Preiswert, bezahlbar und schick
C&A, Brenninkmeyer und ein paar alte Schlafanzüge
- „Meine C&A-Skyline aus gesammelten Etiketten - eine Erinnerung an früher.“
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Eine kleine Bochumer Zeitreise ~
Als ich von der Schließung von C&A in Bochum hörte, musste ich sofort an früher denken … bei mir fing das nämlich mit Brenninkmeyer an. In den 60er-Jahren war das für mich einfach der Laden, in dem meine Mutter meine Schwester und mich einkleidete. Kleider, Röcke, Pullover, Blusen - da kam schon einiges zusammen. Es sollte bezahlbar sein, ordentlich aussehen und ein bisschen schick durfte es natürlich auch sein.
Bei Brenninkmeyer bekam man etwas für sein schwer verdientes Geld. Für richtig „gute Hosen“ für Papa, wie man damals sagte, ging meine Mutter allerdings später zu Baltz. Das war dann wohl eher etwas für .. naja.. gehobenere Ansprüche. Überhaupt änderte sich manches, als meine Mutter selbst Geld verdiente. Sie arbeitete als „städtische Angestellte“ im Sport- und Bäderamt der Stadt Bochum und konnte sich dadurch sicher auch den einen oder anderen Wunsch mehr erfüllen. Und nach Dienstschluss ging es auch manchmal zu 'Mutter Wittig' - dort wartete richtig „gute Küche“ auf uns.
Für die normale Garderobe blieb Brenninkmeyer beziehungsweise später C&A aber eine gute Adresse. Da konnte eigentlich jeder einkaufen. Es war kein Geschäft, bei dem man sich überlegen musste, ob man dort überhaupt etwas finden würde. Preiswert, bezahlbar und trotzdem ordentlich - das passte einfach. Als ich später selbst dort einkaufte, mochte ich allerdings dieses halsnahe bei jedem Shirt nicht so besonders. Wenn mir etwas am Hals zu eng saß, war das schon mal ein Grund, es wieder zurückzuhängen. Am Körper dagegen war alles bestens - da wuchs die Konfektionsgröße irgendwie immer ganz körpergerecht mit .. und man war trotzdem schick. Man könnte auch sagen - die Mode hatte mich gut im Blick.
Irgendwann, nach Jahren, war C&A dann nicht mehr ganz so mein Ding, aber eine besondere Vorliebe ist geblieben - die Schlafanzüge. Ob lang oder kurz - ich mochte sie immer gern. Und jetzt kommt das Beste .. einige davon trage ich heute noch! Auch Nachthemden haben bei mir erstaunlich lange durchgehalten. Während andere Kleidungsstücke längst aus dem Schrank verschwunden sind, haben die Schlafsachen offenbar beschlossen, bei mir zu bleiben. Vielleicht liegt es daran, dass ein Schlafanzug keine großen Ansprüche stellt. Er muss bequem sein und gut is' - okay, schick darf er natürlich auch sein.
Und wo wir schon bei C&A sind - auch mein Mann hatte dort seine Favoriten. Angelo Litrico zum Beispiel - bei seiner damaligen Figur passte das einfach prima. Mein Mann war in jungen Jahren sehr schlank - deshalb war fast alles von Angelo Litrico in seinem Schrank. Und Westbury? Die Westbury-Unterwäsche war damals schon sein Favorit - die klemmte nicht so .. unter den Achseln.
Wenn ich heute an C&A denke, denke ich deshalb nicht nur an ein Geschäft. Ich denke an meine Mutter, an meine Schwester, an die 60er-Jahre und an unsere Einkaufswege von damals. Brenninkmeyer für die alltäglichen Sachen, Baltz für die „guten Hosen“ von Papa - und Mama .. sie war eher bescheiden. So einfach war das damals. Es waren andere Zeiten, aber manches ist geblieben. Auf jeden Fall die Erinnerungen an eine Zeit, in der Anziehsachen noch „aufgetragen“ wurden.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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