Industriegeschichte
Die Thomasbirne am Phoenix-See
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Der Thomas-Konverter, auch Thomasbirne genannt, ist ein bedeutendes Industriedenkmal auf der Kulturinsel des Phoenix-Sees in Dortmund-Hörde. Er wurde 1954 in der Hörder Kesselschmiede hergestellt und war bis 1964 im Stahlwerk Phoenix-Ost in Betrieb. Die Anlage ist etwa sieben Meter hoch und wiegt rund 68 Tonnen.
Aufbau und Funktionsweise
Der Konverter ist ein großer, birnenförmiger Stahlbehälter, der während des Betriebs mit flüssigem Roheisen gefüllt wurde. Seine Innenwand war mit einem feuerfesten, basischen Material ausgekleidet. Durch Düsen im Boden wurde Luft in das flüssige Roheisen eingeblasen.
Der Sauerstoff der eingeblasenen Luft reagierte mit unerwünschten Begleitstoffen, insbesondere Kohlenstoff, Silicium und Phosphor. Durch diese chemischen Reaktionen wurden die Bestandteile oxidiert. Dabei entstand Wärme, die ausreichte, um das Metall flüssig zu halten. Zur Bindung des Phosphors wurde Kalk zugesetzt, wodurch eine Schlacke entstand. Diese konnte anschließend vom Metall getrennt werden.
So wurde aus Roheisen Stahl, der unter anderem zur Herstellung von Eisenbahnschienen, Profilträgern und Blechen verwendet wurde.
Historische Bedeutung
Das Thomas-Verfahren, auch Thomas-Gilchrist-Verfahren genannt, ermöglichte die industrielle Verarbeitung phosphorreichen Roheisens. Es war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der modernen Stahlproduktion. Ab 1963 wurde das ältere Thomas-Stahlwerk in Hörde durch ein modernes Oxygenstahlwerk ersetzt.
Nach dem Ende des Betriebs blieb der Konverter als Zeugnis der industriellen Geschichte erhalten. Im Jahr 2010 wurde er an seinen heutigen Standort auf der Kulturinsel des PHOENIX Sees versetzt. Dort erinnert er an die jahrzehntelange Stahlproduktion, die Dortmund-Hörde wirtschaftlich und gesellschaftlich geprägt hat.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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