Arzttermine - da tut sich doch was, oder?
Arzttermine im neuen Jahr - wird es für uns Patienten einfacher?

Symbolbild: H.G.

In letzter Zeit hört und liest man immer wieder, dass sich bei unseren Arztterminen etwas ändern soll. Da habe ich mich gefragt - was kommt da eigentlich auf uns zu? Und wird es für uns Patienten vielleicht sogar ein bisschen einfacher?

Wer schon einmal einen Termin beim Facharzt gesucht hat, weiß ja, dass das manchmal gar nicht so einfach ist. Man ruft an, fragt freundlich nach und bekommt nicht selten zu hören, dass gerade nichts frei ist. Also wartet man oder versucht es bei einer anderen Praxis. Und manchmal zieht sich das Ganze ganz schön hin.
Nun bin ich beim Lesen auf etwas gestoßen, da musste ich erst einmal staunen! Arztpraxen sollen künftig eine bestimmte Anzahl freier Termine an die Terminservicestellen melden müssen. Hä? Das wusste ich ja noch gar nicht! Also habe ich mich erst einmal schlau gemacht.
Bisher konnten die Praxen selbst bestimmen, wie viele Termine sie dort anbieten. Wie viele es künftig sein müssen, steht allerdings noch nicht fest - die genauen Vorgaben sollen bis zum 1. März 2027 festgelegt werden.
Die Hoffnung dahinter ist, dass Patienten dadurch leichter einen Facharzttermin bekommen. Das klingt doch erst einmal ganz gut, finde ich - oder nicht? Schließlich möchte niemand wochenlang auf einen Termin warten, wenn er Beschwerden hat!

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Die Ärzte befürchten, dass ihnen dadurch zusätzliche Arbeit entsteht, ohne dass sie tatsächlich mehr Patienten behandeln können. Und wenn man darüber nachdenkt, ist das ja auch verständlich - ein Tag hat nun einmal nur eine bestimmte Anzahl von Stunden. Mehr vorgeschriebene Termine bedeuten schließlich nicht automatisch, dass auch mehr Zeit für die Behandlung vorhanden ist.

Auch bei der Notfallversorgung soll sich etwas verändern. Die Rufnummer 116117 soll künftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Sie soll nicht nur bei der Suche nach einem Arzttermin helfen, sondern Menschen mit akuten Beschwerden auch dabei unterstützen, die richtige Anlaufstelle zu finden. Außerdem sollen die Abläufe zwischen dieser Nummer und der Notrufnummer 112 besser miteinander verbunden werden.
Das klingt zunächst sinnvoll. Denn wer plötzlich gesundheitliche Probleme bekommt, möchte natürlich wissen, wohin er sich wenden kann.
Ob dadurch tatsächlich alles schneller und einfacher wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Ich persönlich kann mich übrigens nicht beklagen, was meine eigene ärztliche Betreuung angeht. Ich bin froh und 'dankbar', regelmäßig fachärztlich behandelt werden zu können. Und dann habe ich auch noch eine liebe und tolle Hausärztin, die sich immer Zeit für mich nimmt. Das ist für mich alles andere als selbstverständlich.
Eine andere Erfahrung habe ich allerdings gemacht, als ich auf die Aufnahme zu einer speziellen Behandlung warten musste, die nur stationär durchgeführt werden konnte. Ein halbes Jahr hat es gedauert! Da merkt man erst, wie lang die Zeit werden kann, wenn man auf eine Behandlung wartet und der Körperleidensdruck immer größer wird.

Deshalb wünsche ich mir natürlich, dass sich bei der Terminvergabe etwas zum Guten wendet. Ich kann verstehen, dass Ärzte nicht einfach zusätzliche Termine aus dem Ärmel schütteln können. Aber vielleicht gelingt es ja, die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen und die Wartezeiten für uns Patienten zu verkürzen. Denn nicht nur der Weg in die Praxis, sondern auch das Warten auf einen Termin kann zur Belastung werden....

Nun denn - schau´n wir mal .. was daraus wird. Die Pläne klingen an manchen Stellen durchaus vernünftig. Ob sie sich im Alltag bewähren und bei uns Patienten wirklich etwas verbessern, wird sich zeigen. Ein bisschen Hoffnung darf man doch haben - und die sollte man nicht aufgeben.

Bürgerreporter:in:

Hildegard Grygierek aus Essen

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