Jahresrückblick und Vorschau Museum Friedberg
Immer wieder einen Besuch wert: Das Museum im Wittelsbacher Schloss Friedberg
- Teddy erobert Friedberg 2025
- Foto: Foto: Norbert Liesz
- hochgeladen von Dr. Alice Arnold-Becker
Erfolgreiches Jahr 2025
Auch 2025 erfreuten sich wieder zahlreiche Einheimische und Touristen aus dem In- und Ausland an der Sammlungspräsentation des Museums. „Was wir erleben und sehen konnten, hat uns überwältigt. Von Raum zu Raum wird man überrascht, wie liebevoll und ideenreich die Exponate dargeboten werden. Auch die kindgerechte Darstellung der Themen finden wir wunderschön!“. So oder so ähnlich begeistert lauten zahlreiche Einträge im Besucherbuch des Museums im Wittelsbacher Schloss Friedberg. Daneben genießen die Gäste besonders die angenehme Atmosphäre im Museumscafé mit seiner schönen Außenterrasse und dem im Sommer so herrlich blühenden Garten.
Zum Publikumsmagnet wurde 2025 zweifelsohne die Sonderausstellung „Teddy erobert Friedberg“. 8.200 Besucher strömten herbei, um die drolligen Teddybären einer umfangreichen Sammlung aus Dresdner Privatbesitz zu sehen, die vom 13. Dezember 2024 bis 17. März 2025 gezeigt wurden. Als besonders ansprechend empfanden die großen und kleinen Gäste die liebevoll gestalteten Szenen, darunter eine Teddy-Ritterburg oder ein Teddy-Piratenschiff. Auch die rund 100 Führungen und die insgesamt 54 Workshops und Angebote für Erwachsene und Kinder, die Museumspädagogin Mariella Hosp organisierte, wurden 2025 sehr gut angenommen, darunter Ferienprogramme, Mal-, Zeichen-, Bastel-, Kalligrafie- oder Schreibworkshops und das ‒ mittlerweile schon eine gute Tradition ‒ „Osterquiz durch das Museum“.
Sehr zahlreich kamen die Gäste zum „Friedberger Forum“, der Vortragsreihe des Museums. Professor Dr. Martin Ott, Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth, sprach anlässlich des 150. Jubiläums über „Friedberg und die Eisenbahn“ und die damit einhergehende Entwicklung der Verkehrsgeografie Friedbergs im 19. und 20. Jahrhundert: Am 15. Mai 1875 hatte erstmals in den frühen Morgenstunden ein Zug am neu errichteten Friedberger Bahnhof gehalten, der von einer wartenden Menge begeistert begrüßt wurde. Dieses Ereignis markierte die Eröffnung der Paartalbahn auf der Strecke Augsburg ‒ Friedberg ‒ Ingolstadt. Im Vorfeld der Projektierungen von den Friedbergern noch ungeliebt, entwickelte sich die Bahn relativ schnell von einem zunächst für Fracht- und Ausflugsverkehr genutztem zu einem bis heute für Berufspendler ganz entscheidenden Verkehrsmittel.
Aus der Museumssammlung
Seit Juli 2025 bereichert eine überaus repräsentative Bodenstanduhr des Friedberger Uhrmachers Benedikt Fürstenfelder (1680–1754) die Sammlung. Sie entstand um 1720 und fällt schon alleine durch ihre Höhe von fast 2,50 Meter ins Auge. Die Uhr wurde dem Museum von dem privaten Uhrensammler Volker Welsch vermacht.
Auch hinter den Kulissen gab es für das Museumsteam 2025 einiges zu tun; so lag das Augenmerk von Kustos Jörg Adam auf der äußerst umfangreichen Inventarisation der Funde aus der Bahnhofstraße. Insgesamt wurden 36 Kisten mit archäologischen Funden, die beim Ausbau der Bahnhofstraße zu Tage getreten sind, gesichtet, geordnet und inventarisiert.
Ein wundersamer Märchenweg noch bis 25. Januar 2026
Zum Jahresende läutet das Museum eine zauberhafte Advents- und Weihnachtszeit für Familien ein. Erstmals können kleine und große Besucher vom 25. November 2025 bis 25. Januar 2026 im Museum Märchenelemente entdecken und zusammen rätseln, welches Märchen Töpfe überquellen lässt, von einem Goldesel erzählt oder eine Prinzessin in einen 100-jährigen Schlaf versetzt. Parallel dazu wird die prachtvolle, vielfigurige „Fingerle-Krippe“ aus dem 18./19. Jahrhundert zu sehen sein.
Ausblick auf Ornamentales und 140 Jahre Museum
Vom 24. Januar bis 26. April 2026 können die Besucher in der neuen Sonderausstellung „ORNAMENTAL! Die Kunst von Thomas Weil“ in die Welt des Ornaments eintauchen. Die Schau gibt einen Überblick über das vielfältige und faszinierende Schaffen des Friedberger Künstlers und Architekten Thomas Weil, der sich seit sechs Jahrzehnten intensiv mit dem Ornament in Architektur, Kunst und Design befasst. In einer eindrucksvollen Installation des Augsburger Labors für Medienkunst, LAB BINÆR, werden darüber hinaus Weils Kunstwerke erstmals in animierter Form projiziert und scheinbar endlos vervielfältigt gezeigt. Auch sind für die Schau zwei neue Ornamentteppiche entstanden. Die Besucher erwartet ein spannendes und vielfältiges Rahmenprogramm. Nähere Informationen dazu unter www.museum-friedberg.de
Ein fröhliches „Happy Birthday!“ möge schließlich am Sonntag, den 10. Mai 2026 erschallen, denn dann feiert das Friedberger Museum sein 140-jähriges Bestehen! Die Sammlung mit ihren fantastischen Friedberger Uhren zählt damit zu den frühen Museumsgründungen in Bayern; rund 90 % der heute existierenden bayerischen Museen sind jünger. Das Geburtstagsfest fällt mit dem Muttertag zusammen. Geboten sind u. a. freier Eintritt, Kurzführungen, ein offenes Atelier für Kinder, Depot- und Turmbesichtigungen.
Dr. Alice Arnold-Becker
Bürgerreporter:in:Dr. Alice Arnold-Becker aus Friedberg |
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