Brandmauer - Kurswechsel
Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig hat die SPD aufgefordert, ihren Umgang mit der AfD neu zu überdenken. Nach seiner Einschätzung verliere die Partei zunehmend frühere Stammwähler an die AfD, weil sich viele Menschen politisch nicht mehr vertreten fühlten. Albig sprach sich dafür aus, künftig flexibler mit parlamentarischen Mehrheiten umzugehen. Minderheitsregierungen könnten sich seiner Meinung nach je nach Thema Unterstützung im Landtag suchen, auch wenn Entscheidungen dabei indirekt mit Stimmen der AfD ermöglicht würden. Als Beispiel verwies er auf politische Modelle in Dänemark, wo sozialdemokratische Parteien pragmatischer agierten. Zugleich kritisierte Albig breite Bündnisse mit mehreren Parteien. Solche Koalitionen wirkten auf viele Bürger beliebig und führten zunehmend zu Frust über die Politik. Eine sachbezogene Zusammenarbeit bedeute aus seiner Sicht jedoch nicht automatisch eine ideologische Nähe zur AfD. Mit Blick auf die hohen Umfragewerte der Partei warnte Albig davor, einen großen Teil der Wähler dauerhaft auszublenden. Die SPD müsse verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie langfristig politisch relevant bleiben wolle.
https://www.n-tv.de/politik/Ex-SPD-Regierungschef-empfiehlt-SPD-Zusammenarbeit-mit-AfD-id30851757.html

Bürgerreporter:in:

H.-H. B. aus Essen

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