Wie ein Strandabschnitt zu einem Lebensabschnitt wird
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Es gibt Orte, die wir besuchen - und solche, die uns in Erinnerung bleiben. Manchmal ist es nur ein unscheinbarer Abschnitt am Strand, ein paar Meter Sand zwischen Dünen und Wasser. Manchmal ist es aber auch mehr als das.
Vielleicht war es der erste Urlaub, das erste tiefe Durchatmen nach einer physischen oder psychischen Anstrengung. Man erinnert sich an den wundervollen Moment, in dem man einfach nur dasitzen konnte, ohne auch nur irgendetwas zu müssen. Das Rauschen der Wellen, der Wind, der die Gedanken ordnet - und dieses Gefühl, dass die Zeit für einen Augenblick langsamer läuft.
Was man anfangs nur als einen geografischen Punkt auf der Karte wahrgenommen hat, wird nach und nach zu einem inneren Ort. Die einen finden ihre Ruhe am Nord- oder Südpol ... ich habe meinen Ruhepol ganz woanders gefunden. Man erinnert sich nicht mehr nur an den Strand, sondern an Gespräche, an Stille, an Entscheidungen, die dort gereift sind. An das, was man war - und vielleicht auch an das, was man geworden ist.
So wird aus einem Strandabschnitt ein Lebensabschnitt. Nicht, weil sich der Ort verändert hat, sondern weil wir es getan haben.
Und manchmal reicht schon die Erinnerung daran, um ein kleines Stück dieses Gefühls wiederzufinden.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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