Gefahr von „Ewigkeitschemikalien“
Die systematische Überwachung von PFAS in der Region Hannover
Die systematische Überwachung von PFAS in der Region Hannover begann in den Jahren 2021 bis 2023, nachdem ein bundesweites Screening und das anlaufende Verdachtsflächenkataster die Gefahr von „Ewigkeitschemikalien“ in den Fokus der Behörden rückten.
Die historische und chronologische Entwicklung des Standorts Springe gliedert sich in folgende Abschnitte:
Chronologie des Standorts in Springe
1953 – Gründung des Blutspendedienstes:
die Keimzelle des heutigen Werks entsteht. Der DRK-Blutspendedienst Niedersachsen nimmt seine Arbeit auf und baut den Standort an der Eldagser Straße schrittweise zur industriellen Fraktionierung von Blutplasma aus. Zu dieser Zeit gab es keinerlei Bewusstsein für Umweltgifte im Plasma.
2005 – Übernahme durch Octapharma:
Die Octapharma-Gruppe übernimmt die Produktionsgesellschaft vollständig vom Deutschen Roten Kreuz. Der Standort wird kontinuierlich zu einem hochmodernen High-Tech-Zentrum für Plasmafraktionierung ausgebaut.
Die Abwässer fließen jedoch weiterhin ungereinigt bezüglich Spurenstoffen in das Netz der städtischen Kläranlage.
Ab 2021 – Der Wendepunkt durch Messungen:
Die Region Hannover erfasst PFAS-Belastungen im Rahmen eines landesweiten Fokusprogramms systematisch im Oberflächenwasser und an Verdachtsflächen (wie Feuerwehr-Übungsplätzen). Laboruntersuchungen des Abwassers im Raum Springe zeigen, dass im Blutplasma gebundene PFAS durch herkömmliche Klärwerke nicht abgebaut werden können und so über den Auslauf in die Haller gelangen.
2023 – Neue Rechtsgrundlagen:
Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung im Juni 2023 werden PFAS-Grenzwerte erstmals gesetzlich festgeschrieben.
Dies erhöht den Druck auf die Stadtentwässerung Springe (SES) sowie die industriellen Einleiter drastisch.
Januar 2026 – Inkrafttreten der Grenzwerte: Der offizielle gesetzliche PFAS-Grenzwert (PFAS-20) für das Trinkwasser in Deutschland tritt in Kraft. Während Nachbarkommunen wie Barsinghausen bereits mit Überschreitungen im Trinkwasser zu kämpfen haben, bleibt Springes Trinkwasser unbelastet. Allerdings erfordert das Abwasser der Haller dringend technische Lösungen.
Bürgerreporter:in:Ute Ketelhake aus Springe |
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