Wichtige Hilfe für Bedürftige
Die Königsbrunner Tafel feiert ihr 20-jähriges Bestehen
- Agnes Renner
- Foto: Wolfgang Kowarschick
- hochgeladen von Joachim Meyer
Am 20. April 2006 wurde unsere Tafel von Ursula Dengel gegründet. Zur Gründungszeit waren 31 Ehrenamtliche aktiv, von denen noch 6 bei uns tätig sind. Als Dachverband wurde der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Augsburg e.V. gewonnen.
Erste Ausgabestelle war ein altes, renoviertes Bauernhaus
Die erste Ausgabe fand mit ca. 40 Bedürftigen in der Untere Kreuzstraße statt. Hier handelte es sich um ein altes Bauernhaus, welches von den Familien Dengel und Paul auf eigene Kosten renoviert wurde. Die Räumlichkeiten waren klein und und im Winter kalt, mit einer einzigen Toilette. Die Anzahl der Kunden wuchs und 5 Monate später waren schon 101 Ausweise ausgestellt.
Dreieinhalb Jahre später wurde Fr. Dengel von Jutta Bromby abgelöst, die die schwere Aufgabe hatte, die Tafel ins Pavillon (Karwendelstr. 2) umzuziehen. Wir besaßen plötzlich einen großen Ausgabe- sowie Vorbereitungsraum, eine Kühlzelle und eine Halle, in der sich die Kunden aufhalten konnten. Kurzum, wir waren verwöhnt.
Nach zwei Jahren wurde die Arbeit für Fr. Bromby zu anstrengend, sodass eine neue Leiterin gefunden werden musste. Hierfür wurde ich dann im Oktober 2011 gewählt und so leite ich die Tafel bis heute. Die Anzahl der Kunden nahm in der Zeit bis 2012 auf ca. 250 Kunden langsam aber stetig zu.
Seit Oktober 2015: sozialer Mittelpunkt am Ulrichsplatz 4
Das änderte sich schlagartig Ende 2014, als die ersten Asylbewerber in unsere Tafel kamen und wir quasi überrannt wurden. Zudem zogen wir Oktober 2015 in das neue Tafelgebäude hinter der Ulrichskirche an den Ulrichsplatz 4. Der damalige Pfarrer Weidner wollte die Tafel ins Stadtzentrum holen, damit hier ein sozialer Mittelpunkt entsteht. Die Räumlichkeiten sind allerdings viel kleiner und wir müssen diese mit dem Fairkauf teilen, doch unsere Erreichbarkeit für die Kunden hat sich verbessert, da wir zentraler liegen. Kurz nach dem Umzug mussten wir in unserer Tafelgeschichte das erste Mal einen Aufnahmestopp ausrufen. Durch die vielen Asylbewerber war der Andrang zu groß. Wir hatten nicht genug Lebensmittel und Personal, um alle versorgen zu können. Ein halbes Jahr hielten wir den Stopp aufrecht und konnten dann wieder alle neuen Bewerber aufnehmen.
Bringdienst wurde 2017 eingeführt
Im Jahr 2017 wurde dann unser Bringdienst eingerichtet. Die Pfarrei warb Ehrenamtliche an, die mit ihren Privatwägen gepackte Lebensmittelkisten zu Kunden nach Hause fahren, die zu alt oder krank sind, um in die Tafel zu kommen. Bis heute halten wir diesen Dienst aufrecht.
Corona als weitere Zäsur
Ein weiterer Einschnitt war Corona. Bis auf drei Wochen am Anfang hielten wir die Tafel in dieser Zeit immer geöffnet. Es gab zwar in dieser Zeit viele Herausforderungen, aber wir konnten die Tafel mit Einschränkungen für alle Kunden weiter betreiben.
Zu einem weiteren Aufnahmestopp mussten wir uns im Mai 2022 entschließen. Diesmal waren es die vielen neu angekommenen ukrainischen Flüchtlinge. Den Aufnahmestopp konnten wir erst zweieinhalb Jahren später wieder aufheben. Seitdem hat sich die Anzahl der Kunden stabilisiert.
Großartiges ehrenamtliches Engagement
Wir versorgen jede Woche ca. 450 Personen. Darunter sind Singles, alte Menschen und viele Familien. Wolfgang Kowarschick Dank dieser und unseren langjährigen und treuen Sponsoren können wir trotz den weniger werdenden Lebensmittel aus den Geschäften unsere Tafel auch nach 20 Jahren problemlos aufrechterhalten und unsere Kunden ein wenig finanziell entlasten. Text: Marianne Kowarschick
myheimat-Team:Joachim Meyer aus Friedberg |
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