Geschichte aus dem Rheinland
Der Werwolf von Alt-Kaster

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Im Mittelpunkt steht Peter Stubbe. Ihm wurde im Jahr 1589 vorgeworfen, sich mithilfe eines vom Teufel erhaltenen Wolfsfellgürtels in einen Werwolf verwandeln zu können. Nach den damaligen Berichten soll er zahlreiche Morde, Kannibalismus, Vergewaltigungen und Inzest begangen haben. Nach seiner Verhaftung legte er unter Folter ein Geständnis ab und wurde am 31. Oktober 1589 auf besonders grausame Weise hingerichtet.

Aus heutiger Sicht bewerten Historiker den Fall jedoch deutlich nüchterner:

Es sind keine originalen Gerichtsakten erhalten. Das meiste Wissen stammt aus zeitgenössischen Flugschriften, die häufig sensationsorientiert waren.
Das Geständnis wurde vermutlich unter Folter erzwungen, weshalb sein Wahrheitsgehalt stark angezweifelt wird.
Ob Peter Stubbe tatsächlich ein Serienmörder war, Opfer einer Hexenjagd wurde oder der gesamte Fall stark ausgeschmückt oder sogar teilweise erfunden ist, lässt sich heute nicht mehr sicher klären. Einige Historiker halten sogar für möglich, dass die Geschichte in ihrer überlieferten Form ein frühes Beispiel für sensationsgetriebene Propaganda war.

Der Bezug zu Alt-Kaster besteht darin, dass der heutige Ort als Ausgangspunkt des etwa 10 km langen Werwolf-Wanderwegs dient. Der Rundweg führt zu sieben Stationen, die mit der Überlieferung verbunden sind, darunter die vermutete Lage von Stubbes Hof, das Schloss Bedburg, in dem er gefangen gehalten worden sein soll, und den Hinrichtungsort.

Bürgerreporter:in:

Thomas Ruszkowski aus Essen

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