Mein WoW-Haus ist kein Trophäenlager
Hier kommen Freunde Zusammen - es ist ein virtuelles Zuhause

Stamper mit seinem treuen tierischen Begleiter. | Foto: Stamper
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  • Stamper mit seinem treuen tierischen Begleiter.
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World of Warcraft (WoW) ist ein Online-Rollenspiel (MMORPG), in dem Spielerinnen und Spieler mit ihrem Charakter eine riesige Fantasy-Welt erkunden, Quests erleben und sich in Dungeons und Raids zusammenschließen. Über viele Erweiterungen hinweg haben sie nicht nur Ausrüstung gesammelt, sondern vor allem Geschichten, Erinnerungen – und Prestige.

Mit dem Housing ist nach über 20 Jahren endlich ein lang ersehntes Feature im Spiel angekommen: ein eigener, frei gestaltbarer Rückzugsort in Azeroth. Besonders spannend: Das Zuhause lässt sich nicht nur hübsch einrichten, sondern mit Trophäen und Sammlerstücken füllen, die Erfolge, seltene Drops oder persönliche Meilensteine sichtbar machen. Für viele wird das Eigenheim so zu einer Art persönlichem Museum – kreativ, dekorativ und ein Statement.

Wer ist Stamper in Azeroth?
myheimat: Wer ist Stamper in Azeroth (Klasse, Spezialisierung, Rolle in der Gilde „Das 7. Zeichen“) – und wer steckt als Spieler dahinter? Seit wann spielst du WoW?
Stamper: Stamper ist ein Kriegertank und ich spiele seit Release, also seit 2005. Früher habe ich beim „7. Zeichen“ im Raid gespielt, die Gilde aber verlassen, als ich dafür keine Zeit mehr hatte. Wegen Housing bin ich wieder beigetreten, weil ich in einer Gildennachbarschaft wohnen wollte – mit Leuten, die ich kenne und bei denen man merkt, dass sie sich mit ihren Häusern Mühe geben.

myheimat: Was macht dir in WoW grundsätzlich am meisten Spaß?
Stamper: Mir macht am meisten Spaß, mir Dinge so aufzubauen, dass sie sich „richtig“ anfühlen – also stimmig und passend. Ich spiele auch andere Spiele oft mit Blick auf Base-Building oder Housing, gerne sogar mit Survival-Aspekt. Genau das hat mir in WoW lange gefehlt.

Der erste Moment im Housing: „sehnsüchtig erwartet“
myheimat: Erinnerst du dich an deinen ersten Moment im Housing? War das eher „Endlich!“ oder vorsichtiges Abtasten – und warum?
Stamper: Ganz klar „Endlich!“. Ich habe Housing sehnsüchtig erwartet und war komplett begeistert, als es angekündigt wurde. Mein erster Eindruck war richtig gut.

myheimat: Du hattest frühen Zugang – wie war das damals im Vergleich zu heute?
Stamper: Ich hatte früher Zugang durch die Collector’s Edition von Midnight. Es war ein sehr schönes Fundament mit großem Potenzial, aber eben auch mit ein paar Ecken und Kanten. Einige davon gibt es heute noch, aber am System wird ja regelmäßig gearbeitet – das merkt man.

Zeit, Routine und „Logout auf dem Sofa“
myheimat: Wie viel Zeit investierst du aktuell in dein Housing – pro Woche oder pro Session? Ist das eher ein Nebenbei-Projekt oder ein fester Bestandteil deiner WoW-Routine geworden?
Stamper: Am Anfang habe ich sehr viel Zeit investiert. Jetzt bin ich erstmal da angekommen, wo ich mich mit den aktuellen Möglichkeiten hin entwickeln konnte. Wenn neue Inhalte dazukommen – wie die kürzlich hinzugekommene Gartenerweiterung – verbringe ich wieder viel Zeit damit, alles so zu gestalten, wie ich es gerne hätte.

myheimat: Gibt es bei dir eine feste „Housing-Gewohnheit“?
Stamper: Ja: Stamper loggt in der Regel in seinem Haus aus – auf dem Sofa oder im Bett. Dadurch startet die nächste Runde dann auch wieder dort. Das macht das Ganze irgendwie persönlicher.

Konzept & Stil: bewohnt, bodenständig und lore-accurate
myheimat: Nach welchem Konzept gestaltest du dein Zuhause: praktisch, gemütlich, episch, lustig, lore-accurate oder komplett frei? 
Stamper: Mein Stil ist eine Mischung aus gemütlich, praktisch und lore-accurate. Das Haus soll einen bewohnten, belebten und natürlichen Eindruck machen – also realistisch und bodenständig, bezogen auf die WoW-Welt.

myheimat: Was hast du bewusst nicht gemacht – obwohl es möglich wäre?
Stamper: Ich habe mich bewusst gegen sehr viele Zimmer, große magische Konstrukte oder bauliche Gags entschieden. Stattdessen habe ich viele besondere Belohnungsgegenstände auf Andenkengröße runterskaliert und als Sammelstücke in Regalen, Schränken oder auf Kommoden platziert. So tragen die Dinge, die Stamper „durchlebt“ hat, wirklich zum Flair des Hauses bei.

myheimat: Und wie wichtig sind dir Außenbereich und Garten?
Stamper: Sehr wichtig. Gerade außen und im Garten wollte ich die naturnahe Stammeskultur der Tauren zeigen – und speziell die von Stamper, der auch Kräuterkundler ist.

Lieblingsfunktionen & dein „Signature-Detail“
myheimat: Welche kreativen Tools oder Funktionen gefallen dir besonders?
Stamper: Für mich sind Skalieren und freies Platzieren die besten Funktionen. Damit habe ich zum Beispiel immer wieder Blumenkästen gestaltet. Das Einfärben nutze ich aktuell noch kaum, möchte es aber in den nächsten Ausbaustufen stärker einsetzen.

myheimat: Du hast Beleuchtung angesprochen – was wünschst du dir da?
Stamper: Beleuchtung ist für mich superwichtig. Da haben andere Spiele mehr zu bieten. Ich wünsche mir Wettereffekte, die sich auf das Innere des Hauses auswirken, einstellbare Lichtstufen und -farben bei Fenstern und dass das Ein- und Ausschalten konsequent auf alle Lichtquellen erweitert wird. Dass man Lichtquellen inzwischen auch draußen platzieren kann, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.

myheimat: Woran erkennt man dein Haus sofort?
Stamper: Ich glaube, es sind drei Dinge: realistische Gestaltung mit vielen Details, eine sehr vollständige Umsetzung (keine Ecke wirkt leer, kein Raum ist ungenutzt, keine Treppe führt ins Nichts) – und Blumen plus Gemütlichkeit.

Ressourcen, Aufwand und Motivation: „Berufe fühlen sich nach Arbeit an“
myheimat: Was braucht es, um dein Domizil so aufzubauen, wie du es willst? 
Stamper: Generell braucht es eine Menge aus fast allen Bereichen des Spiels. Es hängt natürlich stark davon ab, wo Blizzard Deko-Teile im Spiel integriert.

myheimat: Was motiviert dich – und was fühlt sich eher nach Pflichtprogramm an?
Stamper: Am meisten nach Arbeit haben sich bisher Dinge angefühlt, die aus Berufen stammen. Oft sind schon die Rezepte schwer zu bekommen und haben sehr niedrige Dropchancen. Dazu kommt: Sie sind oft teuer und man braucht Ressourcen aus alten Spielteilen – die zu farmen habe ich einfach keine Lust oder Zeit.

myheimat: Was wäre dein Wunsch an Blizzard, damit Housing hier runder wird?
Stamper: Ich würde mir wünschen, dass man Kopien eines Gegenstands einfacher und schneller bekommen kann, sobald man das erste Exemplar freigespielt hat. Das würde eine thematisch gleichmäßigere Einrichtung ermöglichen.

myheimat: Was treibt dich dann am meisten an?
Stamper: Wenn mir ein Gegenstand wirklich gefällt und ich ihn über eine Aktivität bekomme, die diese Belohnung klar ausweist – also thematisch passt. Belohnungen für Erfolge, die ich ohnehin gerne sammle, sind oft auch richtig gut. Toll sind auch Gegenstände, die man für Währungen und Ruf bei Fraktionen kaufen kann – da gibt’s zum Beispiel starke Troll-Teile – oder einmalige Dekorationen wie Banner oder Statuen für besondere Errungenschaften.

Der Wohlfühlmoment – und warum „Design“ vor Prestige kommt
myheimat: Was macht dir am meisten Freude: Sammeln, Bauen, Perfektionieren, Präsentieren – oder der soziale Aspekt?
Stamper: Sammeln ist für mich eher Mittel zum Zweck – genauso wie das Bauen. Das Perfektionieren gefällt mir deutlich besser. Am meisten Spaß habe ich, wenn fertige Dinge genau meinen Vorstellungen entsprechen.

myheimat: Kommen auch andere vorbei – oder ist das eher dein Rückzugsort?
Stamper: Ich habe mein Haus offen begehbar eingestellt, aber der soziale Aspekt ist bei mir vor allem auf den engen Freundeskreis begrenzt. Ich zeige mein Haus gerne und schaue mir auch die Häuser der anderen an. Schön ist, wenn Housing ganz natürlich Teil des Spiels wird – wenn man Nachbarn trifft oder merkt, dass man lieber im Voice quatschen will, statt zu spielen, und sich dann zusammen ins Housing-Wohnzimmer setzt.

myheimat: Gab es einen Moment, in dem du dachtest: „Jetzt ist es wirklich mein Ort“?
Stamper: Ja, als ich nach viel Arbeit die mittlere Hausgröße freigespielt hatte und Stamper draußen neben der Hundehütte und dem Gartenzwerg vor dem neu eingefassten Vorgarten auf die Bank gesetzt habe.

myheimat: Wenn es um „das prächtigste Eigenheim“ geht: Seltenheit/Prestige oder Design/Idee?
Stamper: Ganz klar Design und Idee. Ich möchte beim Housing schon vorne mitspielen, aber es geht mir um liebevolle Gestaltung. Plots, die im Garten einfach nur große Prestige-Objekte aneinanderreihen, haben für mich den Charme eines Ramsch-Flohmarkts. Das Haus soll zum Charakter passen und sich idealerweise auch in die Nachbarschaft einfügen – gerne auch mit einfachen Deko-Teilen.

myheimat: Gibt es trotzdem kreative „Respekt-Momente“, selbst wenn es nicht dein Stil ist?
Stamper: Klar. Ich respektiere Spieler, die aus dem vorhandenen Deko-Kram ihr Haus zum Beispiel als Kopf von Homer Simpson bauen. Aber ich persönlich ziehe jede kleine Hütte vor, die perfekt in einen Berg mit Wasserfall eingebaut wurde.

Bürgerreporter:in:

Florian Handl aus Augsburg

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