G e d i c h t
Gang im Schnee - Ernst Stadler (1883 - 1914 (gefallen))
- hochgeladen von Eugen Hermes
Nun rieseln weiße Flocken unsre Schritte ein.
Der Weidenstrich lässt fröstelnd letzte Farben sinken,
das Dunkel steigt vom Fluss, um den versprengte Lichter blinken,
mit Schnee und bleicher Stille weht die Nacht herein.
Nun ist in samtnen Teppichen das Land verhüllt
und unsre Worte tasten auf und schwanken nieder
wie junge Vögel mit verängstetem Gefieder –
Die Ebene ist grenzenlos mit Dämmerung gefüllt.
Um graue Wolkenbündel blüht ein schwacher Schein,
er leuchtet unserm Pfad in nachtverhängte Weite,
dein Schritt ist wie ein fremder Traum an meiner Seite –
Nun rieseln weiße Flocken unsre Sehnsucht ein.
Bürgerreporter:in:Eugen Hermes aus Bochum |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.