Tankrabatt
300 Menschen demonstrierten auf der B17 für autofreie Sonntage
- hochgeladen von Stefan Sohnle
Am Sonntagnachmittag hatten Verkehrswendeaktivist*innen zur Fahrraddemo unter dem Motto "9-Euro-Ticket, Tempolimit und autofreie Sonntage statt Tankrabatt" aufgerufen. 300 Menschen radelten gemeinsam über die B17 und forderten statt Subventionen für den motorisierten Individualverkehr mehr Förderung für den ÖPNV und Radverkehr – sowohl von der Bundespolitik als auch in Augsburg.
Trotz nass-kaltem Wetter versammelten sich 300 Menschen, um sich für eine nachhaltige Mobilitätswende einzusetzen.
Sie zeigten, wie die B17 und andere Straßen an autofreien Sonntagen als Ort für Begegnung und Erholung genutzt werden könnten, denn sie sehen autofreie Sonntage wie in den 70er Jahren auch heute als angemessene Reaktion auf die Ölpreiskrise.
Die Augsburger Stadtregierung hat selbst im Jahr 2009 beim Deutschen Städtetag eine Änderung der Straßenverkehrsordnung vorgeschlagen, um die Augsburger Umweltzone für Autos an einem Sonntag sperren zu dürfen. 65,3 % der Augsburger*innen begrüßten damals die Idee. [1; 2]. "Ein solcher autofreier Sonntag würde den Zugewinn an Lebensqualität durch die Verringerung des Autoverkehrs erlebbar machen", begründete Umweltreferent Thomas Schaller das Vorhaben. Leider blieb der Vorstoß erfolglos.
"Wir waren heute mit 300 Menschen mit dem Fahrrad in der Stadt und auf der B17 unterwegs, um zu zeigen, dass es auch etwas anderes geben kann als die fossile Auto-Normalität." erklären die Organisator*innen.
Dass gleichzeitig das Deutschlandticket ab 2027 um 6,03 % verteuert wird und ein Tankrabatt eingeführt wird, halten die Demonstrierenden für einen ungerechten und klimaschädlichen Fehlanreiz. Sie schlagen ein 9€-Ticket, ein Tempolimit und autofreie Sonntage als zielgerichtete Maßnahmen vor.
"Vom Tankrabatt profitieren vor allem reiche Menschen und fossile Konzerne, die die Klimakrise weiter anheizen, während viele Menschen sich Mobilität trotz Rabatt nicht leisten können und ärmere Menschen überdurchschnittlich unter der Klimakatastrohe leiden. Wir müssen endlich vom Auto unabhängig werden!", so die Forderungen.
Die Teilnehmenden kritisieren den Tankrabatt und die rückschrittliche Aufhebung des Verbrenner-Aus [3] als autofokussierte Politik der Bundesregierung.
Die Demonstrant*innen adressierten aber auch Augsburgs Stadtregierung, die durch bezahlbaren und besser ausgebauten ÖPNV sowie durch den besseren Ausbau von Radwegen die Abhängigkeit vom Auto verringern könnte, jedoch andere Prioritäten setzt. So erhöhen die Augsburger Stadtwerke im dritten Jahr in Folge die Preise. Mit zusammengerechnet 22,78 % Preissteigerung in drei Jahren wird kein Wechselanreiz geschaffen. [4]. Auch die Radverkehrsentwicklung wird beschnitten, das dafür reservierte Geld wird stattdessen in den 350 Meter langen Fuggerstraßenumbau investiert.
Quellen:
[1] [https://www.augsburg.de/fileadmin/user_upload/umwelt_soziales/umwelt/umweltschutz/klimaschutzberichte/download/klimaschutzbericht_2008_a.pdf?utm_source=chatgpt.com
[2] https://www.merkur.de/lokales/muenchen/augsburg-will-gesetzliche-grundlage-autofreien-sonntag-87699.html
[3] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/verbrenner-aus-paris-berlin-100.html
[4] https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-avv-fahrkartenpreise-steigen-um-3-4-prozent-1-115509631k
Bürgerreporter:in:Stefan Sohnle aus Augsburg |
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