Ein Strandspaziergang gibt Rätsel auf
Ein Schirm, ein Strand und tausend offene Fragen - was hat dieser Mann bloß vor?
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Der Mann mit dem Schirm
Eigentlich ist auf diesem Foto gar nichts Besonderes zu sehen. Ein Mensch - ein Strand - ein Schirm.
Und trotzdem beginnt sofort das Kopfkino.
Da ist ein Mensch an einem menschenleeren Strand. Kein Liegestuhl. Keine Strandtasche. Kein Handtuch. Nicht einmal eine zweite Person ist zu sehen. Nur ein Schirm. Und was macht der Mann? Er stellt ihn auf, nachdem er ein trockenes Fleckchen Erde gefunden hat.
Und schon werden wir zu Hobby-Ermittlern. Wo will er hin? Kommt er gerade vom Baden oder hat er es noch vor? Wartet er auf Sonne? Auf Regen? Auf jemanden? Hat er seinen Stammplatz am Strand verloren und sucht ihn nun verzweifelt? Oder trägt er den Schirm einfach von A nach B - was vermutlich die langweiligste und gleichzeitig wahrscheinlichste Erklärung wäre.
Aber genau die kennen wir nicht. Das Interessante an dem Bild ist nämlich, dass der Mann die einzige Figur in einer riesigen Landschaft ist. Sofort sucht unser Gehirn nach einer Geschichte. Aus einem ganz normalen Strandspaziergänger wird plötzlich die rätselhafteste Person an der ganzen Küste - oha, wenn der das wüsste ...
Dabei denkt er sich möglicherweise nur: „Ich gehe mal kurz mit dem Schirm spazieren.“ Vielleicht benötigt er ihn auch nur zum Orientieren.
Doch das wäre uns natürlich viel zu einfach. Also grübeln wir lieber weiter über den fehlenden Liegestuhl nach und warum es ihn an diese Stelle verschlagen hat.
Ich würde sagen: Manchmal sind die Geschichten, die wir uns zu einem Foto ausdenken, einfach unterhaltsamer als die Wahrheit.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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