findet. Eigentlich herrlich. Eigentlich. Denn so richtig unbeschwert konnte ich den Spaziergang nicht genießen. Der Wald sieht durstig aus. Sehr durstig. Viele Blätter liegen bereits am Boden, obwohl der Sommer noch längst nicht vorbei ist. Selbsterhaltungstrieb nennt man das wohl - wenn das Wasser fehlt, muss der Baum sparen, wo er kann.
Auch das angrenzende Maisfeld erzählt seine eigene Geschichte. Von sattem Grün ist nicht viel zu sehen - der Wassermangel ist nicht zu übersehen.
Und dann gibt es da noch den Menschen. Mitten in dieser trockenen Landschaft liegen Eispapier, Süßigkeitenverpackungen und sogar Plastikgeschirr. Dinge, die offenbar zu schwer waren, um sie wieder mit nach Hause zu nehmen.
Da frage ich mich schon manchmal - "wie wollen wir eigentlich das Klima retten, wenn der Mensch offenbar nicht zu retten ist?"
Und damit wir nicht zu pessimistisch werden, gibt es auf dem Weg zum Parkplatz noch eine ganz besondere Begleitung - Hundekotbeutel. Sie säumen den Weg fast wie kleine Wegweiser. Nicht unbedingt schön - aber immerhin haben sie etwas Gutes - man tritt wenigstens nicht hinein.
Also - Waldspaziergang mit frischer Luft, angenehmer Kühle und ein bisschen Waldboden-Duft. Dazu Nachdenkliches, Ärgerliches und sogar etwas zum Schmunzeln.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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