Übergangsstandort eröffnet
Neues Kapitel für Friedbergs Bücherei
- Gäste aus Kirche, Stadt und Ehrenamt - und selbstverständlich rund um die Bücherei kamen zur Eröffnung.
- Foto: Dr. Kristina Roth
- hochgeladen von Kath. Stadtpfarrei St. Jakob
Die Friedberger Stadtbücherei St. Jakob hat für die Zeit des Umbaus und der Modernisierung ihre Räume am St.-Jakobs-Platz geräumt und ein Übergangsquartier im Finanz- und Gesundheitszentrum bezogen. Jetzt wurde der neue Standort feierlich eröffnet und die Räume gesegnet.
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Ein neuer Ort für die Bücher – und für die Menschen
Es ist neun Uhr am Sonntagmorgen, 12. Oktober, als sich die Türen am Sparkassenplatz 1 öffnen. Dort, wo früher die Gastronomie des Finanz- und Gesundheitszentrums war, stehen jetzt Bücherregale. Kinder laufen los, erkunden die neuen Räume, schmökern in Bilderbüchern – und finden ihre Lieblingsgeschichten sofort wieder. Die Stadtbücherei St. Jakob hat ihren neuen Übergangsstandort im Gebäude der Stadtsparkasse Augsburg eröffnet – und schon am ersten Tag war der Andrang groß.
Übergangsquartier mit Zukunftsblick
Mindestens ein halbes Jahr lang wird die traditionsreiche Friedberger Bücherei hier ihr Zuhause haben, während die Räume am St.-Jakobs-Platz grundlegend saniert und modernisiert werden. Der Umzug war eine logistische Meisterleistung: Tausende Bücher wurden sortiert, verpackt, transportiert und in den neuen Regalen wieder einsortiert. Regale wurden abgebaut, neu aufgebaut, Regalböden beschriftet – hier wurde Hand in Hand gearbeitet. Das ehrenamtliche Büchereiteam und das Team des Städtischen Baubetriebshofs leisteten einen erstklassigen Job.
„Bewegung ist Leben – auch für eine Bücherei“
„Wir sind sehr froh, dass wir diesen Ort haben können“, sagte Stadtpfarrer Pater Steffen Brühl SAC bei der Segensfeier zur Eröffnung. „Viele haben mitgeholfen, damit wir diese Zwischenzeit gut gestalten können. Denn Stillstand ist keine Option – Bewegung ist Leben, auch für eine Bücherei. Von Anfang an war klar: Der Büchereibetrieb soll weitergehen, während wir am St.-Jakobs-Platz gemeinsam an der Zukunft bauen.“
Pater Brühl dankte allen, die an der Umsetzung beteiligt waren: Erster Bürgermeister Roland Eichmann, der beim „Brückenbauen zur Sparkasse hin“ geholfen habe und als Zuschussgeber den Umbau der Stadtbücherei überhaupt erst ermögliche, Sandra Peetz-Rauch, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Augsburg, für die partnerschaftliche Unterstützung, sowie dem Team des städtischen Bauhofs um Willi Ehrhard. Ebenso galt sein Dank der Kirchenverwaltung und dem hoch engagierten Büchereiteam mit den Leiterinnen Eva Michl und Angela Baier, das den Übergang „mit Herz, Geduld und Organisationstalent“ gemeistert habe.
Gäste aus Kirche, Stadt und Ehrenamt
Nach dem feierlichen Segen folgte eine Feststunde mit geladenen Gästen aus Kirche, Stadt und Ehrenamt: Neben Bürgermeister Eichmann und seinem Stellvertreter Richard Scharold nahmen stellvertretend für den Stadtrat auch die Kulturpflegerinnen Ulrike Sasse-Feile und Petra Gerber teil. Ebenfalls dabei waren Kirchenpfleger Michael Gram und sein Vorgänger Peter Wenderlein, in dessen Amtszeit die Planungen und Vertragsverhandlungen fielen, außerdem Verwaltungsleiterin Sabine Tyroller sowie Architektin Sabine Pfister vom Planungsbüro 678. Besonders herzlich begrüßte Pater Brühl den Leiter der Abteilung Schule und Vergabewesen im Friedberger Rathaus, Korbinian Vachal, der die Bücherei seit Jahren begleitet und – wie P. Brühl sagte – „die Konstante in einer Gleichung ist, die so viele Variablen und Unbekannte hat, dass man leicht den Überblick verlieren könnte – nicht so Herr Vachal, das ist bewundernswert“.
Eine Geschichte seit 1916
In seiner Ansprache blickte Pater Brühl auf die lange Geschichte der Bücherei zurück: Seit 1916 bestehe sie – „durch zwei Weltkriege hindurch, aufgebaut und geführt von Ehrenamtlichen“. Die anstehende Sanierung solle nicht nur das Haus verschönern, sondern es zukunftsfähig machen: heller, barrierefrei und offen für alle Generationen. „Die Bücherei soll ein Ort der Begegnung, Bildung und der Diskussion bleiben – mitten in Friedberg.“
100.000 gute Gründe zum Lesen
Im Anschluss gratulierte Friedbergs Erster Bürgermeister Roland Eichmann, wies auf die hervorragende Zusammenarbeit von Stadt und Pfarrei hin und lobte das ehrenamtliche Engagement: „Das ist das, was die Stadtbücherei St. Jakob so besonders macht: das überwältigende ehrenamtliche Engagement – und so erfolgreich mit über 100.000 Ausleihen im Jahr.“
So sieht die neue Bücherei aus
Architektin Sabine Pfister stellte anschließend die Pläne für den Umbau vor. Geplant ist ein neuer, stufenloser Eingang am St.-Jakobs-Platz, der künftig Bücherei, Pfarrzentrum und Divano verbindet. Durch helle Räume, niedrigere, mobile Regale, Ruhezonen und Arbeitsplätze für Schüler entsteht „eine Bücherei, die sich flexibel an die Bedürfnisse der Menschen anpassen kann“.
Auch die Verbindung mit dem benachbarten Divano soll gestärkt werden. Entstehen wird ein neues Begegnungszentrum, das eine klare soziale Ausrichtung hat und das Miteinander in der Stadt fördern will. Pfister sprach von einem „Ort des Dialogs“, an dem Literatur, Bildung und Gemeinschaft ineinandergreifen. Trennwände sollen durch Glas ersetzt werden, um Transparenz und Offenheit zu betonen; ein großes Fenster schafft eine Öffnung zur Stadt hin, der neue Eingang symbolisiert das integrative Selbstverständnis der Einrichtung.
Partnerschaft, die trägt
Pater Brühl nutzte die Gelegenheit, um auch auf die Herausforderungen hinzuweisen: „Dass wir das Projekt ohne einen Zuschuss der Diözese stemmen müssen, ist eine große Aufgabe. Aber wir bleiben zuversichtlich.“ Auch er lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Friedberg: „Eine Partnerschaft, auf die Verlass ist – mit einem Partner, der die gleiche Überzeugung gegenüber dem Kulturgut Buch teilt und sich starkmacht für gesellschaftliche Teilhabe.“
Die Pläne für die neue Bücherei sehen außerdem eine nachhaltige Bauweise, moderne Technik und flexible Medienzonen vor. Damit will man auf die Veränderungen des Leseverhaltens reagieren und zugleich das Kulturgut Buch bewahren. „Selbst wenn Büchereien eines Tages anders aussehen“, so Pater Brühl, „wird es Orte wie die neue Stadtbücherei St. Jakob brauchen – wo Menschen lesen, reden, lernen und sich real begegnen.“
Dank und Ausblick
Zum Abschluss der Feststunde dankte Büchereileiterin Eva Michl im Namen des gesamten Teams allen Beteiligten für die großartige Unterstützung während der Umzugszeit – von der Stadtverwaltung und dem Bauhof über die Kirchenverwaltung bis zu den vielen Ehrenamtlichen, „die Kisten geschleppt, Regale aufgebaut und Bücher liebevoll wieder eingeräumt haben“. Ihr Dank verband sie mit einem hoffnungsvollen Ausblick: „Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher – und darüber, dass wir auch während des Umbaus weitermachen können.“
Ein Segen für Friedberg
Mit einem Buffet, vielen Gesprächen und sichtlicher Freude endete die Eröffnung des neuen Quartiers. Das große Segensgebet, das Pater Brühl zur Segnung sprach, fasste das Anliegen des Tages gut zusammen:
„Guter Gott, lass in diesen Regalen mehr wachsen als die Zahl der Bücher – lass hier Freundschaft miteinander entstehen, Verständnis füreinander und Gemeinschaft untereinander, die sich auswirkt auf unsere Stadt.“
Wer an diesem Sonntag dabei war, spürte: Die Stadtbücherei St. Jakob ist mehr als irgendein Ort mit Büchern – sie ist in Friedberg eine Herzensangelegenheit.
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Neue Adresse und Öffnungszeiten:
Der Übergangsstandort der Stadtbücherei St. Jakob ist in Friedberg am Sparkassenplatz 1, im Finanz- und Gesundheitszentrum, gegenüber vom Krankenhaus-Haupteingang.
Öffnungszeiten:
So 9–12 Uhr | Di 16:30–19 Uhr | Mi 13–17 Uhr | Do 14–17 Uhr | Fr 10–12 Uhr
Bürgerreporter:in:Kath. Stadtpfarrei St. Jakob aus Friedberg |
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