Das verstehe ich als Steuerzahlerin nicht
Gendern in Afrika

Ein stacheliges Thema

Gendern in anderen Ländern

Ganz offen und ehrlich - 'Ich verstehe das nicht'.
Da kommen Menschen aus Ländern wie Nigeria nach Deutschland. Manche fliehen vor Armut, Gewalt, fehlenden Chancen oder anderen schwierigen Lebensbedingungen. Manche suchen hier Arbeit und ein besseres Leben. Wir nehmen Menschen auf, helfen ihnen und versuchen, sie hier unterzubringen und zu integrieren.
Und gleichzeitig lese ich, dass Deutschland mit 1,3 Millionen Euro eine internationale Initiative mitfinanziert, die unter anderem dafür sorgen soll, Genderfragen stärker in die Bildungsplanung afrikanischer Länder einzubauen.

Nigeria zum Bespiel - dort werden Mitarbeiter von Bildungsministerien zu Gender-Themen geschult und sogenannte „Gender Desks“ eingerichtet. Es geht um sogenannte geschlechtersensible Bildungsplanung und Pädagogik.

Nun sitze ich davor und denke: Habe ich das richtig verstanden? Menschen kommen aus diesen Ländern zu uns, weil dort für viele das Leben schwierig ist. Und wir schicken gleichzeitig deutsches Steuergeld dorthin, damit dort Bildungsministerien in Genderfragen geschult werden?
Ne - das verstehe wer will ..  ich verstehe es nicht. Vielleicht bin ich dafür einfach zu blöd .. vielmehr wenig gebildet in diesen Dingen. Vielleicht fehlt mir der politische Überblick. Vielleicht ist das alles furchtbar wichtig ... und ich habe es nur noch nicht verstanden. Dann erklärt es mir bitte. Aber bitte so, dass ich es auch als ganz normale Steuerzahlerin - genderisch korrekt geschrieben, versteht sich - verstehe. Nicht mit Begriffen wie „Gender Mainstreaming“, „geschlechtersensible Bildungsplanung“ oder irgendwelchen anderen Wortungetümen.
Ich möchte wissen: Was wird dort konkret besser, wenn Deutschland dafür Geld bezahlt?
Denn gleichzeitig haben wir hier unsere eigenen Baustellen - und nicht zu knapp.Und dann lese ich von Millionen für solche Projekte im Ausland. Da frage ich mich schon, ob unsere Regierung manchmal die Reihenfolge aus den Augen verliert.
Wenn wir Menschen in anderen Ländern helfen wollen - bitte schön. Aber dann doch möglichst dort, wo es wirklich um die Grundlagen des Lebens geht - Bildung, Ausbildung, Arbeitsplätze, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und Sicherheit.
Wenn unser Geld dort ganz konkret hilft, dass Menschen sich ein eigenes Leben aufbauen können und vielleicht gar nicht erst ihre Heimat verlassen müssen, dann kann ich das nachvollziehen. Aber Gender-Desks? Schulungen für Bildungsministerien? Geschlechtersensible Bildungsplanung? Hallo?!?!

Sorry, da bin ich als einfache Steuerzahlerin raus. Da brauche ich erst einmal eine sehr gute Erklärung, warum genau das jetzt so dringend sein soll. Denn vielleicht wäre es ja sinnvoller, erst einmal dafür zu sorgen, dass Menschen in diesen Ländern überhaupt die Möglichkeit haben, zu lernen, zu arbeiten und sich eine Zukunft aufzubauen.
Das wäre für mich Hilfe, die man versteht. Und vielleicht sogar Hilfe, die irgendwann dazu beiträgt, dass Menschen gar nicht erst weggehen müssen.
Aber wenn ich lese, dass Mitarbeiter eines Bildungsministeriums in Genderfragen geschult werden, während gleichzeitig Menschen aus diesem Land bei uns auf ein besseres Leben hoffen, dann bleiben bei mir einfach Fragen offen. Okay - ich wiederhole mich ..

Ich glaube, ich bin mit diesen Fragen nicht allein. Ich möchte nämlich kein Land sein, das anderen Ländern vorschreibt, wie sie ihre Bildungsplanung gendergerecht gestalten sollen, während wir hier selbst nicht wissen, woher wir das Geld und das Personal für unsere eigenen Probleme nehmen sollen.
Ich möchte auch kein Egoist sein.
Aber ich möchte, dass mit meinem Steuergeld vernünftig umgegangen wird.

Und wenn unsere Regierung meint, dass genau solche Gender-Projekte im Ausland dafür besonders wichtig sind, dann soll sie uns das bitte erklären. Ohne Politiker-Sprache -ganz einfach und verständlich. Denn ich verstehe das wirklich nicht.
Und vielleicht ist genau das die Frage, die man manchmal stellen muss:

Warum bezahlen wir etwas, dessen Sinn uns niemand verständlich erklären kann?

Bürgerreporter:in:

Hildegard Grygierek aus Essen

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