Kirchengeschichten und Glaube
Wie kann man einem Muslim das Christentum erklären?

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1. Die katholische Kirche
Die katholische Kirche geht auf die ersten christlichen Gemeinden zurück, die im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden. Nach katholischem Verständnis geht ihre Leitung auf die Apostel und besonders auf Petrus zurück.

Wichtige Stationen
1. Jahrhundert: Entstehung der ersten christlichen Gemeinden.
313 n. Chr.: Kaiser Konstantin erlaubt das Christentum im Römischen Reich.
380 n. Chr.: Das Christentum wird unter Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion des Römischen Reiches.
1054: Die große Kirchenspaltung zwischen der westlichen katholischen und der östlichen orthodoxen Kirche.
Mittelalter: Die katholische Kirche gewinnt großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss. Klöster sind wichtige Zentren von Bildung und Kultur.
1517: Martin Luther kritisiert wichtige Praktiken und Lehren der damaligen Kirche. Daraus entwickelt sich die Reformation.
1545–1563: Das Konzil von Trient beginnt die katholische Reform und grenzt die katholische Lehre gegenüber den reformatorischen Kirchen ab.
1869–1870: Erstes Vatikanisches Konzil; unter anderem wird die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit in bestimmten Lehrentscheidungen definiert.
1962–1965: Zweites Vatikanisches Konzil. Es modernisiert viele Bereiche der katholischen Kirche und stärkt beispielsweise die Verwendung der jeweiligen Landessprache im Gottesdienst.
Besonderheiten
Oberhaupt ist der Papst mit Sitz im Vatikan.
Die Kirche hat eine hierarchische Struktur: Papst → Kardinäle → Bischöfe → Priester → Diakone.
Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente, darunter Taufe, Eucharistie, Firmung, Beichte und Ehe.
Die Eucharistie bzw. die Messe steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes.
Neben der Bibel spielt auch die kirchliche Tradition eine wichtige Rolle.
Maria und die Heiligen haben eine besondere Bedeutung.
Die katholische Kirche ist weltweit organisiert und gehört mit über einer Milliarde Gläubigen zu den größten christlichen Kirchen.

2. Die evangelische Kirche
Die evangelischen Kirchen entstanden hauptsächlich aus der Reformation im 16. Jahrhundert. Ein wichtiger Auslöser war die Kritik des deutschen Theologen Martin Luther an bestimmten Zuständen und Lehren der damaligen katholischen Kirche.

Martin Luther und die Reformation
1517 veröffentlichte Luther seine berühmten 95 Thesen. Darin kritisierte er unter anderem den Ablasshandel. Luther betonte, dass der Mensch nicht durch den Kauf von Ablässen oder gute Werke das Heil „verdienen“ könne, sondern dass der Glaube an Gott entscheidend sei.

Seine wichtigsten reformatorischen Grundgedanken werden häufig so zusammengefasst:

Sola fide: allein durch den Glauben
Sola gratia: allein durch die Gnade Gottes
Sola scriptura: allein die Heilige Schrift ist die entscheidende Grundlage der Lehre
Solus Christus: Christus allein ist der Weg zum Heil
Wichtige Stationen
1517: Beginn der Reformation mit Luthers 95 Thesen.
1521: Luther wird auf dem Reichstag zu Worms mit seiner Lehre konfrontiert und anschließend unter Reichsacht gestellt.
1530: Das Augsburger Bekenntnis wird auf dem Reichstag in Augsburg vorgelegt und wird zu einer wichtigen Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche.
1555: Der Augsburger Religionsfrieden ermöglicht es den Reichsständen im Heiligen Römischen Reich, zwischen katholischer und lutherischer Konfession zu wählen.
17. Jahrhundert: Weitere protestantische Traditionen, etwa reformierte Kirchen nach Johannes Calvin, entwickeln sich.
1817: In Preußen werden lutherische und reformierte Gemeinden teilweise zur Evangelischen Kirche der Union zusammengeschlossen.
20. Jahrhundert: Die evangelischen Kirchen engagieren sich zunehmend in sozialen Fragen, Friedensarbeit und ökumenischer Zusammenarbeit.
Besonderheiten
Die evangelischen Kirchen haben keinen Papst.
Die Bibel besitzt eine besonders zentrale Bedeutung.
In den meisten evangelischen Kirchen gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl.
Der Gottesdienst wird häufig stärker durch Predigt, Bibellesung und Gemeindegesang geprägt.
Geistliche dürfen in den meisten evangelischen Kirchen heiraten.
Frauen können in vielen evangelischen Kirchen Pfarrerinnen werden.
Es gibt verschiedene evangelische Traditionen, beispielsweise lutherische, reformierte und unierte Kirchen.

3. Eine wichtige Gemeinsamkeit
Trotz der Unterschiede gehören beide Traditionen zum Christentum. Beide glauben an den einen Gott, an Jesus Christus als Sohn Gottes, an seinen Tod und seine Auferstehung und an die Bedeutung der Taufe.

Seit dem 20. Jahrhundert gibt es außerdem eine stärkere ökumenische Zusammenarbeit zwischen katholischen und evangelischen Christen. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zu betonen und die historischen Trennungen besser zu überwinden.

Bürgerreporter:in:

Thomas Ruszkowski aus Essen

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