Gedanken zum Klima
Drei Vulkane - und plötzlich denke ich über CO² nach
- Der Teide - mit 7500 m Höhe über dem Meeresboden ist er dritthöchste Inselvulkan der Erde
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Drei Vulkane sind gerade in Indonesien ausgebrochen. Ich habe die Bilder gesehen und musste erst einmal schlucken. Diese gewaltigen Aschewolken, die Mengen an Gas, die da einfach in die Luft gehen. Menschen müssen sich in Sicherheit bringen und die Natur zeigt mal wieder, welche Kräfte sie hat.
Während einer Unterhaltung kam dann ganz spontan die Frage auf, wie viel CO2 bei so einem Vulkanausbruch eigentlich in die Atmosphäre kommt?
Keine Ahnung. Ich habe auch nicht vor, hier irgendwelche großen Zahlen zu nennen. Dafür kenne ich mich viel zu wenig damit aus. Und wahrscheinlich ist es bei einem aktuellen Vulkanausbruch sowieso nicht so einfach, sofort eine genaue Zahl zu haben.
Aber die Frage ist bei mir hängen geblieben. Denn wenn ich hier in Deutschland die Nachrichten verfolge, dann geht es gefühlt ständig um CO2. Weniger verbrauchen, Energie sparen, Häuser umbauen, andere Autos fahren und möglichst wenig CO2 ausstoßen. Dafür wird viel Geld ausgegeben und vieles davon kommt inzwischen auch ganz direkt bei uns Bürgern an - nicht unbedingt das Geld, versteht sich ;-) Das wird uns eher genommen. Beim Tanken, beim Heizen, beim Strom und an vielen anderen Stellen merken wir es inzwischen ganz direkt.
Und da frage ich mich - wie groß ist eigentlich unser Anteil an dem ganzen Geschehen?
Nicht falsch verstehen. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man Energie nicht sinnlos verschwendet und mit unserer Umwelt vernünftig umgeht. Das ist für mich eigentlich selbstverständlich. Aber manchmal frage ich mich eben auch, ob wir uns in Deutschland vielleicht sehr stark auf das konzentrieren, was wir selbst beeinflussen können, während gleichzeitig auf der ganzen Welt Dinge passieren, die wir überhaupt nicht beeinflussen können.
Vulkanausbrüche zum Beispiel. Oder Kriege.
Wenn irgendwo Krieg geführt wird, werden Unmengen an Treibstoff verbraucht. Panzer fahren, Flugzeuge fliegen, Raketen werden abgeschossen, Meere werden verdreckt, Gebäude brennen und später müssen ganze Städte wieder aufgebaut werden. Auch dabei entstehen Emissionen. Wie viel genau - wie will man das überhaupt messen?
Und da komme ich wieder zu meiner eigentlichen Frage. Wenn wir bei uns jede eingesparte Tonne CO2 betrachten und dafür sehr viel Geld ausgeben - schauen wir dann eigentlich auf das große Ganze?
Ich möchte damit überhaupt nicht sagen, dass wir nichts tun sollen. Und schon gar nicht möchte ich Krieg und Klimaschutz irgendwie gegeneinander aufrechnen. Das wäre meiner Meinung nach völlig daneben. Krieg ist zuerst einmal unermessliches menschliches Leid und gewaltige Zerstörung. Aber ich finde, man darf sich als ganz normaler Bürger doch einmal Gedanken machen. Wenn Deutschland viele Milliarden Euro für den Klimaschutz ausgibt, würde ich einfach gerne wissen, was davon tatsächlich am meisten bringt. Was kostet es, eine bestimmte Menge CO2 einzusparen? Gibt es Maßnahmen, die besonders viel bewirken? Und gibt es vielleicht Dinge, bei denen man mit demselben Geld deutlich mehr erreichen könnte?
Ich habe darauf keine fertige Antwort. Vielleicht ist genau das der Punkt - ich sehe die Bilder aus Indonesien, sehe die gewaltigen Kräfte der Natur und denke mir - Mensch, was für eine Welt.
Dann sehe ich Nachrichten über Kriege, Zerstörung und späteren Wiederaufbau und denke wieder an CO2.
Und gleichzeitig sitze ich hier und soll mir Gedanken darüber machen, ob ich vielleicht ein bisschen weniger verbrauche, weniger fahre oder irgendwo Energie einsparen kann. Das mache ich auch gerne, wenn es sinnvoll ist - so wie ich den Müll anderer Leute aufsammle, wenn auch ungerne, den sie gedankenlos auf den Boden werfen. Ob das nun die Welt rettet, weiß ich nicht. Aber ich mache es trotzdem.
Machen wir eigentlich wirklich das Richtige? Diese Frage geht mir immer wieder durch den Kopf. Und vor allem - machen wir es auch richtig? Ich weiß es nicht. Ich bin schließlich kein Wissenschaftler. Ich bin einfach jemand, der Nachrichten sieht, darüber nachdenkt und manchmal Fragen hat.
Und wer weiß - vielleicht darf man heutzutage ja sogar noch eine Frage stellen, ohne gleich eine fertige Meinung dazu liefern zu müssen.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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