Essener Geschichten
Diese Figuren habe ich schon als Kind umarmt
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Die Statuen stellen einen 2 Arbeiter der Krupp-Gießerei dar und erinnern an die Menschen, die in der Gussstahlproduktion tätig waren. Sie symbolisieren die enge Verbindung der Siedlung Altenhof mit dem Krupp-Werk. Die Siedlung wurde ab 1893 von Friedrich Alfred Krupp als Wohnanlage für ehemalige und invalide Krupp-Arbeiter errichtet und gilt als frühes Beispiel sozial orientierten Werkswohnungsbaus.
Entstehungszeit: Die beiden Bronzefiguren wurden um 1900–1905 zusammen mit dem Gußmannplatz als drittem Bauabschnitt der Siedlung Altenhof I aufgestellt. Der Platz bildete den repräsentativen Eingang zur Siedlung.
Zwei Figuren: Tatsächlich stehen dort zwei unterschiedliche Arbeiterfiguren. Auf der einen Seite befindet sich der Gießer, auf der anderen der Puddler. Beide Berufe gehörten zu den wichtigsten Tätigkeiten der Eisen- und Stahlherstellung. Die Figuren sollten die Bewohner der Siedlung und ihre Arbeit ehren.
Der Gießer: Ein Gießer arbeitete in der Gießerei. Er goss flüssigen Stahl oder Eisen aus großen Pfannen in Formen, aus denen später Kanonenrohre, Maschinenteile oder andere Stahlprodukte entstanden. Diese Arbeit war körperlich extrem anstrengend und gefährlich, da sie in unmittelbarer Nähe von glühendem Metall erfolgte.
Der Puddler: Der Puddler war für ein älteres Verfahren der Eisenherstellung zuständig. Beim sogenannten Puddeln wurde Roheisen in einem Flammofen ständig mit langen Eisenstangen bewegt, bis daraus schmiedbares Eisen entstand. Auch diese Tätigkeit verlangte enorme Kraft und Ausdauer.
Symbolik: Die Figuren stehen nicht für bestimmte Personen, sondern für den „idealen Krupp-Arbeiter“. Sie verkörpern Fleiß, handwerkliches Können und den Stolz auf die industrielle Arbeit, die Essen um 1900 zu einer der bedeutendsten Industriestädte Europas machte.
Künstler: Interessanterweise ist der Bildhauer der beiden Arbeiterfiguren in den heute verfügbaren Quellen nicht eindeutig überliefert. Anders als beim Alfred-Krupp-Denkmal, dessen Bildhauer bekannt ist (Alois Mayer), lassen sich die Gießer- und Puddlerfiguren keinem gesicherten Künstler zuordnen.
Heute sind die Figuren besonders bedeutend, weil große Teile der ursprünglichen Altenhof-Siedlung in den 1970er- und 1980er-Jahren für den Neubau des Krankenhauses abgerissen wurden. Der Gußmannplatz mit seinen Arbeiterfiguren gehört zu den wenigen erhaltenen Teilen des ursprünglichen Ensembles und steht unter Denkmalschutz.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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