Kirchen
Der St.-Paulus-Dom in Münster
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Der St.-Paulus-Dom in Münster ist nicht nur ein beeindruckendes Gotteshaus, sondern steckt auch voller ungewöhnlicher Geschichten und geheimnisvoller Details.
1. Die Uhr mit dem Tod als Zeitansager
Die astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert ist eine der größten Besonderheiten des Doms. Eine Skelettfigur stellt den Tod dar und schlägt die Viertelstunden. Daneben steht Chronos, der Gott der Zeit, mit einer Sanduhr. Die Botschaft ist eindeutig: Die Zeit vergeht, und das Leben ist vergänglich.
2. Eine Uhr, die andersherum läuft
Der Sonnenzeiger der astronomischen Uhr bewegt sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Uhr zeigt nicht nur die Zeit an, sondern auch Mondphasen, Tierkreiszeichen und astronomische Zusammenhänge. Ihr historischer Kalender wurde für die Jahre 1540 bis 2071 berechnet.
3. Eine zerstörte Vorgängerin
Schon 1408 besaß der Dom eine astronomische Uhr. Während der Herrschaft der Täufer in Münster wurde sie 1534 beim Bildersturm zerstört. Wenige Jahre später entstand die heutige Uhr, die bis heute Besucher fasziniert.
4. Ein Maler verewigt sich selbst
Auf der astronomischen Uhr sind neben den Figuren der Heiligen Drei Könige auch gemalte Zuschauer zu sehen. Unter ihnen soll sich der Maler Ludger tom Ring der Ältere selbst dargestellt haben. So hinterließ er vor fast 500 Jahren eine Art Selbstporträt für die Nachwelt.
5. Goldene Köpfe und heilige Gebeine
Der Domschatz beherbergt kostbare Reliquiare, darunter den berühmten goldenen Kopf des heiligen Paulus. Solche Behältnisse dienten zur Aufbewahrung von Reliquien, also Überresten oder Erinnerungsstücken von Heiligen. Sie waren zugleich religiöse Kostbarkeiten und beeindruckende Kunstwerke.
6. Der Dom als mittelalterliches Erinnerungsalbum
Zahlreiche Grabdenkmäler und Inschriften erinnern an Bischöfe, Geistliche und wohlhabende Stifter. Wer es sich leisten konnte, ließ sich ein kunstvolles Denkmal errichten, um dauerhaft im kirchlichen Gedächtnis präsent zu bleiben.
7. Ein besonderes Schauspiel jeden Mittag
Um 12 Uhr ziehen an der astronomischen Uhr die Heiligen Drei Könige an Maria und dem Jesuskind vorbei und verneigen sich. Wer dieses Schauspiel sehen möchte, sollte sich rechtzeitig vor der Uhr einfinden.
Fazit: Der Dom zu Münster ist weit mehr als ein Ort des Gebets. Er ist ein Ort voller Technikgeschichte, mittelalterlicher Symbolik, kostbarer Kunst und überraschender Details. Besonders die astronomische Uhr zeigt, wie eng im Mittelalter Glaube, Wissenschaft und die Vorstellung von Leben und Tod miteinander verbunden waren.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.