Inferno
Der Sturm
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Der Himmel riss auf wie eine Wunde. Kein Donner, kein Vorzeichen, nur ein grelles, lautloses Licht, das die Welt für einen Herzschlag erstarren ließ.
Dann kam der Sturm.
Er fiel nicht über das Land her, er zerfetzte es. Häuser wurden wie Papier gefaltet, Straßen platzten auf, als würde etwas unter ihnen erwachen. Die Menschen rannten, schrien, beteten – doch der Wind hörte nicht zu. Er war kein Wetter. Er war ein Urteil.
Das Meer stieg an, schwarz und schwer, und verschlang die Küste ohne Zögern. Wälder knickten wie Streichhölzer. Feuer brach aus, obwohl alles nass war. Die Elemente kämpften nicht gegeneinander, sie kämpften gemeinsam gegen uns.
Innerhalb einer Stunde war die Stadt nur noch ein Geräusch, das Krachen von Dingen, die nie wieder aufgebaut werden würden.
Als der Sturm endlich weiterzog, blieb nichts als Stille. Kein Überlebender. Kein Zeuge. Nur die Erde, die sich beruhigte, als hätte sie endlich etwas erledigt, das längst überfällig war.
Der Zorn der Natur war nicht blind.
Er war konsequent.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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