Städtetour
E wie Ey, hörma! Wat is in Essen los?
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Essen ist ein Ort voller Kontraste: rau und schön, industriell und grün, laut und leise. Ein Tag reicht, um neugierig zu werden, aber nicht, um satt zu sein. Aber der Reihe nach:
Zollverein:
Zwischen den riesigen Stahlkonstruktionen und Backsteinfassaden fühlt man sich ein bisschen wie in einer anderen Zeit. Die klaren Linien der Bauhaus‑Architektur, die stillgelegten Förderbänder, die gewaltigen Hallen, alles wirkt gleichzeitig monumental und überraschend ästhetisch. Ein kurzer Abstecher ins Ruhr Museum rundet den Besuch ab: viel Ruhrgebiet, viel Identität, viel „Wir sind so“.
Nach so viel Industriekultur braucht man etwas Leichtes. Der Weg führt nach Rüttenscheid, wo Cafés und Restaurants dicht an dicht stehen. Nach dem Essen auf der "RÜ" mit seinen emsigen Treiben sucht man die Ruhe im Grugapark. Der Park ist wie ein Gegenpol zu Zollverein: weitläufige Wiesen, bunte Blumenbeete, kleine Seen, Kunstinstallationen. Essen kann eben nicht nur Industrie, sondern auch richtig viel Natur.
Ein Abstecher zur Villa Hügel, dem ehemaligen Wohnsitz der Familie Krupp, lohnt sich immer. Das Gebäude selbst ist beeindruckend, aber der Park und der Blick auf den Baldeneysee sind fast noch schöner. Man schlendert durch die alten Räume, in denen einst Entscheidungen getroffen wurden, die das Ruhrgebiet geprägt haben, und stellt sich vor, wie es gewesen sein muss, hier zu leben.
Der Weg führt abwärts zum Baldeneysee. Der Baldeneysee zeigte sich von seiner besten Seite. Ruhiges Wasser, leichte Brise, Jogger, Spaziergänger, Radfahrer. Man setzt sich ans Ufer, trinkt einen Kaffee und schaut den Segelbooten zu. Wenn die Sonne langsam tiefer sinkt, färbt sich der Himmel warm und weich, ein überraschend idyllischer Abschluss für einen Tag in einer Stadt, die man oft unterschätzt.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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