Nützliche heimische Wildpflanzen
Top 5 meiner insektenfreundlichen Pflanzen
- Furchenbiene/ Acker-Witwenblume
- hochgeladen von Bernd Dröse
Natürlich erfüllt der üppig blühende Rosenbusch und die prächtig leuchtende Iris jeden Gartenbesitzer mit Stolz und diese Pflnzen werden von den Besuchern dann auch wegen ihrer Schönheit gebührend gepriesen.
Erst auf den zweiten Blick wendet man sich in der Regel den weniger pompös daherkommenden heimischen Wildpflanzen zu, zumal sie mit ihren kleineren und unscheinbareren Blüten erst beim zweiten Blick auffallen. Im vorliegenden Beitrag habe ich jedoch nicht die Menschen, sondern die Insekten wählen lassen, welche Pflanzen ihnen am besten gefallen.
Besonders der Giersch hat bei vielen Gartenfreunden einen schlechten Stand. Er ist extrem unbeliebt und gilt als eines der hartnäckigsten Gartenunkräuter, weil er sich mit seinen unterirdischen Ausläufern nur schwer bekämpfen lässt. Nur wenige schätzen ihn heute noch als essbares Wildgemüse oder als Bodendecker. Unter den Insekten besuchen ihn vor allem solche mit kurzen Mundwerkzeugen und Rüsseln, weil der Pollen und Nektar in den flachen weißen Doldenblüten für sie leicht zugänglich ist. Etwa 150 Insektenarten fliegen den Giersch an. Vor allem (Schweb)fliegen, Schlupfwespen, Käfer und vor allem Wildbienen, wie die gezeigte graue Sandbiene, kann man an den Blüten antreffen.
Auch bei der Hundsrose lassen sich in "modernen" Gärten leicht Argumente gegen die Pflanzung finden. Sie hat ein starkes Wuchspotenzial und nimmt in kleinen Gärten schnell (zu) viel Platz ein, wenn man sie nicht regelmäßig zurückschneidet. Und das erfordert wegen der extrem hakigen und starken Stacheln feste lange Gartenhandschuhe. Im Gegensatz zu vielen Zuchtrosen blüht die Hundsrose nur einmal im Jahr. Auf der anderen Seite bietet auch sie über 100 Tierarten (Bienen, Schwebfliegen, Käfern) Schutz vor Fressfeinden und Nahrung. Ihre Hagebutten sind später auch vielen Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle.
Ähnlich lässt sich auch der ökologische Wert der Brombeere begründen, die zusätzlich einheimische Schmetterlingsarten anzieht und deren Knospen und Blätter von deren Raupen gefressen werden. Viele Wildbienen nutzen abgebrochene und abgeschnittene Brombeerstängel zur Eiablage und auch als Überwinterungsquartier.
Überrascht hat mich auch die Insektenvielfalt auf dem Wiesen-Pippau. Alleine 79 Wildbienenarten (Sand-, Furchen- und Langhornbienen) fliegen dieses gelbe Korbblütengewächs neben zahlreichen Schmetterlings- und Schwebfliegenarten an. Aber auch hier gehen die Interessen von Mensch und Insekt auseinander.Landwirte mögen ihn nicht, weil seine Stängel im Heu verholzen,dessen Qualität mindern und wegen der Bitterstoffe vom Vieh verschmäht werden. Außerdem verdrängt das konkurrenzstarke Kraut wertvollere Futtergräser.
Die Acker-Witwenblume ist besonders für über 40 Schmetterlingsarten und einige Wildbienenarten, die auf sie spezialisiert sind, ein Dauerbuffet von Juni bis in den Herbst hinein. Sie steht hier stellvertretend für die vielen heimischen Wildkräuter, mit denen der Bestand gesunder Insektenpopulationen steht und fällt und für die wir in unseren Gärten neben den Prachtblühern ein Stückchen Land reservieren sollten.
Bürgerreporter:in:Bernd Dröse aus Essen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.