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Die neue Anstellung
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FREIE LOCKERE ERZÄHLUNGEN ♥
(2026)
GeschichtenzwischenZeilen
(fiktive Fortsetzungs-Erzählung)
Teil I
Die neue Anstellung
Lange hatte er auf diesen Tag gewartet.
Bereits vor vielen Monaten hatte er jegliche Zeitungen und ONLINE-Portale nach einer neuen
Arbeitsstelle durchforstet. Aufmerksam Nachrichten und die Treppenhaus-Gespräche seiner
Nachbarn verfolgt, nach dem Motto der Cousin meines Schwagers, also, oder war es der Neffe, hat da kürzlich...
Nun, sogar angestrengt einigen Kneipen- und Restaurant-Gesprächen gelauscht, von wegen, welche
Branche gerade dringend neues Personal suchte.
Nicht, dass er grundsätzlich neugierig wäre, oder wildfremde Leute einfach so bespitzeln täte,
geschweige denn wollte, auch war er zuvor nie Fremden ins Wort gefallen und schon gar nicht,
um nach einem Job zu fragen.
Die reine Verzweiflung aber ließ ihn an fast nichts Anderes mehr denken.
Natürlich hatte er zu seinem Leidwesen auch noch feststellen müssen, dass es eine
Menge Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt gab.
Und, er war nicht mehr der Jüngste.
Wie dem auch sei, nun war er unterwegs zum nahegelegenen Bahnhof, da sein Wagen in der Werkstatt
stand, länger als erwartet. Wieder schaute er auf seine Armbanduhr,
das vielleicht nun schon siebte Mal in den letzten 10 Minuten.
Er war tatsächlich noch einer der wenigen Menschen, die einen solchen
Zeitmesser nutzten, dachte er, und war dann sichtlich erleichtert, die Menschenmenge
auf dem Bahnsteig zu sehen.
Wenige Minuten später fuhr seine Zugverbindung ein, er stieg ein, ließ sich
erleichtert auf einen freien Platz fast förmlich fallen und atmete auf.
Vorübergehend zumindest.
Kurze Zeit später, vom erholsamen Aufatmen keine Spur mehr, war er am Zielort angekommen,
und wieder schlich diese Unruhe in ihm hoch.
Wenige Meter vom Bahnhof entfernt waren bereits die Büro- und Verwaltungstürme der
Stadt zu erspähen und nur einige wenige Schritte trennten ihn noch vom neuen Arbeitgeber.
Hoch, ziemlich hoch ragte dieser imposante TOWER des überregionalen Radiosenders vor
ihm auf und er hoffte inständig, die Fahrstühle mögen auch alle gut funktionieren.
Er blieb stehen. Ein letzter Blick auf seine Armbanduhr, kurzes Durchatmen, und dann
noch zwei, dreimal so tief er konnte. Der nicht mehr ganz so neue Anzug saß gut,
vielleicht nicht wie angegossen und perfekt, aber gewiss gut genug.
Gut in der Zeit war er also schon einmal, und würde man ihn nun beobachten, ganz genau taxieren, würde man seine Angespanntheit und gleichzeitige Erleichterung gewiss sogleich bemerken.
Laut, wenngleich kaum hörbar stieß er einen Seufzer aus.
Das sollte nun also sein Tag werden, bestimmt, es musste einfach so sein.
Ein neuer Job und vielleicht auch ein neues Leben, sollte nun beginnen.
Dazu musste er nun doch nur noch durch dieses automatische Eingangs-Portal hindurch zum
Empfang gehen und …
Reiss´ Dich zusammen, jetzt kommt es darauf an, sagte er innerlich zu sich.
Was soll denn auch jetzt noch passieren, die Vorstellungsgespräche liefen doch allesamt rund und
auch seine Referenzen überzeugten. Und die sechsmonatige
Probezeit sollte ihm doch gelingen, da war er bis eben noch ganz sicher gewesen.
Was aber, wenn nicht?
Wenn ihm diese Probezeit nicht gelänge und was, wenn er dann noch länger
arbeitslos und chancenlos bliebe?
Chancenlos auch weiterhin und dann erst recht bei den Frauen!?!
Wer wollte schon einen erfolg- und mittellosen Kerl wie ihn mit durchfüttern, geschweige denn gerne haben?!?
Nun, noch nie zuvor war er bei einem Radiosender beschäftigt gewesen, und nach diesen
wenigen Monaten der Antriebslosigkeit war seine Nervosität vielleicht auch einfach nur
normal und nachvollziehbar.
Seine letzte Beziehung zu einer Frau, wenn man das überhaupt so nennen durfte, lag jetzt
auch bereits gute vier Jahre zurück.
Doch was nutzen denn nun all diese seine Gedanken, sie hinderten ihn doch eher
und war es denn nicht ein gutes Zeichen gewesen, dieser Arbeitsvertrag!
Der erste Schritt, in die richtige Richtung, seinem Leben wieder einen Sinn und vor allem eine Zukunft zu geben!
Er sollte also endlich diese irrsinnigen Gedanken fortschieben, zu den positiven zurückkehren.
Schließlich befand er sich nun einmal hier! Endlich sollte er nun also auch hinein gehen.
Es wurde Zeit, sonst wäre der ganze Aufwand, pünktlich, sehr pünktlich zu sein, umsonst gewesen.
Die großen, gläsernen, automatischen Türen öffneten sich und in Windeseile schritt
er hindurch, den vier Aufzügen entgegen.
Aufgeregte Vorfreude und Anspannung zugleich durchströmten seinen Körper, als er
sich mit all´ den anderen Menschen vor den Fahrstühlen aufstellte.
Die Türen des zweiten von links schlossen sich gerade, als das LICHT über dem Aufzug ganz rechts
außen aufleuchtete und die ganze Horde Wartender dorthin rüber´ trabte.
Er wartete weiter und nahm sich vor, den nächstmöglichen Lift zu wählen und noch
ehe er diesen seinen Gedanken zu Ende hatte denken können öffnete sich genau vor
ihm eine der Fahrstuhltüren.
Erneut atmete er tief ein, streckte unwillkürlich seinen Oberkörper und trat rasch und
hektisch einen großen Schritt vor.
Unmittelbar darauf stieß er fast schmerzhaft mit einigen schweren Aktenordnern
heftig zusammen. Dabei rutschte ihm seine Aktentasche fast aus der Hand, Puls stieg an,
sowie schon wieder diese Nervosität und auf Schlüsselbeinhöhe nahm er diese Berührung
einer anderen Person wahr, nur unwesentlich kleiner als er.
Ein Kopf, unmittelbar vor ihm, ganz nah vor seinem Gesicht, hob sich, mit
einer herrlichen, dezent gelockten Haarpracht und dann sah er in zwei
wunderschöne, grün-blaue Augen.
Es war ein Augenpaar, so schön, wie er sie noch
nie gesehen hatte ...
………………… to be continued
2026@AnastasiA
Bürgerreporter:in:Anastasia TELL aus Essen |
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