Unsere Erde
Wie viele Menschen verträgt die Erde denn wirklich?
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Die Frage ist eine der wichtigsten unserer Zeit. Und ich glaube, man muss sie in zwei Teile aufteilen: Wie viele Menschen kann die Erde ernähren und wie viele Menschen kann sie dauerhaft versorgen, ohne ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören? Das sind nämlich zwei sehr unterschiedliche Fragen.
Die kurze Antwort lautet: Die Erde kann wahrscheinlich noch deutlich mehr Menschen ernähren. Aber ob sie das dauerhaft und für alle Menschen mit einem guten Lebensstandard kann, hängt entscheidend davon ab, wie wir leben, produzieren und konsumieren. Die Zahl der Menschen allein ist nicht das ganze Problem.
1. die Weltbevölkerung im Jahr 1975 ca. 4,1 Mrd. Menschen
2024 8,2 Mrd. Menschen
2080 10,3 Mrd. Prognose
Quellen: Vereinte Nationen, World Population Prospects 2024. Die Bevölkerungszahlen sind gerundet.
Die Verdopplung ist also tatsächlich ungefähr eingetreten. Allerdings wird sich dieses Wachstum voraussichtlich nicht einfach im gleichen Tempo fortsetzen. Nach der mittleren Prognose der Vereinten Nationen wächst die Weltbevölkerung noch bis etwa Mitte der 2080er-Jahre auf rund 10,3 Milliarden Menschen. Danach soll sie leicht zurückgehen. Das ist eine Prognose, keine Garantie.
2. Kann die Erde so viele Menschen ernähren?
Grundsätzlich ja. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der theoretischen Fähigkeit, Nahrung zu produzieren, und einem dauerhaft funktionierenden Lebenssystem.
Die Landwirtschaft hat ihre Erträge durch bessere Sorten, Bewässerung, Düngung und Technik enorm gesteigert. Das Problem ist nicht nur die Menge der produzierten Lebensmittel, sondern auch ihre Verteilung, die Armut und die Verschwendung.
Süßwasser ist regional begrenzt. Landwirtschaft verbraucht einen großen Teil des entnommenen Süßwassers. Bevölkerungswachstum, Dürren und ineffiziente Bewässerung können die Versorgung einzelner Regionen stark gefährden.
Werden Wälder für Ackerflächen und Weiden gerodet, verschwinden Lebensräume. Die Landwirtschaft nutzt bereits ungefähr die Hälfte der eisfreien und nicht wüstenartigen Landfläche, die für Menschen bewohnbar ist.
Klima und Energie
Mehr Menschen bedeuten zusätzlichen Bedarf an Energie, Wohnraum, Verkehr und Gütern. Wie stark dadurch das Klima belastet wird, hängt jedoch auch davon ab, ob Energie aus Kohle und Öl oder aus emissionsarmen Quellen stammt und wie viele Ressourcen jeder Mensch verbraucht.
Das bedeutet: Die Erde leidet nicht einfach an einer bestimmten Zahl von Menschen. Sie leidet unter der Summe unserer Eingriffe in ihre natürlichen Kreisläufe. Die Auswirkungen der Ernährung allein reichen vom Klimawandel über den Wasserverbrauch bis zum Verlust der Artenvielfalt.
Wie viele Menschen verträgt die Erde denn wirklich?
Das ist die schwierigste Frage. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte feste Zahl, bei der die Erde beispielsweise bei 9 Milliarden Menschen noch funktioniert und bei 11 Milliarden zusammenbricht.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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