''Kannst du mal stillsitzen?'' – Wenn dein Kind immer in Bewegung ist
- hochgeladen von Tobias Warzel
Es steht auf, wenn alle sitzen.
Spricht dazwischen.
Hat ständig neue Ideen, aber verliert sich in jeder zweiten.
Klettert, springt, tanzt – selbst wenn du nur kurz zum Bäcker willst.
Vielleicht hast du es schon gehört – im Gespräch mit der Erzieherin, beim Arzt oder von anderen Eltern:
- ''Das ist bestimmt ADS.''
- ''Der braucht mal klare Grenzen.''
- ''Die ist ganz schön anstrengend.''
Und vielleicht fragst du dich selbst:
- Ist mein Kind zu viel?
- Ist das noch normal?
- Was, wenn mit meinem Kind wirklich etwas nicht stimmt?
Doch was viele vergessen: Hinter starker Energie steckt oft kein Problem – sondern Potenzial.
Warum ''zappelig'' nicht gleich auffällig ist
Kinder mit hoher Energie sind oft besonders wach, feinfühlig und schnell.
Sie spüren viel, wollen alles gleichzeitig – und sind ständig auf Empfang.
Das macht sie neugierig, aber auch schnell reizüberflutet.
Sie erleben die Welt wie in Überlautstärke.
Was bei anderen Kindern leise ankommt, prallt bei ihnen mit voller Wucht auf.
Ihr Verhalten ist kein Zeichen von Trotz – sondern ein Zeichen, dass sie Hilfe brauchen, um mit ihrer Wahrnehmung umzugehen.
Und vor allem: Dass sie lernen dürfen, wie man diese Energie steuert – statt sie zu unterdrücken.
Was Kinder mit ''zu viel Energie' wirklich brauchen
Diese Kinder brauchen nicht weniger – sie brauchen mehr:
- Mehr Struktur, um sich nicht zu verlieren
- Mehr Bewegung, um sich selbst zu spüren
- Mehr Verständnis, statt ständiger Korrekturen
- Mehr Beziehung, statt Bewertung
💡 Was im Alltag hilft:
- Rituale und klare Abläufe geben Sicherheit
- Körperliche Pausen vor Denkaufgaben
- Klare, ruhige Sprache – statt Dauerdiskussion
- Räume, in denen Lautsein erlaubt ist
Und ganz wichtig: das Gefühl, nicht falsch zu sein.
Warum Bewegung das Gehirn reguliert
Bewegung ist keine Ablenkung – sie ist Verarbeitung.
Beim Springen, Rennen, Balancieren werden Reize sortiert, Stress abgebaut, Gefühle reguliert.
Gerade bei Kindern, die „immer in Bewegung“ sind, ist körperliche Aktivität kein „Zuckerl“, sondern Notwendigkeit.
Sie lernen über den Körper, was Ruhe heißt.
Nicht, weil sie still sitzen sollen – sondern weil sie sich selbst spüren.
Warum strukturierter Sport so wirksam ist
Ein wilder Spielplatz gibt Auslauf – aber kein Ziel.
Strukturierter Sport bietet mehr:
Rituale, die den Tag gliedern
Wiederholungen, die Vertrauen geben
Regeln, die Orientierung schaffen
Gruppenprozesse, die Rücksicht fördern
Kinder mit starker Energie brauchen genau das:
Ein Gerüst, in dem sie sich entfalten können – ohne überzulaufen.
Einen Raum, in dem sie laut sein dürfen – und gleichzeitig lernen, wann Leise-Sein hilft.
Und was ist mit Karate?
Karate ist mehr als Technik – es ist ein Training für Fokus, Selbstkontrolle und Respekt.
Gerade aktive Kinder erleben hier:
- Ich kann mich bewegen – und gleichzeitig konzentrieren.
- Ich darf stark sein – aber gezielt.
- Ich habe Kraft – und kann sie steuern.
- Im Karate-Training sind alle Abläufe klar. Jeder Schritt hat seinen Platz.
Kinder lernen, in ihrer Energie zu bleiben – aber nicht davon überrollt zu werden.
Ein Kind, das vorher ständig aneckt, erlebt hier oft zum ersten Mal: „Ich bin genau richtig – wenn ich lerne, mit mir umzugehen.“
''Karate ist kein Wettkampf – sondern ein Werkzeug für innere Ordnung.''
Was Karate bei uns besonders macht
TOWASAN ist kein Ort, an dem Kinder „funktionieren“ müssen.
Sondern einer, an dem sie lernen, wie sie mit ihrer Energie klarkommen – und dabei Selbstvertrauen aufbauen.
Hier erleben Kinder:
🔹 Bewegung hilft beim Denken
🔹 Klarheit beruhigt das Nervensystem
🔹 Disziplin entsteht, wenn man dranbleibt – nicht durch Druck
Bürgerreporter:in:Tobias Warzel |
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