„Druck machen“ für den Erhalt
Jürgen Resch (DUH) besucht Klinikpark
- Verbandsübergreifender Unterstützerkreis für den Erhalt des Klinikparks beim Rundgang mit Jürgen Resch (DUH).
- Foto: Fisima Tente Fotografie
- hochgeladen von Dietmar Kuhlmann
„Druck machen“ – unter diesem Motto setzt sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) seit Jahren für wirksamen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz ein. Auf Einladung der BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg machte sich DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch nun selbst ein Bild vom bedrohten Klinikpark des Universitätsklinikums Augsburg.
Bei Temperaturen von über 33 °C – mitten in der zweiten Hitzewelle dieses Jahres – verschaffte er sich gemeinsam mit Vertretern des BUND Naturschutz, der Baumallianz und der Naturschutzallianz Augsburg am letzten Mittwoch einen Eindruck von dem mehr als acht Hektar großen Park. Bereits nach wenigen Minuten unter dem Schatten des über 50 Jahre alten Baumbestandes wurde deutlich, welchen Unterschied große Bäume gerade an heißen Sommertagen machen: Während sich versiegelte Flächen stark aufheizen, sorgt der Klinikpark für Schatten, Verdunstungskühlung und ein spürbar angenehmeres Klima. Nicht ohne Grund findet der ➜ Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe bundesweit große öffentliche Aufmerksamkeit.
Dr. Dietmar Kuhlmann, Sprecher des Zusammenschlusses der Naturschutzverbände für den Erhalt des Klinikparks, erläuterte die Bedeutung des Parks für Klima, Artenvielfalt und Naherholung. Mit mehr als 1.300 Bäumen, zahlreichen Tierarten und seiner vom renommierten Landschaftsarchitekten Gottfried Hansjakob gestalteten Anlage sei der Klinikpark ein wertvoller Naturraum sowie ein wichtiger Baustein für die Frischluftversorgung und die Kühlung des Klinikgeländes sowie der angrenzenden Wohngebiete.
Standortentscheidung gehört auf den Prüfstand
Im Mittelpunkt des Rundgangs stand auch die Standortfrage für den Neubau des Universitätsklinikums. Der Freistaat Bayern hatte sich bereits im Juli 2024 auf das westlich gelegene Baufeld und damit auf den Klinikpark festgelegt. Diese weitreichende Entscheidung erfolgte ohne vorherige Einbindung der betroffenen Nachbarstädte und ohne öffentliche Diskussion der beiden grundsätzlich geeigneten Standorte. Dabei steht mit dem östlich des heutigen Klinikums gelegenen Baufeld eine realistische Alternative zur Verfügung, die bereits heute überwiegend bebaute oder versiegelte Flächen aufweist. Begründet wurde die Vorfestlegung vor allem mit einem angeblichen Zeitvorteil der Westlösung. Inzwischen hat sich der ursprünglich angestrebte Fertigstellungstermin von 2038 bereits auf 2041 bis 2043 verschoben (➜ Freistaat verschiebt Zeitplan). Aus Sicht des BUND Naturschutz verliert dieses Zeitargument damit zunehmend an Überzeugungskraft und macht eine transparente, gleichwertige und ergebnisoffene Prüfung beider Standortalternativen notwendiger denn je.
Sachliche Argumente entfalten Wirkung
Jürgen Resch bestärkte die Aktiven in ihrem bisherigen Vorgehen. Erfolgreicher zivilgesellschaftlicher Druck entstehe durch eine
- fachlich fundierte Argumentation,
- breite öffentliche Aufmerksamkeit,
- starke Bündnispartner und
- die konsequente Einforderung der bestehenden rechtlichen Verpflichtungen von Behörden und Vorhabenträgern.
Genau diesen Weg verfolgen die Naturschützer seit Bekanntwerden der Vorfestlegung im Juli 2024. Mit Informationsveranstaltungen, einer Petition, offenen Briefen, der Forderung nach einer Raumverträglichkeitsprüfung sowie einer umfangreichen Stellungnahme im Bauleitverfahren setzen sie sich für eine transparente und ergebnisoffene Prüfung beider möglichen Standorte ein. Rückmeldungen aus Politik und Verwaltung lassen darauf schließen, dass die fachlichen und rechtlichen Einwände ernst genommen werden.
Der Einsatz für den Klinikpark geht weiter
Um den Klinikpark noch stärker in das öffentliche und politische Bewusstsein zu rücken, werden bereits die nächsten Schritte vorbereitet. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Parks im Jahr 2027 sind umfangreiche Informations- und Öffentlichkeitsaktionen geplant.
Zum Abschluss des Rundgangs gab Jürgen Resch den Naturschützern weitere fachliche Anregungen für ihre Arbeit und sagte seine weitere Unterstützung für den Erhalt des Klinikparks zu.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite:
➜ augsburg.bund-naturschutz.de/uka
Für BUND Naturschutz e.V., Kreisgruppe Augsburg
Dr. Dietmar Kuhlmann, Mitglied des Vorstands
Für BUND Naturschutz e.V., Ortsgruppe Stadtbergen
Dr. Ludwig Fink, Vorsitzender
Für BUND Naturschutz e.V., Ortsgruppe Neusäß/Aystetten
Hannes Grönninger, Vorsitzender
Bürgerreporter:in:Dietmar Kuhlmann aus Neusäß |
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