Sprachliche Bildung in der Kita St. Elisabeth
Die Schlüsselkompetenz für Bildung und soziale Teilhabe
- Literacy-Ecken mit Bezug zum Alltag und der Lebenswelten der Kinder geben Sprachanregungen.
- hochgeladen von St. Elisabeth Kita
Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan beschreibt Sprache als eine „Schlüsselkompetenz für Bildung und soziale Teilhabe“. Somit ist Sprache als Schlüssel zur Welt zu verstehen und daher wichtig für die Bildung und erfolgreiche schulische Laufbahn, des Kindes. Der BEP sieht die sprachliche Bildung als Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Bereiche des Kita – Alltags zieht.
Unser pädagogischer Auftrag in der Kita ist es, die Sprachentwicklung der Kinder alltagsintegriert, gezielt, individuell und entwicklungsorientiert zu fördern! Ein zentrales Element ist die eigene Sprachvorbildfunktion, welcher wir uns stets bewusst sind. Das eigene Sprechen prägt das sprachliche Lernumfeld der Kinder maßgeblich. Daher nutzen wir Fachkräfte eine deutliche, korrekte und kindgerechte Sprache, die zum Nachsprechen und Weiterdenken anregt. Handlungen werden bewusst sprachlich begleitet, Sätze modelliert, Wörter erklärt, Aussagen der Kinder aufgegriffen und ausgebaut. Somit wird in Kooperation mit den Kindern eine natürliche Lerngelegenheit geschaffen, die sprachliche Bildung auch alltagsintegriert vermittelt. Das heißt Sprache wird nicht nur in geplanten Angeboten gefördert, sondern in allen Situationen des Tages: beim Frühstück, beim Anziehen, im Spiel, in Konfliktsituationen, im Garten oder auch bei Projekten usw. Hierbei werden Kinder angeregt, ihre eigenen Sichtweisen mitzuteilen und entsprechend zu verbalisieren.
Ebenso ist es uns wichtig, vielfältige dialogische Interaktionen zu ermöglichen und Zeit und Räume zu schaffen, in denen jedes Kind sprachlich zu Wort kommen kann. Denn in „echten Gesprächen“, also Situationen, in denen die Kinder selbst aktiv werden können, erzählen, Fragen stellen und eigene Gedanken formulieren können, lernen Kinder Sprachbewusstsein und erweitern gleichzeitig ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksfähigkeit. (Rollenspielecken, Kinderkonferenzen, Stuhlkreis…)
Zur Sprachbildung gehört außerdem, Literacy – Erfahrungen bewusst zu gestalten. Kinder wird die Freude an Geschichten, Symbolen und kulturellen Ausdrucksformen nahegebracht. Wir bieten regelmäßig Anlässe zum Lesen, Erzählen und Schreiben an – etwa durch gemütliche Leseecken, vielfältige Bücher, Reim – und Singspiele, oder kindliche Schreibexperimente etc. (So könnten beispielsweise gemeinsam mit den Kindern, ihren Bedürfnissen entsprechend, eingerichtete Ecken wie z.B. eine Weihnachtsbäckerei, eine Krankenhausecke, ein Friseursalon, ein Reisebüro usw. entstehen.)
Die sprachliche Bildung umfasst auch gezielte Fördermaßnahmen, insbesondere für Kinder, die zusätzliche Unterstützung benötigen. Damit dies gut auf die Fähigkeiten des Kindes abgestimmt, gelingen kann, ist eine weitere wichtige pädagogische Kernaufgabe unserer Arbeit, die systematische, kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung eines jeden Kindes. Dabei nutzen wir unter anderem Instrumente wie LISEB, SISMIK, SELDAK, Portfolioarbeit oder Lerngeschichten. Mit dem LISEB – Bogen wird die Sprachentwicklung der Krippenkinder beobachtet und dokumentiert. Der Sprachstands-Erhebungsbogen SELDAK richtet sich an Kindergartenkinder, die mit Deutsch als Erstsprache aufwachsen. Der SISMIK- Bogen hingegen, wird genutzt, um das Sprachverhalten von Kindergartenkindern mit Deutsch als Zweitsprache zu beobachten und einzuordnen. Die Auswertung der Bögen geben uns wichtige Erkenntnisse, über die Sprachentwicklung des Kindes, auf deren Grundlage wir gezielte Förderimpulse planen und anbieten.
Unsere Ziele der sprachlichen Bildung sind:
Sprachfreude und Motivation der Kinder fördern:
- Interesse an Sprache, Wörtern und Kommunikation wecken
- Kinder ermutigen sich sowohl verbal als auch nonverbal mitzuteilen und Fragen zu stellen
- Vielfältige, positive Spracherfahrungen im Alltag ermöglichen
Entwicklung von kommunikativen Kompetenzen:
- Gemeinsam Gesprächsregeln aufstellen (zuhören, ausreden lassen…)
- Eigene Bedürfnisse, Interessen, Ideen, Wünsche und Emotionen sprachlich ausdrücken
- Dialogfähigkeit ausbauen
Alltagsintegrierte Sprachbildung sicherstellen:
- Sprache bewusst in allen Bildungsbereichen fördern
- Sprachanregende Umgebungen schaffen und gestalten
- Sprachvorbildfunktion während des gesamten Tagesablaufs
Wortschatz ausbauen und erweitern:
- Alltagssituationen nutzen, um neue Wörter einzuführen
- Begriffe, Dinge, Verben und Adjektive kennenlernen
- Mehrdeutigkeiten, Gegensätze, Beschreibungen, etc. verstehen
Grammatik und Satzbau erwerben und festigen:
- Korrekte Satzstrukturen durch Vorbildsprache modellieren
- Kinder ermutigen mit Sprache zu experimentieren
- Sprachliche Strukturen spielerisch vertiefen
Regelmäßige Sprachstandserhebungen:
- Kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung der Kinder und diese mit den Eltern teilen
- Angebote den Bedürfnissen der Kinder entsprechend planen
- Zusätzliche Sprachförderangebote bereitstellen (z.B. in Kleingruppen, Vorkurs Deutsch)
Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Familien:
- Austausch über die Sprachentwicklung der Kinder, mit gegebenenfalls empfehlenswerten Unterstützungsbedarf und entsprechenden Fördermaßnahmen
- Eltern Hospitationsmöglichkeiten anbieten mit anschließendem Dialoggespräch und Anregungen für alltagsnahe Sprachförderung zuhause
Weitere Infos zur sprachlichen Bildung in unserer Kita erhalten Sie im nächsten Teil unserer Serie.
Bürgerreporter:in:St. Elisabeth Kita aus Gersthofen |
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