Lost Places
Das Sterbecketal - skurril - kurios - sonderbar!
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Ein paar der skurrilsten und sonderbarsten Geschichten dort:
Eine riesige Sprengstofffabrik mitten im abgelegenen Tal: Ab 1908 wurde im Sterbecketal Sprengstoff hergestellt. Im Ersten Weltkrieg soll die Belegschaft von etwa 100 auf über 2.000 Menschen angewachsen sein. Produziert wurden unter anderem Minen, Patronen und Granatenfüllungen.
Die „Gelbe Hand“: Die Fabrik wurde im Volksmund „Gelbe Hand“ genannt. Der Name soll daher gekommen sein, dass Chemikalien aus der Produktion die Hände der Arbeiter gelb färbten.
Eine Werksbahn mit Serpentinen: Die Fabrik lag nicht einfach unten im Tal. Eine eigene Werksbahn verband sie mit der Volmetalbahn und musste den Höhenunterschied über mehrere Serpentinen überwinden. Für eine abgelegene Anlage im Wald eine ziemlich außergewöhnliche Konstruktion.
Die „Geisterstadt“ im Wald: Nach der schrittweisen Stilllegung ab 1926 blieben zahlreiche Gebäude zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige davon sogar als Unterkünfte für Ausgebombte und Flüchtlinge genutzt. Später verfielen die Gebäude – daher der heutige Lost-Place-Charakter des Tals.
Eine äußerst düstere Geschichte von 1945: Im Sterbecketal befand sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein Arbeitskommando mit jugoslawischen Kriegsgefangenen. Am 5. April 1945 wurden laut einer Darstellung 117 Gefangene abtransportiert; was anschließend mit ihnen geschah, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt unterschiedliche Darstellungen und Vermutungen über ihr weiteres Schicksal.
Und ganz in der Nähe explodierte schon einmal eine andere Sprengstofffabrik: In Rummenohl hatte bereits Alfred Nobel in den 1870er Jahren eine Dynamitfabrik gegründet. Am 5. Juni 1910 wurde sie durch einen Blitzeinschlag zur Explosion gebracht.
Das Verrückte am Sterbecketal ist also der Kontrast: Heute sieht es teilweise wie ein stilles, überwuchertes Waldtal aus – früher befand sich dort eine gewaltige Rüstungs- und Sprengstoffindustrie.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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