Wintersonnenwende
Die große Rückkehr des Lichts - eine Weihnachtsgeschichte
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Es war kurz vor Weihnachten - die Dunkelheit hatte eindeutig Überstunden gemacht. Mit jedem Tag wurde es ein bisschen früher dunkler.
„Also wirklich“, lispelte die Sonne hinter einer dicken Wolkendecke, „so langsam reicht´s. Seit Wochen bin ich hier die Frühschicht, und keiner bedankt sich.“
Die Menschen unten merkten davon nichts. Sie tranken Kaffee im Halbschlaf, suchten im Dunkeln ihre Socken und sagten Dinge wie: „Ist denn schon wieder Nacht?“ oder „Ich bin mir nicht sicher, ob ich heute aufgestanden bin oder einfach nur umgefallen.“
Am Nordpol jedoch wurde eifrig geplant. Die Wintersonnenwende stand bevor - der Moment, an dem das Licht offiziell sein Comeback feiern durfte. Der Weihnachtsmann klappte seinen Kalender auf und sagte:
„Halleluja, es ist soweit- ab nächster Woche machen wir es wieder heller. Aber bitte langsam. Sonst erschrecken wir sie.“
Die Sonne nickte. „Erst mal nur ein paar Minuten - so dass sie denken, sie hätten sich das eingebildet.“
Und tatsächlich - am ersten Tag nach der Sonnenwende passierte… fast nichts. Niemanden fiel etwas auf.
Am zweiten Tag: „Vielleicht täusche ich mich, aber irgendwie ist der Abend freundlicher.“
Am dritten Tag begann jemand zu lächeln, ohne genau zu wissen warum.
Und so schlich sich das Licht zurück - Tag für Tag ein kleines bisschen mutiger. Die Sonne streckte sich, die Dunkelheit zog sich beleidigt in die Ecken zurück und die Menschen merkten plötzlich .. oh ja, der Winter ist noch da .. aber er hat jetzt ein Ablaufdatum.
An Heiligabend flüsterte die Sonne schließlich:
"So, ihr Lieben. Dann will ich nicht hinterm Berg halten, dass es wieder bergauf geht.“
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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