Schwäbischer Literaturpreis
Fee Katrin Kanzler gewinnt Literaturpreis

Die Gewinnerin des Schwäbischen Literaturpreises 2026: Fee Katrin Kanzler. | Foto: Thomas B. Jones
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  • Die Gewinnerin des Schwäbischen Literaturpreises 2026: Fee Katrin Kanzler.
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Am gestrigen Dienstag, den 20. Oktober, fand die Preisverleihung des Schwäbischen Literaturpreises zum diesjährigen Motto „Ins Ohr“ statt. Im Augsburger martini-Park freuten sich Fee Katrin Kanzzler aus Langenau, Klaus Tigges aus Immenstaad und Silvia Berger aus München über die ersten drei Preise. Die beiden Preisträgerinnen werden am 25. November im Sensemble-Theater aus ihren Texten lesen.

Drei Hauptgewinne und einen Sonderpreis für junge Autorinnen und Autoren vergab der Bezirk Schwaben am Dienstag im Augsburger martini-Park und feierte damit die hiesige Literaturszene. Wibke Reimer, Abteilungsleiterin für Kultur beim Bezirk, widmete den Abend und die Preisverleihung allen Schreibenden in Schwaben: „Der Literaturpreis des Bezirks Schwaben zeigt, wie vielfältig und lebendig das literarische Schaffen in und aus unserer Region ist.“ Sie betonte: „Die Literatur verbindet Menschen miteinander und ist ein wichtiger Grund, warum wir als Bezirk die Literatur in Schwaben und ihre Autorinnen und Autoren fördern.“

Drei Preisträgerinnen und ein Preisträger

Den ersten Platz belegte Fee Katrin Kanzler aus Langenau mit ihrem Text „Use it“. Sie gewann ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. Fee Katrin Kanzler setzte sich gegen 188 Mitbewerberinnen und -bewerber durch. Ihr Text handelt von einer jungen Künstlerin, die in ihrem ungeliebten Zweit-Job als Lehrerin überfordert ist. Besonders die Art, wie die Autorin den Wahnsinn im Schulalltag beschreibt, macht den Text einzigartig. Man hört die laute Klasse, sie malt ein „Wimmelbild“, aus dessen „(…) Flut aus Menschen und Eindrücken, eine Verbindung entsteht.“, so Dr. phil. Julian Werlitz von der Universität Augsburg, Laudator und Jury-Mitglied. Am Ende steht die Erkenntnis, dass sie als Lehrkraft nicht so viel von der Künstlerin trennt.

Geboren 1981 in Ulm, studierte Fee Katrin Kanzler zunächst Philosophie und Anglistik in Tübingen und Stockholm. Ihr Debütroman »Die Schüchternheit der Pflaume« war für den aspekte-Literaturpreis des ZDF nominiert. Ihr zweiter Roman »Sterben lernen« erschien in der Frankfurter Verlagsanstalt, der Erzählungsband »Ameisenschnee« im danube books Verlag.

Klaus Tigges aus Immenstaad belegte den zweiten Platz mit dem Text „Das Ohr der Stadt“ (2.000 Euro Preisgeld). Der ehemalige Raumfahrtingenieur, Jahrgang 1952, begann erst nach seiner Pensionierung vor zwei Jahren mit dem Schreiben. Sein Text handelt von einer Reinigungskraft, welche die Lesenden an ihrem tagtäglichen Arbeitsleben teilhaben lässt.

Still und leise putzt sie im Hintergrund, aber vor allem „beim lauten Lesen“, so Laudator Sebastian Seidel vom Sensemble-Theater Augsburg, und „beim Hören der Geschichte“ offenbart der Text seine eigentliche Qualität, seinen Rhythmus (…). Die gesprochenen Worte und gesetzten Pausen entzünden die Fantasie, alles mit eigenen Augen zu sehen, zu erleben und Teil des Geschehens zu werden.“ Klaus Tigges ist seit 2025 Mitglied der literarischen Vereinigung Signatur e. V. und nimmt regelmäßig an Lesungen teil.

Platz drei ging an Silvia Berger, Jahrgang 1958, für „Auf der Liege“ (1.500 Euro Preisgeld). Die Autorin prägte ein längerer Aufenthalt in Indien, sie studierte Freie Malerei und Christliche Kunst in München sowie im Zweitstudium Evangelische Theologie. Sie hat Fachliteratur und fiktive Texte über Kunst und Religion veröffentlicht. Im Zentrum ihres nun ausgezeichneten Textes stehen die Ich-Erzählerin, die jede Woche erneut zur Psychotherapie geht, und ihre Psychotherapeutin, die zunehmend dement wird. Die Jury sieht in dem Text, in dem ein „Schattenohr“ die Worte der Ich-Erzählerin verschluckt, eine „besonders unkonventionelle Herangehensweise“ an das Ausschreibungsmotto „Ins Ohr“, so Theresia Dingelmaier von der Universität Augsburg.

Den Sonderpreis für junge Autorinnen und Autoren bekam Lisa Haberbosch, geboren 2004, mit der Kurzgeschichte „Zehn Reihen“ (600 Euro). In ihrem Text wird, Reihe für Reihe, ein Topflappen gehäkelt. Das Spektakuläre an dem Text ist die Sprache, so Bettina Bannasch, Professorin an der Universität Augsburg. In ihrer Laudatio heißt es: „Aus der Genauigkeit, mit der alltägliche Szenen (…) geschildert und in einem anderen Licht gesehen werden, speist sich die Schönheit und der Zauber dieses Textes, sein eigener poetischer Ton.“
Lisa Haberbosch studiert nach einem freiwilligen sozialen Jahr in Rumänien inzwischen Medizin.

Lesung im Sensemble-Theater am 25. November

Wer die Siegertexte zum Kulturjahresmotto „Sound of Schwaben“ noch selbst hören will, hat am Mittwoch, den 25. November, bei der Lesung im Sensemble-Theater noch einmal die Gelegenheit dazu. Eine Auswahl der besten Texte aus allen 189 eingereichten Einsendungen hat die Bezirksheimatpflege außerdem in einer Anthologie veröffentlicht. Diese ist im Buchhandel unter der ISBN 978-3-87437-663-1 erhältlich.

Der Preis

Der Bezirk Schwaben fördert mit seinem Literaturpreis bereits seit 2005 Literatur in und aus Schwaben. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren, die ihre Wurzeln im schwäbisch-alemannischen Kulturraum oder ihren Lebensmittelpunkt in Schwaben haben. 2026 stand der Literaturpreis unter dem Motto „Ins Ohr“.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr zusammen aus Prof. Dr. Bettina Bannasch (Universität Augsburg), Dr. Theresia Dingelmaier (Universität Augsburg), Johanna Hofbauer (Bezirksrätin und Kabarettistin), Dr. Ulrike Längle, (Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin), Christoph Lang (Bezirksheimatpfleger), Edgar Rölz, (Bezirksrat und Kulturbeauftragter des Bezirks Schwaben), Christine Rietzler (Bezirksrätin), Dr. Sebastian Seidel (Sensemble-Theater Augsburg), Willibald Spatz (freier Autor) und Dr. Julian Werlitz (Universität Augsburg).

(Text: Bezirk Schwaben)

Die Gewinnerin des Schwäbischen Literaturpreises 2026: Fee Katrin Kanzler. | Foto: Thomas B. Jones
: Barbara Berger gewann den 2. Platz des Schwäbischen Literaturpreises 2026. | Foto: privat
Erhielt den dritten Platz des Schwäbischen Literaturpreises 2026: Klaus Tigges. | Foto: privat
Die Gewinnerin des Sonderpreises für junge Autorinnen und Autoren beim diesjährigen Schwäbischen Literaturpreis: Die 22-jährige Lisa Haberbosch. | Foto: privat
Die strahlenden Gewinnerinnen und Gewinner (sitzend: Klaus Tigges, Fee Katrin Kanzler und ganz rechts: Silvia Berger, zusammen mit ihren Laudatoren (hinten stehend: Sebastian Seidel vom Sensemble-Theater, Dr. phil. Julian Werlitz, Prof. Dr. Bettina Bannasch und Theresia Dingelmaier von der Uni Augsburg). In der Mitte sitzend: Bezirksheimatpfleger Christoph Lang.  | Foto: Andreas Lode
: Lebhaft im Gespräch: Die erste Preisträgerin des diesjährigen Schwäbischen Literaturpreises: Fee Katrin Kanzler. | Foto: Andreas Lode
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