Sternenkinder
"ICH BIN ..." - eine berührende Wanderausstellung
- Die berührende Ausstellung gibt Einblicke in das Thema Sternenkinder und zeigt, wie ein besonderes ehrenamtliches Engagement eine bleibende Verbindung zum verstorbenen Kind ermöglicht
- Foto: Dein Sternenkind Stiftung
- hochgeladen von Dagmar Weindl
Es gibt Momente im Leben, die unbeschreiblich sind. Ganz besonders gilt dies sicher, wenn es um sogenannte Sternenkinder geht: Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. In diesen Momenten, die von Schmerz und Trauer geprägt sind, für Eltern und Familien da zu sein, ist eine große Aufgabe. Sie erfordert ein wirksames Zusammenspiel von medizinischer, seelsorgerlicher und menschlicher Begleitung. Wertvolle Unterstützung leistet hier zudem die Sternenkindfotografie, ein besonderes Angebot, mit dem die Dein-Sternenkind-Stiftung Familien in der außergewöhnlich schweren Lebenssituation zur Seite steht: Sie organisiert ehrenamtliche Fotografinnen und Fotografen, die mit größtem Einfühlungsvermögen und Respekt für die Betroffenen da sind. Sie halten den unbeschreiblichen Moment im Bild fest – die Liebe und das Gefühl. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist in diesem Fall mehr als nur sprichwörtlich gemeint. Denn die im Bild festgehaltenen Erinnerungen können helfen, den Schmerz zu verarbeiten und eine bleibende Verbindung zum Kind zu bewahren. Auch – und gerade – wenn das erste Bild auch gleichzeitig das letzte Bild des Kindes ist.
Einen berührenden Einblick in die Sternenkinderfotografie bietet die Wanderausstellung „ICH BIN …“ der Dein-Sternenkind-Stiftung, die vom 25. Oktober bis zum 15. November in der Archivgalerie in Friedberg zu sehen ist. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit dem Schicksal der Sternenkinder und den Erfahrungen ihrer Familien auseinanderzusetzen. Sie eröffnet einen tiefen Einblick in eine Lebenssituation, die für die betroffenen Eltern und Angehörigen kaum in Worte zu fassen ist. Zugleich schafft sie Raum für Erinnerung und Mitgefühl – und für die Erkenntnis, dass auch ein viel zu kurzes Leben Spuren hinterlässt, die bleiben.
Dass die Wanderausstellung in Friedberg zu sehen ist, hat der Arbeitskreis Trauerarbeit der Pfarrei St. Jakob in Kooperation mit dem St. Afra Hospiz Aichach-Friedberg ermöglicht. „Uns war wichtig, dem Thema Sternenkinder, das leider sehr oft verschwiegen oder tabuisiert wird, Raum zu geben“, erklärt Gabriele Muhr vom Arbeitskreis Trauerarbeit. „Wer sich damit beschäftigt, merkt sehr schnell, wie viele Familien – sogar im engeren Umfeld – davon betroffen sind, und trotzdem wird ihre Trauer meist nur wenig ernst genommen. Wir hoffen, dass die Ausstellung dazu beiträgt, den Sternenkindern einen Platz in unserer Mitte zu geben und die Öffentlichkeit mehr für das Thema zu sensibilisieren. Gleichermaßen möchten wir Berührungsängste abbauen und die Wahrnehmung für die besondere Situation trauernder Familien stärken.“
Die Wanderausstellung „ICH BIN …“ ist damit nicht nur eine Einladung zum Hinschauen, sondern auch ein Plädoyer für Menschlichkeit, Anteilnahme und einen offenen Umgang mit Trauer. Im Rahmen der Ausstellung können sich Betroffene auch über Möglichkeiten zur Hilfe informieren. Ein wichtiger Aspekt, denn der Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach ist ein einschneidendes Erlebnis. Betroffene brauchen Menschen, die ihnen zuhören, ihre Trauer ernst nehmen und ihnen mit Offenheit und Einfühlungsvermögen begegnen. Daher sind während der Ausstellung immer auch fachkundige Ansprechpartner in der Archivgalerie vor Ort.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf dem besonderen Engagement der ehrenamtlichen Fotografen und Fotografinnen. Sie begleiten Familien in einem der schwersten Momente ihres Lebens, unentgeltlich wohlgemerkt, und schenken ihnen etwas von unschätzbarem Wert: liebevolle, würdevolle Fotografien ihres Kindes. Diese Bilder halten fest, was sonst vielleicht nur für einen kurzen Augenblick sichtbar wäre. Sie bewahren eine Erinnerung, die für Eltern und Angehörige ein Leben lang Bedeutung haben kann – das erste und zugleich das letzte Bild ihres Kindes.
Die Vernissage zur Ausstellung findet am 25. Oktober um 11:30 Uhr in der Archivgalerie (Pfarrstraße 6) in Friedberg statt und steht auch allen Interessierten offen. Bis zum 15. November ist sie dann jeweils zu folgenden Zeiten geöffnet: Freitag 16 – 20 Uhr, Samstag 14 – 18 Uhr, Sonntag 11 – 13 Uhr und 14 – 17 Uhr, Mittwoch 16 - 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Finanzierung der Ausstellung werden dankend angenommen.
myheimat-Team:Dagmar Weindl aus Friedberg |
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