über die Krusá
Die kleine Brücke
- hochgeladen von Evelyn Werner
Sie ist eigentlich eine ganz gewöhnliche Holzbrücke. Dazu ist sie noch nicht einmal groß. Und wie wohl die meisten Brücken führt sie über ein Gewässer. Warum also sich dafür interessieren?
Nur, weil das Wasser unter ihr auf der einen Seite fast ins offene Meer der Ostsee fließt?
Gibt es irgendwas, das sie von anderen Holzbrücken unterscheidet, die vielleicht gerade einmal 10 m geschätzt lang sind?
Na.ja. Da ist mitten auf der Brücke so ein weiß angestrichener Pfeiler. Und vor der Brücke auf jeder Seite steht ein kleines Backsteinhäuschen. Niemand drin. Auch sonst keine Menschenseele zu sehen.
Geschieht Besonderes, wenn man drüber geht? Nein. Es verändert sich nichts – außer der Sichtweise.
Aber, wenn man über die Brücke geht, kann man lesen, was auf dem weißen Pfeiler steht:
Grenze.
Wie Grenze?
Was sagt die KI dazu? Oh, das Smartphone meldet, dass es nun in Dänemark eingeloggt ist.
Und es meldet: Es ist tatsächlich ein Grenzübergang, der Grenzübergang Schusterkarte. Und er ist tatsächlich besonders: Er soll einer der kleinsten Grenzübergänge Europas und seine Brücke die einzige, die Dänemark und Deutschland verbindet, sein.
Und hier ist Schengen noch wirksam! Keine Grenzkontrolle! Wäre auch schiefgegangen, denn einen Ausweis in der Badehose – wer hat das schon? Schnell zurück auf „die andere Seite“.
Später lesen wir weiter:
"Im Kollunder Wald gelangt man bald auf den Gendarmenweg (Gendarmstien), welcher von 1920 bis 1958 den Grenzbeamten als Patrouillenweg diente und entlang des Nordufers der Flensburger Förde bis nach Hørup Hav, östlich von Sonderburg auf der Insel Als führt. Er dient heute mit seinen 74 Kilometern Länge als einer der schönsten Wanderwege Dänemarks, welcher für Ambitionierte auch durchaus mit dem Fahrrad zu bewältigen ist."
Ohne Ausweis und in Badehose lassen wir das lieber
Bürgerreporter:in:Evelyn Werner aus Seelze |
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