Man möchte helfen, ist aber selbst hilflos
Person stürzt in ein tiefes seelisches Loch
- Das alte Leben in Schutt und Asche
- Foto: Umbehaue
- hochgeladen von Thomas Umbehaue
Jeder trauert anders, der eine will für sich in Ruhe gelassen werden, der andere will sich mitteilen.
Die Erinnerungen an den Lebenspartner kommen immer wieder hoch.
Beim TV, bei Urlaubsbilder an speziellen Orten oder nur bei Weitrauben auf dem Tisch.
Nun habe ich einen extremen Fall erlebt und ich weiß nicht was man noch machen kann!
Ein anderes Leben
Eine Person, die ihren Partner vor zwei Monaten verloren hat, ist in ein tiefes Loch gefallen.
Sie bekommt sehr laute Weinkrämpfe, um nicht zu sagen Anfälle, die sie auf dem Balkon und in der Wohnung durch lebt.
Sie befindet sich offenbar in einer schweren psychischen Krise und ist augenscheinlich nicht mehr in der Lage, ihr Leben eigenständig zu bewältigen.
Es zeigen sich deutliche Anzeichen einer psychischen Störung.
Laut den wenigen Angehörigen, wird eingehende Post ungeöffnet entsorgt, wichtige Dokumente wie Ausweis, Geburtsurkunde und EC-Karte wurden vernichtet.
Eine eigenständige finanzielle Versorgung ist nicht mehr möglich.
Auch notwendige Anträge, wie beispielsweise ein Rentenantrag, bei dem ein Angehöriger helfen wollte und Unterschriftsreif vorlag, werden nicht unterschrieben. Ohne EC Karte ist ihr keine Versorgung mit Barmitteln möglich. Ohne Ausweis gibt es keine neue, ohne Geburtsurkunde keinen Ausweis.
Besonders besorgniserregend ist, dass Hilfe einerseits eingefordert, gleichzeitig aber konsequent verweigert wird.
Zudem werden Drohungen ausgesprochen wie „ihr seid schuld, wenn ich irgendwann hilflos da liege“. Das Verhalten gegenüber Anwohnern ist zunehmend aggressiv und beleidigend. Anderseits wird das Miteinander mit den Anwohnern positiv war genommen. Im ersten Monat gab es viele Gefühlsausbrüche auf dem Balkon und in der Wohnung. Dieses ging etwas zurück um jetzt erneut wieder auszubrechen.
Gespräche sind sehr Sprunghaft. Zu einem sagt sie, der erste Lebenspartner sei gestorben um gleich darauf zu fragen, wie geht es ihm jetzt. Es werden Geschichten vom Krieg erzählt, den sie gar nicht erlebt hat um in der Geschichte direkt zu Udo Lindenberg zu schwenken.
Polizei und Sanitäter waren bereits vor Ort, können aber nichts machen.
Von ihnen kam der Hinweis sich an das Gesundheitsamt zu wenden.
Die betroffene Person lebt nun zurückgezogen, ist überwiegend nachtaktiv
Eine geregelte Tagesstruktur scheint nicht mehr vorhanden zu sein.
Die körperliche Ausstrahlung hat sich sehr verändert. Sie begegnet einem in einer erschreckenden, gebückten, zittrigen Haltung. Dieser Mensch hat sich total verändert und ist ein Schatten seiner selbst.
Hat jemand schon einmal ähnliches erlebt und kann mir einen Rat geben?
Man möchte helfen ist aber hilflos.
Bürgerreporter:in:Thomas Umbehaue aus Essen |
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