Unterwegs
Xanten
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Xanten ist die angebliche Heimat eines Drachentöters
Im Nibelungenlied ist Xanten die Heimat von Siegfried, dem berühmten Drachentöter. Das Problem: Historisch lässt sich ein „Siegfried von Xanten“ natürlich nicht nachweisen. Trotzdem wurde die Verbindung im Laufe der Zeit so stark, dass die Stadt ihr geradezu eine eigene kleine Mythologie gewidmet hat.
Eine Mühle heißt nach Kriemhild und war ursprünglich gar keine Mühle
Die Kriemhildmühle sieht heute aus wie eine ganz normale historische Windmühle. Tatsächlich war sie ursprünglich ein Wehr- und Wachturm der Xantener Stadtbefestigung. Erst 1804 wurde der Turm in eine Windmühle umgebaut. Noch kurioser: Zwischendurch diente der Turm unter anderem als Unterkunft für Nachtwächter und sogar als Gartenhaus. Seit 1992 wird dort wieder Getreide gemahlen und Brot gebacken. Und natürlich heißt sie nicht etwa „Müller-Mühle“, sondern nach Kriemhild aus dem Nibelungenlied.
Xanten hat sogar eine „Siegfriedstadt“-Identität
Im 19. Jahrhundert wurde Xanten zunehmend touristisch mit Siegfried und den Nibelungen verbunden. Man suchte sogar nach Überresten einer angeblichen Königsburg Siegfrieds, allerdings erfolglos. Trotzdem hinterließ die Suche deutliche Spuren im Stadtbild. Das ist vielleicht das Kurioseste an Xanten überhaupt, eine Stadt vermarktet eine sagenhafte Figur, deren historischer Nachweis fehlt und baut daraus trotzdem eine ziemlich überzeugende Identität.
Und dann gibt es noch die Römer mit ihrem erstaunlich modernen Freizeitprogramm
Im Archäologischen Park kann man nachvollziehen, dass die Bewohner der römischen Stadt nicht nur arbeiteten und beteten: Es gab Thermen, Theater-/Arena-Unterhaltung, Handwerk, Handel und öffentliche Gebäude. Der Park versucht sogar, den Alltag der Menschen anhand rekonstruierter Gebäude wieder erlebbar zu machen.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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