Goldapfel und Paradeiser
Im August und im September ist Tomatenerntezeit
- Tomaten sind ein gesunde, vielfältige und leckere Früchte.
- Foto: Peter Heider
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Die Tomate, ein beliebtes Lebensmittel, wird auch Goldapfel, Paradiesapfel und Liebesapfel genannt. In Österreich und Südtirol heißt sie Paradeiser.
Von Peter Heider
In den Monaten August und September ist jährlich die Hochsaison für die Tomatenernte. Botanisch gesehen sind Tomaten Obst, da sie aus der Blüte einer Pflanze entstehen und Samen enthalten. Tomaten sind sehr gesund für den Körper. Sie enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, insbesondere Lycopin. Um das Jahr 1900 wurde die Tomate als Lebensmittel bekannt und hauptsächlich im Süden verwendet.
Ursprung der Tomate
Das Ursprungsgebiet der Tomate ist Mittel- und Südamerika, wobei die Wildformen von Nordchile bis Venezuela verbreitet und beheimatet sind. Die größte Vielfalt der in Kultur befindlichen Formen ist in Mittelamerika zu finden. Samen wurden bei Ausgrabungen südlich von Mexiko-Stadt in Höhlen im Tehuacán-Tal gefunden. In Europa zählt die Tomate aufgrund ihrer Einführung durch den Menschen zu den hemerochoren Pflanzen und aufgrund ihrer Einführung erst in der Neuzeit zu den Neophyten.
Geschichte der Tomate in Europa
Die ersten Tomatenpflanzen gelangten sehr bald nach der Eroberung Mittel- und Südamerikas nach Europa. Sie wurden Anfang des 16. Jahrhunderts nach der Eroberung Mexikos erstmals nach Spanien gebracht. Sie wurde in Anlehnung an ihren aztekischen Namen als „Tomate“ bezeichnet. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Tomatenpflanzen als Raritäten in den Gärten der Oberschicht gepflanzt. Da sie selten waren, symbolisierten sie Wohlstand und beeindruckten Besucher. In ganz Europa wurden Tomaten vorwiegend als Zierpflanzen genutzt, da man überzeugt war, dass deren Früchte nicht essbar oder sogar giftig seien. Diese Haltung änderte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts, als sich die Medizin weiterentwickelte.
Verbreitung im übrigen Europa
Joachim Kreich, Apotheker in Torgau, gründete 1543 einen in Deutschland berühmten botanischen Garten, den die Apothekerfamilie Moser bis zur Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1637 fortführte. Kreich war einer von nur vier bekannten Tomatenbesitzern im damaligen Deutschland. Im 17. und 18. Jahrhundert sah man die Tomate in Europa vor allem als Zierpflanze an, nur einige medizinische Anwendungen sind bekannt. Eine englische Übersetzung von Tourneforts Buch Éléments de botanique erwähnt jedoch 1719, dass die Früchte in Italien gegessen werden. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnete die Encyclopædia Britannica den Einsatz von Tomaten in der Küche als „alltäglich“. Um 1900 war die Tomate auch in Deutschland als Lebensmittel bekannt und wurde überwiegend im Süden vor allem in Saucen, Suppen und Salaten verwendet.
Aufbewahrung von Tomaten
Tomaten soll man, wenn möglich, immer getrennt von anderem Obst und Gemüse lagern. Sie scheiden nämlich während der Lagerung Ethen aus, das den Stoffwechsel benachbarter Früchte und Gemüse beschleunigt, sodass diese schneller reifen und in der Folge auch schneller verderben. Die Lagerung der Früchte geschieht am besten bei 13 bis 18 Grad und bei einer relativen Luftfeuchte von 80 bis 85 Prozent, denn dabei verlieren sie kaum wichtige Inhaltsstoffe. Bei der Aufbewahrung von Tomaten in Kühlräumen oder im Kühlschrank verlieren sie auch deutlich an Geschmack, Textur und Haltbarkeit. Bei zu langer Aufbewahrung wird die Haut der Tomate dünner und schrumpelig, das Fruchtfleisch fällt zusammen und im Ganzen wirkt die Frucht danach etwas matschig und fühlt sich weich an. Trotzdem ist die Tomate jedoch immer noch genießbar und nicht etwa schlecht.
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
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