Erntedank in Herbertshofen
Mit Feldfrüchten und Erntekrone den Herbst feiern
- In der Meitinger Pfarrkirche St. Wolfgang ziert eine prächtige Erntekrone aus Feldfrüchten, Obst und Gemüse den Altarvorraum.
- Foto: Peter Heider
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Von Peter Heider
Wenn der Altar in der Kirche kunstvoll mit Obst, Gemüse, Getreide, Kürbissen oder Brot geschmückt wird, die Gärten ein farbiges Kleid anlegen und die Wälder sich wie ein Malkasten in der Herbstsonne spiegeln, dann ist es wieder so weit. Auch im Hofgarten der Herbertshofner Landwirtsfamilie Deisenhofer zieht die dritte Jahreszeit ihre Linien und zeigt sich von ihrer besten farbenprächtigen Seite. Woher kommt der Brauch eigentlich und wie alt ist er? Beim Datum für Erntedank gibt es innerhalb von Deutschland Unterschiede, in der Regel wird das Erntedankfest aber am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.
Geschichte und Bedeutung: Was hat es mit Erntedank auf sich?
Wie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege erklärt, gab es bei der Entstehung des Brauchs zwei Aspekte: einen weltlichen und einen religiösen. Früher sei die Ernte der landwirtschaftlichen Produkte für die Menschen noch viel wichtiger gewesen, als es heute gemeinhin der Fall ist. Deswegen hätten die Menschen schon immer ihren Göttern für die Ernte gedankt. „Die Existenz, das Leben der Leute, hing unmittelbar davon ab, ob die Ernte gut oder schlecht ausfiel“, erklärt Marlies Deisenhofer. „Sie war die Grundlage für das Überleben im Winter. Darum wurde gefeiert, wenn sie letztlich eingebracht war.“ „In allen Bereichen, sowohl religiös als auch weltlich, sind die Ursprünge heute längst nicht mehr so präsent wie früher“, heißt es vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Das sei eine allgemein zu beobachtende Entwicklung – auch bei Weihnachten oder Ostern rücke der religiöse Zusammenhang immer weiter in den Hintergrund, die Bräuche würden zunehmend zu verweltlichten Konsumfesten.
Prächtiger Erntedankschmuck in Hofgärten und Gotteshäusern
Das Erntedankfest im Christentum wird im Herbst jedes Jahres gefeiert. Der Anlass ist, Gott für die Ernte und die Gaben der Natur zu danken und die Verbindung zwischen Mensch und Schöpfung zu würdigen. „Es gibt viele Gründe, dankbar zu sein. Es ist ein Fest der Dankbarkeit für das tägliche Brot. Es erinnert daran, dass die Nahrungsmittelproduktion von der Natur abhängt, schafft schöne Momente und ruft liebe Menschen in Erinnerung“, schmunzelt die ehemalige Herbertshofener Ortsbäuerin Marlies Deisenhofer. Darüber hinaus soll das Fest aber auch die Bedeutung des Teilens hervorheben und an die Ernährungssituation in armen Ländern erinnern. Der Hauptgrund jedoch ist, Gott für die gute Ernte zu danken, besonders nachdem die Nahrungsmittel im Herbst geerntet wurden. Im Hofgarten auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Deisenhofer im Meitinger Ortsteil Herbertshofen wird jedes Jahr ein prächtiger Erntedankschmuck aufgebaut. „Die Ernteprodukte sollen daran erinnern, dass der Mensch von der Natur und ihren Ressourcen abhängig ist, und nicht umgekehrt“, schildert die ehemalige Herbertshofner Ortsbäuerin. Obwohl viele Lebensmittel global verfügbar sind, soll das Fest die Bedeutung der Nahrungsmittelgewinnung verdeutlichen und Kinder daran erinnern, dass Obst und Gemüse angebaut werden müssen.
Bräuche und Rituale
Viele Kirchengemeinden, auch in Meitingen, feiern das Erntedankfest im Oktober mit einem Gottesdienst, bei dem die Altarräume sich festlich mit Obst, Gemüse und Feldfrüchten präsentieren. Oft wird eine Erntedankkrone aus geflochtenen Ähren gebunden, die den Dank für das tägliche Brot symbolisieren soll. Im Sinne des Teilens wird oft auch an bedürftige Menschen gedacht, wodurch der Gedanke des Dankens und Teilens verbunden wird. Den Hofgarten der Landwirtsfamilie Deisenhofer hat Marlies Deisenhofer zu einem wahren herbstlichen Schmuckkästchen umgestaltet, das gerne zum Verweilen und Betrachten einlädt.
myheimat-Team:Laura Stoertzer |
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