Gebäude
Der Satkom Tower
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Der SatkomTower in Hattingen steht auf dem ehemaligen Gelände der Henrichshütte und gehört zu den ungewöhnlichsten Bauwerken der Hattinger Industriekultur. Besonders interessant ist seine Geschichte, weil das Gebäude ursprünglich nicht als Turm oder Veranstaltungsort gebaut wurde, sondern als Luftschutzbunker.
Der Bau des Hochbunkers begann Ende 1943 während des Zweiten Weltkriegs. Er gehörte zum Werkluftschutz der Henrichshütte und sollte Arbeiter und andere Personen auf dem Werksgelände bei Luftangriffen schützen. Der massive Bunker besaß sechs Etagen und konnte ungefähr 1.450 Menschen aufnehmen. Die Henrichshütte war zu dieser Zeit ein bedeutender Stahl- und Rüstungsstandort.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bunker nicht abgerissen, sondern weiter genutzt. Unter anderem diente er zur Lagerung technischer Gase. Damit blieb das Gebäude Bestandteil des ehemaligen Industrieareals, während sich die Henrichshütte im Laufe der Jahrzehnte stark veränderte.
Eine entscheidende Veränderung erfolgte um das Jahr 2000. Der alte Bunker wurde aufwendig umgebaut. Auf dem massiven Betonbau entstand eine moderne Glas- und Stahlkonstruktion mit einer markanten Kuppel und Dachterrassen. Dadurch erhielt das Gebäude sein ungewöhnliches Erscheinungsbild, das den Kontrast zwischen der ursprünglichen Bunkerarchitektur und der modernen Nutzung besonders deutlich macht.
Zu dieser Zeit wurde der Bau als SatkomTower bekannt. Eine große Weltkugel auf dem Dach wurde zu einem charakteristischen Erkennungsmerkmal. Der Tower wurde anschließend unter anderem als Technologie-, Gewerbe- und Veranstaltungszentrum genutzt. In späteren Jahren wurde das Gebäude zeitweise auch unter der Bezeichnung Unicorn-Park vermarktet.
Die Kuppel und die Dachterrassen wurden für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Dazu gehörten unter anderem Feiern, Tagungen und Hochzeiten. Die besondere Atmosphäre entstand durch die Kombination aus moderner Architektur, der historischen Bausubstanz und dem industriellen Umfeld der ehemaligen Henrichshütte.
Auch architektonisch ist der Tower ungewöhnlich. Der untere Teil besteht aus massivem Beton und besitzt die für einen Luftschutzbunker typische schwere Bauweise. Darüber befindet sich die deutlich leichtere Glas- und Stahlkonstruktion. Der Gegensatz zwischen diesen beiden Teilen macht den SatkomTower zu einem auffälligen Bauwerk auf dem ehemaligen Hüttengelände.
Heute ist der SatkomTower vor allem wegen seiner ungewöhnlichen Vergangenheit und seiner Architektur interessant. Er steht beispielhaft für den Strukturwandel im Ruhrgebiet: Aus einem Bauwerk, das ursprünglich dem Schutz vor den Folgen des Krieges diente, wurde Jahrzehnte später ein Ort für Veranstaltungen, Unternehmen und Freizeit.
Kurz zusammengefasst: Der SatkomTower ist ein ehemaliger Hochbunker der Henrichshütte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Er wurde um 2000 mit einer modernen Glas-Kuppel und Dachterrassen versehen und dadurch zu einem markanten Gebäude. Seine Geschichte verbindet die Themen Zweiter Weltkrieg, Stahlindustrie, Bunkerbau, Industriekultur und Strukturwandel in Hattingen.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.