Blühende Gärten - betrübter Heimweg
Von Gartenfreunde und Kabelsalat
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Gestern war ich bei einer Bekannten im Schrebergarten zu Besuch - und ich muss einfach wieder mal sagen: Ich liebe diese Anlage!
Nicht einen bestimmten Garten, sondern die ganze Anlage. Jeder Garten ist anders, jeder hat seine eigene Handschrift. Hier blüht es üppig, dort wächst Gemüse, dazwischen stehen liebevoll gepflegte Beete, kleine Sitzplätze, Sträucher und Obst-Bäume. Überall gibt es etwas zu entdecken - ich komm' gar nicht raus aus dem Gucken. Und wer dort als Spaziergänger unterwegs ist, darf sich einfach mitfreuen. So viele kleine grüne Oasen, so viel Arbeit und offensichtlich auch so viel Liebe, die in diesen Gärten steckt. Ich bin einfach nur begeistert.
Natürlich habe ich, wie könnte es auch anders sein, meine Kamera gezückt und fortwährend auf den Auslöser gedrückt.
Aber dann kam der Heimweg. Und damit leider die andere Seite.
Was man mittlerweile in der Natur und am Wegesrand findet, ohne danach zu suchen, ist einfach nur noch krass - megakrass. Hausmüll, Verpackungen, irgendwelcher Unrat - und immer wieder Dinge, bei denen man sich fragt, wie jemand überhaupt auf die Idee kommt, sie dort abzuladen. Alte Autoreifen gehören inzwischen offenbar für manche Menschen ebenso zur Landschaft wie Bäume und Sträucher.
Und gestern setzte dem Ganzen dann noch etwas die Krone auf. Zwei große Plastiktüten. Prall gefüllt mit Kabelresten.
ZWEI - große - Plastiktüten -mit Kabelresten.
Ich stand davor und sagte laut: "Das kann doch nicht wahr sein!"
Wer macht so etwas? Wer fährt mit seinem Müll irgendwohin, steigt aus und denkt sich: „Ach, hier im Grünen ist ein prima Platz dafür“?
Nein. Ist es nicht. Das ist kein Niemandsland. Das ist öffentlicher Raum. Diese Wege, Grünflächen und die Natur gehören uns allen. Menschen gehen dort spazieren, Kinder sind unterwegs, Hunde werden ausgeführt, andere möchten einfach ihre Umgebung genießen. Und dann kommt jemand daher und macht daraus seine private Müllhalde.
Während in den Schrebergärten wenige Meter weiter Menschen stundenlang jäten, pflanzen, gießen, schneiden und pflegen, damit es schön aussieht, werfen andere ihren Dreck einfach in die Landschaft?! Hallo?!
Dieser Gegensatz hat mich gestern wirklich beschäftigt. Und es beschäftigt mich immer noch. Auf der einen Seite diese wunderbaren kleinen Gärten, jeder anders, jeder individuell, jeder eine Freude für die Augen. Und auf der anderen Seite Müllberge in der Natur. Ganz ehrlich - ich könnte heulen.
Wie denkt ihr denn darüber - über diese .. Ungeheuerlichkeit?
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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