SpaceClub Ried zeigt Jugendlichen Sterne, Galaxien und das All
- hochgeladen von Paul Graf
Ried – Eine laue Nacht, klare Sicht und leuchtende Augen: Die erste Beobachtungsnacht des neuen SpaceClubs der Kreativwerkstatt Ried war für die Jugendlichen ein voller Erfolg. Gemeinsam erkundeten sie den Nachthimmel – und hielten ihn mit modernster Technik in eigenen Bildern fest.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so einfach eine Galaxie fotografiere!“, sagt Mika (11), einer der begeisterten Teilnehmer. Möglich wurde dieser besondere Moment durch fünf smarte Teleskope, die die Kreativwerkstatt dank der Unterstützung des Wittelsbacher Land e.V. und des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus anschaffen konnte.
„Die Geräte richten sich nach der Auswahl des Objekts durch die Jugendlichen in der App automatisch aus: Über die App wählen sie Galaxien, Nebel, Sternhaufen, Planeten oder andere besondere Himmelsobjekte aus. Das Teleskop stellt sich darauf ein und optimiert die Einstellungen. Anschließend „stackt“ es die Aufnahmen – dabei werden die Bilddaten digital übereinandergelegt und miteinander verrechnet. So entstehen umso detailreichere Fotos, je länger die Objekte abgelichtet werden“, erklärt Paul Graf von der Kreativwerkstatt.
Ein großer Vorteil: Die Jugendlichen können ihre Aufnahmen direkt live auf einem Tablet oder Smartphone sehen – und so Details erkennen, die bei der rein visuellen Beobachtung oft verborgen bleiben.
Wichtig war bei der ersten Beobachtungsnacht, dass alle Jugendlichen ein Erfolgserlebnis hatten – jeder konnte sein eigenes beeindruckendes Bild mit nach Hause nehmen. Bei zukünftigen Treffen sollen die Aufnahmen weiter optimiert werden: Die Jugendlichen lernen dann auch, Pläne zu erstellen, die die Teleskope die ganze Nacht über automatisch abarbeiten – so können noch mehr Objekte erfasst und noch bessere Ergebnisse erzielt werden.
Die Treffen sollen künftig monatlich stattfinden: Dann werden die neuesten Aufnahmen ausgetauscht, Tipps und Tricks geteilt, über das Universum diskutiert und die nächste gemeinsame Beobachtungsnacht geplant.
Doch der SpaceClub schaut nicht nur in den Himmel, sondern wagt auch den Blick in die Zukunft: Mit dem geplanten Bavarian Moon Lab Projekt wollen die Jugendlichen eine eigene Mondmission entwerfen. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Fragen, sondern auch um ganz praktische Themen wie Energieversorgung, Nahrungsmittelproduktion oder Recycling im Weltall. In Workshops werden sie Mondbasen am Computer entwerfen und im 3D-Druck umsetzen, eigene Rover konstruieren, die Daten übertragen können, und sogar funktionstüchtige Modellsatelliten bauen – ausgestattet mit Photovoltaik und Mikroprozessor.
Die erste Nacht zeigte, wie groß die Faszination ist. „Wir haben noch lange zusammen draußen gesessen, unsere Bilder verglichen und darüber gesprochen, was man da oben alles noch entdecken könnte“, erzählt Isabella (15), die zusammen mit ihrer Schwester dabei war.
Besonders praktisch: Wer möchte, kann die Teleskope sogar mit nach Hause nehmen. „So wird der Balkon oder Garten zum eigenen Observatorium“, sagt Paul Graf weiter. Was vor wenigen Jahren noch eine Investition im hohen vierstelligen Bereich erfordert hätte, ist jetzt für alle Jugendlichen im SpaceClub zugänglich – ganz ohne eigene Anschaffungskosten. Die besten Aufnahmen werden regelmäßig auf der Homepage und dem Instagram-Kanal veröffentlicht. Außerdem ist schon jetzt eine Ausstellung im Rieder Rathaus geplant, bei der die schönsten Himmelsfotos einem größeren Publikum präsentiert werden – und bei der natürlich alle SpaceClub-Mitglieder ihre Werke zeigen und gemeinsam bestaunen können.
Mit dem SpaceClub möchte die Kreativwerkstatt Ried Jugendlichen Mut machen, ihre Entdeckerfreude auszuleben, Fragen zu stellen und dabei auch neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu gewinnen. Bayern selbst ist längst ein Hotspot für die europäische Raumfahrt: In Oberpfaffenhofen steht mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt eines der größten Forschungszentren Deutschlands, das zahlreiche Weltraummissionen unterstützt. Auch Start-ups wie Isar Aerospace in München oder die Rocket Factory Augsburg arbeiten an Trägerraketen für Satelliten. Dazu kommen in Augsburg international führende Unternehmen wie Airbus, MT Aerospace oder Premium AEROTEC, die Schlüsseltechnologien für Raumfahrt und Luftfahrt entwickeln. „Vielleicht sitzt hier ja schon jemand, der morgen daran mitentwickelt“, sagt Matthias, einer der Betreuer, mit einem Augenzwinkern.
Bürgerreporter:in:Paul Graf |
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