Die Pläne der Bundestagsparteien
Wie soll die Rente gesichert werden?

Achtung: Der Artikel soll weder Wahlwerbung sein, noch eine Wertung, was ich persönlich am besten finde, sondern lediglich zur Information dienen.

CDU/CSU:
- Die Rentenanpassung soll sich nicht mehr an der Lohnentwicklung orientieren. Stattdessen soll es einen Inflationsausgleich geben.
- Kinderlose sollen mehr zahlen.
- Rente an die durchschnittliche Lebenserwartung koppeln; somit würde das Renteneintrittsalter alle 10 Jahre um ein halbes Jahr steigen
- Abschläge bei früherem Renteneintritt deutlich erhöhen, bis zu 0,6 % pro Monat sind im Gespräch.

SPD:
- Gesetzlich garantiertes Rentenniveau von mindestens 48 Prozent bis 2030
- Begrenzung des Beitragssatzes auf 22 Prozent bis 2030
- Einführung eines steuerfinanzierten Demografiezuschusses zur gesetzlichen Rentenversicherung
- Dialog für einen neuen Generationenvertrag und ein umfassendes Reformprogramm zur Stabilisierung des Rentensystems
– Einführung einer gesetzlichen Solidarrente für langjährig Beschäftigte
- Einbeziehung bisher nicht versicherter Selbstständiger in die gesetzliche Rentenversicherung
AfD:
- Die Rentenversicherung soll mehr Beitragszahler gewinnen: Fast alle Staatsbediensteten und auch Politiker müssten künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.
- Wer 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, darf ohne Abschläge in Rente gehen.
- Für jedes neugeborene Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz in Deutschland würde ein Vorsorge-Depot eingerichtet. Der Staat würde monatlich 100 Euro einzahlen, die Auszahlung erfolgt ab dem 65. Lebensjahr. Zusätzlich plant die Partei eine „Willkommensprämie“ von 20.000 Euro für Neugeborene, wenn die Eltern bereits Rentenbeiträge in dieser Höhe geleistet haben.
- Wenn Witwen oder Witwer neben ihrer Rente noch arbeiten, soll dieser Verdienst nicht mehr von ihrer Hinterbliebenenrente abgezogen werden.
- Die private Altersvorsorge möchte die AfD stärker fördern: Investments in Aktien oder ETFs sollen steuerlich begünstigt werden.
- Für arbeitende Rentner plant die Partei einen zusätzlichen Steuerfreibetrag von 12.000 Euro, um Arbeitsanreize im Alter zu schaffen.
Das ifo Institut merkt dazu an, dass die Finanzierungsprobleme nur durch höhere Beiträge der Erwerbstätigen oder höhere Steuern gelöst werden können.

Grüne:
Der Grundgedanke der Grünen ist, dass gute Löhne und eine breite Beitragsbasis die Rente sichern. Daher fördern sie sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, gleiche Löhne, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie qualifizierte Zuwanderung.
Weitere Bausteine sind:
- Investition in Prävention,
- flexible Rentenübergänge
- Anhebung des Mindestlohns an und Abbau prekärer Beschäftigung
- Schrittweise Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente zur Bürgerversicherung, indem auch Abgeordnete sowie nicht anderweitig abgesicherte Selbstständige unter fairen Bedingungen einzahlen. Perspektivisch sollen auch Beamte einbezogen werden.
- Einführung eines Bürgerfonds, der nachhaltig investiert und dessen Erträge zur Stärkung der Renten verwendet werden.
- Schaffung wir eine ergänzende Kapitaldeckung ausschließlich durch Darlehen aus dem Bundeshaushalt sowie durch die Übertragung von Eigenmitteln des Bundes in der gesetzlichen Rentenversicherung
- Das gesetzliche Rentenniveau soll bei mindestens 48 Prozent halten und nachhaltig stabilisiert werden.
- Weiterentwicklung der Grundrente zu einer Garantierente nach 30 Versicherungsjahren weiterentwickeln, die deutlich mehr Menschen als bisher einbezieht und finanziell besser stellt.
- Festhalten an der Rente mit 67, jedoch mit Schaffung von Anreizen, damit Menschen länger arbeiten können, wenn sie dies möchten.
- Erleichterung von längerem Arbeiten durch flexiblere Übergänge in Altersteilzeit und finanzielle Anreize, indem der Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an Beschäftigte ausgezahlt wird, falls sie auf freiwillige Rentenbeiträge verzichten.
- Beibehaltung der sogenannten Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte. Dies kommt insbesondere denjenigen zugute, die nach jahrzehntelanger, anspruchsvoller und körperlicher Arbeit ihre Belastungsgrenze erreicht haben.
- Verbesserung der Erwerbsminderungsrente

Linke:
Die Linke sagt: „Die Rente muss für ein gutes Leben reichen und den Lebensstandard im Alter sichern.
Das ist problemlos finanzierbar, da unsere Gesellschaft von Jahr zu Jahr reicher und produktiver wird.”
- Die gesetzliche Rente muss den Lebensstandard sichern. Als Sofortmaßnahme soll das gesetzliche Rentenniveau auf 53 Prozent angehoeben werden.
- Mindestrente von 1.400 Euro
- Wer durch Erwerbsarbeit krank wird, darf nicht noch niedrige Renten zu fürchten haben. Daher möchte die Linke Rentenabschläge komplett streichen
- Auch Beamte, Politiker*innen und Selbstständige sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
- Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze
- Ausgleich von Zeiten niedriger Löhne
- Bessere Anerkennung von Zeiten der Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Zeiten der Erwerbslosigkeit
- Umwandlung der staatlichen Riester-Förderung umwandeln in einen Bundeszuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung. Beschäftigte können auf Wunsch ihre erworbenen Riester-Ansprüche auf das Konto bei der gesetzlichen Rentenversicherung übertragen.
- Anerkennung der Lebensleistung in Ost und West in gleicher Weise

FDP:
Systemumstellung hin zu mehr Kapitaldeckung ( gesetzliche Aktienrente )

• BSW:
Anstatt die Rüstungsausgaben auf drei Prozent oder mehr zu erhöhen, sollte der Rentenzuschuss aus dem Bundeshaushalt mindestens drei Prozent Wirtschaftsleistung betragen.

Achtung: Volt, Tierschutzpartei und andere kleine sind nicht mit aufgeführt, da sie aufgrund der 5 % Hürde in der Bundespolitik kaum eine Rolle spielen. Allerdings wird nach meiner Einschätzung ihre Bedeutung auf kommunaler Ebene, wo es keine 5 % Hürde gibt, zunehmen, da immer mehr Menschen von den etablierten Parteien enttäuscht sind.

Bürgerreporter:in:

Astrid Günther aus Duisburg

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