DFG Augsburg
Vortrag von Rolf Ricker –China – Weltmacht des 21. Jahrhunderts
- Rolf Ricker - Moderator China-Weltmacht des 21. Jahrhunderts
- Foto: Marianne Stenglein
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China – Reich der Mitte
Vortrag von Rolf Ricker – China – Weltmacht des 21. Jahrhunderts
Die Deutsch-Französische Gesellschaft Augsburg und Schwaben e.V. kann stets mit spannenden Vorträgen aufwarten, so fand am 15.04.202 ein äußerst informativer Vortrag durch Rolf Ricker statt, welcher aus seinen diversen China Reisen den interessierten DFG Mitgliedern und Interessenten persönliche Eindrücke sowie einen Überblick über das "Reich der Mitte" vermitteln konnte.
Zu Beginn stellte er sich vor und besprach auch seine diversen Reisen. Man merkte ihm an, daß er das Land liebt und das Publikum dadurch in den Bann schlug.
Rolf Ricker:
Studienrat a.D. am Holbein Gymnasium in Augsburg, er unterrichtete Geographie, Wirtschaft und Recht. Rolf Ricker war langjähriger Vorstand von PRO Augsburg und ist bei der DFG Deutsch-Französischen Gesellschaft Augsburg und Schwaben e.V. Mitglied der Vorstandschaft.
Seine erste Reise fand in 2012 im Austausch mit dem Gymnasium in Jinan statt, seine zweite Reise fand 2014 statt. Im Jahr 2025 führte es ihn gleich zweimal nach China, anhand einer großen Weltkarte folgten die Besucher seiner Reiseroute ins „Land der Mitte“.
1,4 Milliarden Einwohner hat China mit 9,6 Millionen Quadratkilometer Fläche. In China finden sich sämtliche Klimazonen. Von Mai bis Oktober bringt der Monsun feuchte Luft vom Ozean, von Oktober bis April kühle Luft vom Land. Hohe Gebirge im Westen (Himalaya) und weite Ebenen im Osten – dadurch gibt es große Kontraste.
Tropisches Monsunklima (äußerster Süden): Lange Sommer und sehr warm und feucht (z.B. Hainan).
Subtropisches Monsunklima (Zentral- und Südchina): Heiße Sommer, kalte Winter, hohe Niederschläge, gelegentlich Taifune.
Gemäßigtes Klima (Norden/Nordosten): Kontinental geprägt mit kalten, trockenen Wintern und heißen Sommern.
Trockenes Wüsten- und Steppenklima (Nordwesten/Innere Mongolei): Harte Bedingungen mit extremen Temperaturunterschieden.
Hochgebirgsklima - Kalt, ganzjährig Eis und Schnee möglich.
Die ersten Dynastien im Kaiserreich:
Die erste Dynastie Chinas, die Dynastie Shang, ist auf das 16. bis 11. Jahrhundert (v.Chr.) zurückzuführen. Aus diesem Zeitraum begann auch eine genaue Dokumentation der Geschichte Chinas. So lässt sich auch ganz genau belegen, dass an Stelle der Shang-Dynastie im Jahre 1045 (v.Chr.) die Zhous-Dynastie trat. Durch diese ist auch eine Weiterentwicklung der chinesischen Kultur zu verzeichnen.
Diverse Dynastien wurden erwähnt, unter der Ming Dynastie isolierte sich China und diese Dynastie dauerte bis 1644, dann folgte die Mandschu Dynastie, welche aber die letzte Dynastie in China war. Durch die Einflüsse der Kolonialmächte, mehrere Aufstände und zuletzt durch den Boxeraufstand konnte sie sich nicht mehr retten. Im Jahre 1912 war dann mit der Mandschu Dynastie durch den Sturz des letzten Kaisers (er war erst drei Jahre alt) Schluß und es endete die Ära der chinesischen Kaiserreiche.
Von 1912-.1949 gab es Bürgerkriege in China, 1949 wurde der Staat China gegründet. Der bedeutendste Widersacher von Mao Zedong war Chiang Kai-shek, der Führer der nationalchinesischen Kuomintang-Partei. Beide kämpften jahrzehntelang im chinesischen Bürgerkrieg um die Vorherrschaft, bis Chiang Kai-shek 1949 nach Taiwan floh, nachdem er Maos Kommunisten unterlegen war Die Zuhörer erfuhren mehr über Mao, über die Bodenreform, die Kulturrevolution und die politische Zusammensetzung in China. An der Spitze steht der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, der zugleich das Amt des Staatspräsidenten bekleidet und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission ist. Seit 2012 hat Xi Jinping diese Positionen inne.
Der Nationale Volkskongress gilt formell als das höchste Gesetzgebungsorgan, der Staatsrat als das Exekutivorgan. In der Praxis sind die politischen Richtlinien der Partei jedoch ausschlaggebend.
Religion: Erstaunlich viele junge Leute sind wieder religiös und das sieht man durch die Ahnenverehrung, Tempelfeste etc. Staatlich anerkannte Religionvn sind Buddhismus, Daoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus. Jede Religion wird toleriert, solange sie sich nicht in die Politik einmischt. Dann sprach Rolf Ricker das Thema Konfuziuus an . Die Lehre des Konfuzius ist eine Philosophie, die auf Harmonie, Bildung, Ahnenverehrung und strikte soziale Hierarchien setzt. Er lebte von 551-479 vor Christus und stammte aus der Stadt Oufu in der Provinz Shandong. Ein äußerst interessanter Punkt für das Pubikum war, mehr über Konfuzius zu erfahren. Das Wohl der Gemeinschaft ist auch heute noch ein wichtiges Ziel in China.
Dann ging der Moderator auf die BIP Daten von China, USA und Deutschland ein – USA 30,3 Billionen Dollar, China 19,6 Billionen Dollar mit Macao und Hongkong, Deutschland 4,47 Billionen Euro.
Zu schaffen macht China der Immobiliensektor und schwacher privater Konsum.
Die Bildung ist sehr wichtig in China und das Thema wurde ausführlich von Rolf Ricker besprochen. Er erläuterte die Kriterien, so kann man mit Abitur nicht automatisch studieren, sondern man muss eine Aufnahmeprüfung machen. Viele Anekdoten aus seinen persönlichen Erfahrungen machten den spannenden Vortrag auch unterhaltsam, es konnten Fragen zu vielen aktuellen Themen gestellt werden. Einige Teilnehmerinnen sagten im Anschluss, jetzt sehen sie China mit anderen Augen, und er hat auch einige Klischees durch seine Erfahrungsberichte aus China, ausgeräumt.
Bürgerreporter:in:Marianne Stenglein aus Augsburg |
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