Urlaubsschwankerl
Nach dem Nordsee-Abenteuer - Die Politiker erzählen, wie es wirklich in Wilhelmshaven war

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Fortsetzung der kleinen Sommergeschichte vom Südstrand und den besonderen Erinnerungen an die Nordsee

Nach der Sommerpause kehrte im Kanzleramt wieder langsam der Alltag ein. Die Schreibtische füllten sich, die Termine standen fest und die ersten Besprechungen warteten schon. Doch bevor es mit der politischen Arbeit wieder richtig losging, hatte der Regierungssprecher eine besondere Idee.

„Bevor wir wieder über Sitzungen, Termine und wichtige Entscheidungen sprechen, interessiert uns doch einmal etwas ganz anderes“, sagte er in die Runde. „Wie war eigentlich Ihr gemeinsamer Urlaub am Südstrand von Wilhelmshaven?“

Einen Moment lang war es still. Dann mussten alle lächeln. Denn jeder hatte seine ganz eigene Geschichte von der Nordsee mitgebracht.

Als Erster begann Olaf Scholz zu erzählen. In seiner gewohnt ruhigen Art sagte er: „Also, ich muss sagen, Wilhelmshaven war wirklich schön. Die Nordsee, der Strand, der Sand, die Menschen - alles wunderbar.“

Doch alle warteten natürlich auf die Geschichte mit den Pommes. „Ja, die Pommes“, sagte Scholz und nickte langsam. „Ich hatte mir vorgenommen, einfach einmal ganz entspannt eine Portion Pommes zu essen. Ohne Termine, ohne Besprechungen, einfach nur am Meer sitzen und genießen.“ Doch kaum stand die Portion ohne Fisch auf dem Tisch, kam eine besonders hungrige Möwe angeflogen. „Ich muss sagen, sie hatte einen sehr entschlossenen Blick“, erzählte Scholz. „Fast so, als hätte sie vorher einen Termin mit mir vereinbart.“ Die Hälfte der Pommes war schneller verschwunden, als Scholz reagieren konnte. „Ich habe die Möwe angeschaut“, sagte er trocken. „Und sie hat mich angeschaut. Dann hat sie mir die Pommes geklaut.“

Danach war Markus Söder an der Reihe. Schon beim Betreten des Raumes fiel allen sein ungewöhnliches Outfit auf. Unter seiner Trachtenjacke blitzte ein buntes Shirt hervor.

„Moment mal“, sagte der Regierungssprecher, „ist das etwa ein Möwenshirt?“ Söder grinste zufrieden und öffnete seine Jacke ein Stück. „Natürlich. Ich arbeite an einem neuen Stil.“ Seine Idee - Bayern trifft Nordsee. Trachtenjacke kombiniert mit Möwen-Shirt. Heimatliebe mit Küstengefühl. „Das ist ein echter Stilcrash“, meinte jemand. „Genau“, antwortete Söder begeistert. „Warum soll eine Trachtenjacke nicht auch einmal die Nordsee kennenlernen?“ Dann erzählte er stolz, dass er gleich mehrere Shirts gekauft hatte - mit Möwen, Leuchttürmen, Ankern und anderen nordischen Motiven. Diese wolle er natürlich in Bayern vorführen. „Die Menschen sollen sehen, dass Nordsee und Königssee gar nicht so weit auseinanderliegen, zumindest vom Gefühl. Hier die Weite des Meeres, dort die Höhe der Berge - und mit meinem Möwenshirt bringe ich ein bisschen Nordsee an den Königssee ...“

Die Runde musste lachen. Der neue Stil aus Tracht und Küste schien zwar gewöhnungsbedürftig, aber Söder war davon überzeugt.
„So, und jetzt muss ich wieder zurück nach Bayern“, sagte er schließlich und richtete noch einmal seine Trachtenjacke. „Die Heimat wartet - und ich habe schließlich noch einige Möwenshirts vorzuführen.“
Mit einem zufriedenen Lächeln verabschiedete er sich aus der Runde und machte sich auf den Weg zurück in den Süden. Die Nordsee nahm er zwar nicht im Koffer mit, aber ein kleines Stück Küstengefühl würde ab jetzt wohl auch am Königssee zu finden sein.

Dann kam Robert Habeck zu Wort. Auch wenn er inzwischen nicht mehr im Amt ist, durfte er natürlich nicht fehlen, denn schließlich war er beim Wilhelmshaven-Abenteuer dabei. „Mein Urlaub war besonders lehrreich“, sagte er. Wie alle wussten, hatte Habeck am Strand die Gelegenheit genutzt, den Menschen etwas mehr über Watt, Wind und Gezeiten zu erklären. „Ich hatte einen sehr guten Plan“, sagte er. „Aber die Nordsee hatte offenbar einen eigenen.“ Denn während er noch erklärte, wie empfindlich das Watt funktioniert, zeigte ihm die Natur ganz praktisch ihre eigene Meinung. Ein Schritt - und plötzlich war der Boden nicht mehr dort, wo er ihn erwartet hatte. „Ich wollte den Menschen etwas über die Natur erzählen“, meinte Habeck, „am Ende hat die Natur mir etwas erzählt.“

Jens Spahn erinnerte sich besonders gerne an seine Sandburg. „Das war mein persönliches Meisterwerk“, sagte er. Türme, Wassergraben, Muschelwege - alles war perfekt geplant. Doch dann kam Friedrich Merz von seinem Spaziergang zurück. „Er wollte nur einen kleinen Schritt zur Seite machen“, erzählte Spahn. „Leider war genau dort meine Sandburg.“ Die Burg verschwand schneller als geplant, und Spahn musste feststellen: Auch die schönste Baukunst hilft nichts, wenn der Standort nicht stimmt. „Beim nächsten Mal“, sagte er lachend, „bekommt meine Sandburg einen Sicherheitsbereich.“

Dann war Alice Weidel an der Reihe. Sie holte ihr Handy heraus und zeigte zunächst stolz die Bilder ihrer Sandburg. Kleine Türme, Muschelverzierungen und ein Weg bis zum Wasser - ein wirklich schönes Bauwerk. Alle waren beeindruckt. Doch dann kam das nächste Foto. Darauf saß eine Möwe ganz oben auf dem Turm. „Das war der Moment, in dem ich merkte - diese Burg gehört nicht mehr nur mir“, sagte Alice. Die Möwe hatte sich den höchsten Punkt ausgesucht und hinterließ dort eine sehr deutliche norddeutsche Botschaft. Doch damit nicht genug. Kurz darauf entschied die freche Möwe offenbar, dass auch Alices Kopf ein geeigneter Platz für einen kurzen Zwischenstopp sei. Die Runde im Kanzleramt konnte sich das Lachen kaum verkneifen. Jeder kriegt das, was er verdient.

Zum Schluss erzählte Boris Pistorius von seinem Aufenthalt am Strand. Natürlich hatte er Rettungsringe kontrolliert, die Sicherheit geprüft und sich genau angesehen, ob alles funktionierte. „Der Strand war gut vorbereitet“, sagte er zufrieden. „Es gab nur eine kleine Schwachstelle.“
Alle schauten ihn gespannt an.
„Eine vergessene Pommesgabel“, sagte Pistorius. „Eine was?“, fragte jemand.
„Die von Olaf Scholz. Nachdem die Möwe seine Pommes erwischt hatte, hat er die Plastikgabel einfach in den Sand gesteckt.“
Pistorius schüttelte den Kopf. „Die Spitze zeigte nach oben. Für einen Strandabschnitt ist das natürlich ein Sicherheitsrisiko.“
Scholz schaute kurz auf. „Ich wollte sie ja später wieder mitnehmen.“
„Später?“, meinte Pistorius. „Später ist am Strand leider ein schwieriger Begriff. Da kommen Ebbe, Flut und viele neugierige Urlauber dazwischen.“

In diesem Moment meldete sich Robert Habeck zu Wort. „Olaf, mal abgesehen von der Stolpergefahr - eine Plastikgabel gehört natürlich auch nicht einfach in den Sand.“ Scholz schaute ihn fragend an.
„Stell dir nur einmal vor“, erklärte Habeck, „die Gabel gelangt ins Meer. Vielleicht wird sie von einer Robbe verschluckt oder landet irgendwo in der Natur. Für uns ist es nur eine kleine Pommesgabel - für ein Tier kann es ein großes Problem werden.“
Scholz nickte nachdenklich. „Das war natürlich nicht meine Absicht.“ „Das weiß ich, Olaf“, sagte Habeck. „Aber die Nordsee vergisst nichts, die merkt sich solche Dinge.“

Pistorius ergänzte trocken: „Also halten wir fest - Rettungsringe kontrolliert, Strand sicher - und ab sofort bitte keine Pommesgabeln im Sand stecken lassen und schon gar nicht unauffällig versuchen, einer Möwe an den Schwanz zu ziehen.“

Am Ende saßen alle noch einmal eng beieinander und betrachteten die Bilder aus Wilhelmshaven. Den Südstrand, die Nordsee, die Sandburgen und natürlich die tolle Möwe. Für einen Moment dachte niemand an politische Diskussionen oder lange Sitzungen. Es ging einfach nur um einen besonderen Urlaubstag am Meer.

Langsam löste sich die Runde auf. Jeder ging wieder seiner Wege. Friedrich Merz blieb noch einen Augenblick stehen, lächelte und murmelte: „Helgoland steht übrigens immer noch auf meiner Liste.“

Alice schaute noch einmal auf die Bilder, dann in die sich auflösende Runde, schüttelte den Kopf und meinte: „Also mit euch ... niiiieeeee wieder. Der olle Merz war mir die ganze Zeit ein Sandkorn im Auge.“

Südstrand Wilhelmshaven
Bürgerreporter:in:

Hildegard Grygierek aus Essen

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