Viruserkrankungen
Die Spanische Grippe
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Der sogenannte „Patient Null“ der Spanischen Grippe wird oft mit einem Farmer aus Kansas, USA in Verbindung gebracht. Der Landarzt Loring Miner bemerkte Ende Februar 1918 einen ungewöhnlich schweren Grippeverlauf bei einem Soldaten in Fort Riley, einer Militärbasis in Kansas. Heute geht man davon aus, dass dieser Farmer der erste bekannte Mensch war, bei dem das mutierte Influenzavirus von einem Huhn auf den Menschen übergesprungen ist.
Die Spanische Grippe breitete sich während des Ersten Weltkriegs rasant aus und erreichte Europa durch Truppenbewegungen und Handelsrouten. Die ersten dokumentierten Fälle traten in den USA auf, insbesondere in Militärlagern, bevor infizierte Soldaten die Krankheit nach Frankreich, Belgien und Deutschland brachten. Durch die massiven Truppenverlegungen und die schlechten hygienischen Bedingungen in den Schützengräben konnte sich das Virus schnell verbreiten.
Die Spanische Grippe forderte weltweit zwischen 20 und 50 Millionen Todesopfer, laut Schätzungen der WHO. Einige Experten gehen sogar von bis zu 100 Millionen aus. Damit war sie tödlicher als der Erste Weltkrieg selbst. In Deutschland starben mindestens 260.000 Menschen an der Pandemie. Die Hauptwelle traf das Land zwischen Oktober 1918 und März 1919, wobei vor allem jüngere Menschen betroffen waren
Interessanterweise erhielt die Pandemie ihren Namen nicht, weil sie in Spanien begann, sondern weil Spanien als neutrales Land im Krieg keine Zensur hatte und offen über die Krankheit berichtete.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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