Putin, Trump und Selenskyj
Schach mit Trump - der Diesel-Deal
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Die amerikanischen Farmer haben ein Problem: Ihre Traktoren fahren mit Diesel, nicht mit Wahlversprechen. Und Diesel ist teuer geworden. Im November wird gewählt. Da kann selbst unter einer roten Kappe der Gedanke aufkommen, dass zwischen „America first“ und der Tankrechnung noch irgendein Rechenfehler steckt.
Trump greift zum Telefon. Nach einem Gespräch mit Putin kündigt er einen Deal über russischen Diesel an. Anschließend verlangt er, die Ukraine solle ihre Angriffe auf russische Raffinerien einstellen und sich einen anderen Präsidenten suchen.
Ich stelle mir vor, wie Putin zufrieden den Hörer auflegt. Ein Kunde, der nicht nur kauft, sondern gleich noch den Schutz der Produktionsanlagen übernimmt: So einen findet man selten. Besonders, wenn er außerdem die Geschäftsleitung des überfallenen Nachbarlandes auswechseln möchte.
Wen hätte Trump denn gern an Selenskyjs Stelle? Einen, der sich widerstandslos bombardieren lässt? Einen, der vor jedem Abwehrversuch erst beim amerikanischen Landwirtschaftsministerium nachfragt? Oder gleich Putin? Der könnte dann beide Seiten vertreten. Das würde die Friedensverhandlungen erheblich vereinfachen.
Dabei liegt weiter südöstlich noch eine andere Kleinigkeit auf dem Brett: die Straße von Hormuz. Der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran hat die Öltransporte durch dieses entscheidende Nadelöhr schwer gestört. Auch dort müsste Trump nach Ursachen für die Versorgungskrise suchen.
Aber dann müsste er seine eigenen Züge noch einmal ansehen. Das ist unangenehm. Viel bequemer ist es, Selenskyj die Schuld zu geben. Der verteidigt sein Land und stört dabei den Dieselhandel. Man muss sich das vorstellen: Da wird einer überfallen und denkt zuerst an seine Bevölkerung statt an Trumps Umfragewerte.
Putin liefert den Treibstoff, bekommt Geld und darf darauf hoffen, dass sein Gegner weniger Gegenwehr leistet. Trump bekommt eine Schlagzeile. Die Rechnung geht an die Ukraine.
Beim Schach nennt man so etwas ein Opfer. Allerdings sollte man dafür eigentlich eine eigene Figur hergeben.
Ich würde gern einmal gegen Trump Schach spielen. Ich verliere zwar gegen die meisten Gegner, aber bei ihm rechne ich mir Chancen aus. Beim Schach muss man mehrere Schritte vorausdenken können. Man muss sogar in Betracht ziehen, dass der andere ebenfalls etwas vorhat.
Natürlich müsste man vorher klären, ob wir dieselben Regeln benutzen. Wenn ich ihm einen Springer wegnehme, verlangt er womöglich, meine Familie solle sich einen anderen Großvater suchen. Und wenn sein König im Schach steht, erklärt er das ganze Brett zur feindlichen Institution.
Noch lieber würde ich allerdings Melania gegen ihn spielen lassen. Mit Hut. Die breite Krempe über dem Brett, der Blick kühl auf die Figuren gerichtet. In meiner Vorstellung bemerkt sie jeden Materialvorteil, während Donald noch auf den Applaus für seinen ersten Zug wartet.
Er erklärt ihr, wie erfolgreich er ist. Sie nimmt seinen Turm.
Er erklärt ihr, wie viel Geld er hat. Sie nimmt seinen Läufer.
Er erklärt ihr, dass noch nie ein Präsident so gut Schach gespielt habe. Sie rückt ihre Dame vor.
„Du musst einen Deal mit mir machen“, sagt er.
Melania betrachtet das Brett. „Du hast nichts mehr anzubieten.“
Das dürfte ihn empfindlicher treffen als jedes Schachmatt. Einen verlorenen König kann man schließlich ersetzen. Im eigenen Haus. In einem anderen Land. Irgendwo wird sich schon einer finden, der besser zu den Geschäften passt.
Nur diese Frau unter dem Hut rechnet einfach weiter.
Donald greift zum Telefon.
Ich fürchte, am Ende ist wieder Selenskyj schuld. Oder war es nicht Epstein, der Melania in Trumps Nähe bugsierte?
P.S.:
Vom Schaumbad zum Schachmatt: Gestern Trump mit Melania in der Badewanne, heute beim Schachspiel. Muss man nicht begeistert sein von diesen Einblicken in eine interessante Ehe?
Bürgerreporter:in:Didi van Frits aus Hattingen |
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